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Profarma Distribuidora-Aktie (BRPFRMACNOR8): Was hinter der Erholung des brasilianischen Pharmahändlers steckt

15.05.2026 - 19:30:05 | ad-hoc-news.de

Profarma Distribuidora hat seinen Konzernumbau vorangetrieben und jüngst neue Zahlen zum brasilianischen Pharmagroßhandel veröffentlicht. Was steckt hinter dem Geschäftsmodell, wie verdient der Konzern sein Geld und was sollten deutsche Anleger über die Aktie wissen?

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Profarma, BRPFRMACNOR8

Profarma Distribuidora steht als einer der größeren Pharmagroßhändler in Brasilien im Fokus von Investoren, die auf den Gesundheitsmarkt in Lateinamerika blicken. Das Unternehmen betreibt ein breit aufgestelltes Distributions- und Retailnetzwerk für Medikamente, Gesundheitsprodukte und Apothekenketten und ist mit seiner Aktie an der B3 in São Paulo gelistet. Für Anleger ist vor allem spannend, wie sich Margen, Verschuldung und das Wachstum im Großhandels- und Apothekenbereich nach mehreren Restrukturierungsphasen entwickeln.

In den zuletzt veröffentlichten Quartals- und Jahresberichten hob das Management hervor, dass sich das operative Ergebnis im Kerngeschäft Distribution verbessert hat, während der Apothekenbereich unter intensiver Konkurrenz stand, wie aus den Unterlagen auf der Investor-Relations-Seite hervorgeht, die am 28.03.2024 aktualisiert wurden, laut Profarma Investor Relations Stand 28.03.2024. Die Aktie wird an der B3 unter dem Ticker PFRM3 gehandelt; ein offizielles Listing in Deutschland existiert zwar nicht, doch der Wert kann über entsprechende Broker als Auslandsposition gehandelt werden, wie Kursübersichten auf brasilianischen Börsenseiten am 10.04.2025 zeigen, laut B3 Stand 10.04.2025.

Stand: 15.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Profarma
  • Sektor/Branche: Pharmagroßhandel, Apothekenketten, Gesundheitsprodukte
  • Sitz/Land: Rio de Janeiro, Brasilien
  • Kernmärkte: Brasilianischer Pharmagroßhandel, Apothekenretail, Krankenhausversorgung
  • Wichtige Umsatztreiber: Medikamentendistribution, Apothekenumsätze, Logistikdienstleistungen für Pharma
  • Heimatbörse/Handelsplatz: B3 São Paulo (Ticker: PFRM3)
  • Handelswährung: Brasilianischer Real (BRL)

Profarma Distribuidora: Kerngeschäftsmodell

Profarma Distribuidora ist im Kern ein Pharmagroßhändler, der Medikamente, Generika, OTC-Produkte, Gesundheits- und Beautyartikel sowie Spezialpräparate an Apotheken, Kliniken und Krankenhäuser vertreibt. Das Unternehmen fungiert als Bindeglied zwischen Herstellern und Verkaufspunkten und übernimmt dabei typischerweise Lagerhaltung, Logistik und teilweise auch Marketingunterstützung. Wie aus den Geschäftsberichten hervorgeht, entfallen wesentliche Teile des Umsatzes auf die Belieferung unabhängiger Apotheken und kleiner Ketten, die auf eine stabile Versorgung angewiesen sind, laut Profarma Jahresbericht Stand 27.03.2024.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat Profarma sein reines Großhandelsmodell sukzessive erweitert und eine eigene Präsenz im Apothekenretail aufgebaut. Dies geschah durch Beteiligungen und die Entwicklung eigener Marken und Ketten im brasilianischen Markt. Das Unternehmen zieht damit Wertschöpfung aus mehreren Stufen der pharmazeutischen Lieferkette, was das Potenzial für höhere Margen eröffnet, aber auch die operative Komplexität erhöht. Neben klassischen Offizinprodukten spielen zunehmend auch Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel und Gesundheitsservices in den Filialen eine Rolle, wie in strategischen Präsentationen des Konzerns ausgeführt wurde, laut Profarma Unternehmenspräsentation Stand 15.05.2024.

Ein weiterer Baustein im Geschäftsmodell ist die Distribution von Spezialarzneimitteln und Krankenhausbedarf. In diesem Segment geht es vor allem um höherpreisige Präparate, die häufig besondere Lagerungs- und Transportbedingungen erfordern, etwa Kühlketten. Die Margen sind in diesem Bereich tendenziell höher, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Compliance, Qualitätssicherung und Dokumentation. Profarma positioniert sich hier als logistischer Partner für globale Pharmakonzerne, die in Brasilien präsent sind, um die flächendeckende Versorgung ihrer Produkte sicherzustellen.

Operativ gliedert Profarma sein Geschäft in unterschiedliche Segmente, die separat berichtet werden. Der Großhandelsbereich fokussiert auf Volumen und Effizienz, während der Retailbereich stärker marken- und kundenerlebnisgetrieben ist. Diese Segmentierung hilft Investoren, die Profitabilität und die Kapitalbindung in den verschiedenen Teilen des Konzerns besser nachzuvollziehen. Angaben aus den Quartalsberichten zeigen, dass der Großhandelsbereich typischerweise einen deutlich höheren Umsatz, aber niedrigere Margen aufweist, während der Retailbereich einen geringeren Umsatz, dafür aber höhere Bruttomargen erzielt.

Im brasilianischen Gesundheitsmarkt spielt die geographische Reichweite eine große Rolle. Profarma betreibt ein Netz aus Distributionszentren und Lagerstandorten, die dazu dienen, innerhalb eines großen und vielfältigen Landes eine zuverlässige Belieferung an abgelegene Apotheken und Einrichtungen sicherzustellen. Aufgrund der Größe Brasiliens und regional unterschiedlicher Nachfrageprofile ist eine effiziente Routen- und Bestandsplanung essenziell, um Transport- und Lagerkosten zu begrenzen. Entsprechend investiert der Konzern laut seinen Berichten in IT-Systeme, Lagerautomatisierung und Datenanalyse, um Lieferfähigkeit und Working Capital zu optimieren.

Ein wichtiger Aspekt des Geschäftsmodells sind die Beziehungen zu Pharmaherstellern. Profarma profitiert von Rahmenverträgen, die bestimmte Abnahmemengen und Konditionen festlegen. Im Gegenzug erwartet die Industrie von einem Distributionspartner Reichweite, Effizienz und Zuverlässigkeit. Diese Beziehungen können langfristig sein, sind aber nicht exklusiv, da Hersteller häufig mit mehreren Großhändlern zusammenarbeiten. Für Profarma bedeutet dies, dass Servicequalität, Zahlungszuverlässigkeit und Reichweite entscheidende Faktoren sind, um im Wettbewerb um Herstellermandate zu bestehen.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Profarma Distribuidora

Die wesentlichen Umsatztreiber von Profarma lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: erstens die klassische Medikamentendistribution, zweitens die Umsätze der Apothekenketten und drittens das Spezial- und Krankenhausgeschäft. Im Bereich der klassischen Distribution hängt das Umsatzvolumen stark von der allgemeinen Medikamentennachfrage, der Anzahl angebundener Apotheken und dem Produktmix ab. Generika und verschreibungspflichtige Originalpräparate stellen hier traditionell die volumenstärksten Kategorien, während OTC-Produkte und Gesundheitsprodukte mehr Potenzial für margenstarke Zusatzerlöse bieten.

Ein zentrales Element ist die zunehmende Bedeutung von Generika, die in Brasilien seit Jahren an Marktanteilen gewinnen. Für Profarma bedeutet ein höherer Generikaanteil im Vertrieb zwar oft niedrigere Preise pro Einheit, gleichzeitig aber stabile oder wachsende Margen, da Einkaufs- und Vertriebskonditionen in dieser Produktkategorie anders gestaltet sind als bei patentgeschützten Präparaten. Die Unternehmensberichte weisen darauf hin, dass die Ausweitung von Generikaprogrammen für unabhängige Apotheken ein Teil der Wachstumsstrategie ist, um Kunden zu binden und Volumen zu sichern.

Im Retailbereich zählen neben der Anzahl der Filialen vor allem Kennzahlen wie Umsatz pro Filiale, durchschnittlicher Warenkorb und Kundenfrequenz zu den Treibern. Profarma arbeitet im Apothekenretail mit unterschiedlichen Markenauftritten und Konzepten, die sich an verschiedene Zielgruppen richten. So gibt es Apothekenformate, die stark auf Preis und Promotions fokussieren, während andere Formate Beratung, Service und ein breiteres Beauty- und Wellnesssortiment in den Vordergrund stellen. Diese Positionierung soll helfen, sich in einem hart umkämpften Markt von regionalen Ketten und nationalen Wettbewerbern abzugrenzen.

Das Spezial- und Krankenhausgeschäft stützt sich auf langfristige Verträge mit Einrichtungen des Gesundheitswesens und öffentlichen Institutionen. Die Nachfrage ist hier weniger konjunkturabhängig, aber stark von gesundheitspolitischen Budgets, Ausschreibungen und regulatorischen Vorgaben geprägt. Profarma kann in diesem Segment durch Servicequalität beim Umgang mit komplexen Produkten punkten, etwa bei onkologischen Therapien, Biologika oder seltenen Erkrankungen. In den Berichten wird darauf hingewiesen, dass diese Sparte zu den strategischen Wachstumsfeldern gehört, auch wenn sie hohe Investitionen in Compliance und Qualitätssicherung erfordert.

Ein weiterer Treiber ist die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette. Profarma setzt im Großhandel zunehmend auf elektronische Bestellplattformen und Schnittstellen zu Apothekensystemen, um Bestellprozesse zu vereinfachen. Im Retail werden digitale Kundenprogramme, Apps und E-Commerce-Funktionalitäten entwickelt, die den Omnichannel-Ansatz stärken sollen. Solche digitalen Initiativen dienen dazu, Kundendaten besser zu nutzen, personalisierte Angebote zu gestalten und die Kundenbindung im Apothekenumfeld zu erhöhen.

Makroökonomische Faktoren wie die Einkommensentwicklung, Inflation und Wechselkurse beeinflussen den Umsatz- und Ergebnistrend von Profarma ebenfalls. Der brasilianische Real unterliegt Schwankungen gegenüber dem Euro und dem US-Dollar, was sich auf importierte Produkte und auf die in Euro gerechnete Bewertung der Aktie aus Sicht eines deutschen Anlegers auswirkt. Steigende Gesundheitsausgaben in Brasilien können die Nachfrage nach Medikamenten und Gesundheitsprodukten stützen, während Kostendruck im öffentlichen Gesundheitswesen sich auf Ausschreibungspreise und Margen auswirken kann.

Für Investoren spielt außerdem die Entwicklung der operativen Marge, des Nettoergebnisses und der Verschuldung eine zentrale Rolle. Profarma hat in der Vergangenheit mehrere Restrukturierungsrunden durchlaufen, um Profitabilität und Kapitalstruktur zu verbessern. In den vorliegenden Berichten finden sich Angaben zur Reduktion der Nettoverschuldung und zur Verbesserung der EBITDA-Margen in bestimmten Segmenten, wobei das Management auf Effizienzprogramme, Kostenkontrolle und Portfolioanpassungen verweist. Solche Maßnahmen sind entscheidend, um den Spielraum für weiteres Wachstum, Investitionen und mögliche Dividendenpolitik auszuweiten.

Offizielle Quelle

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Warum Profarma Distribuidora für deutsche Anleger interessant sein kann

Für deutsche Anleger, die nach Diversifikationschancen außerhalb Europas suchen, stellt Profarma eine Möglichkeit dar, am Wachstum des brasilianischen Gesundheits- und Pharmamarktes teilzuhaben. Der Gesundheitssektor gilt in vielen Schwellenländern als strukturell wachsend, getrieben von demografischen Trends, einem steigenden Zugang zu medizinischer Versorgung und einer wachsenden Mittelschicht. Brasilien verfügt über ein großes öffentliches Gesundheitssystem, ergänzt durch einen privaten Sektor, der in Ballungsräumen stark ausgeprägt ist. Profarma ist als Großhändler und Apothekenbetreiber direkt in dieser Struktur verankert.

Ein wichtiger Punkt ist, dass die Aktie von Profarma an der B3 in São Paulo notiert und nicht im regulierten Markt in Deutschland. Deutsche Anleger, die Wertpapiere über heimische Depots erwerben, können jedoch via Auslandsorder Zugang zu brasilianischen Aktien erhalten, sofern ihr Broker diesen Markt anbietet. Dabei sind Aspekte wie Liquidität, Handelszeiten, Spreads und mögliche Quellensteuerregelungen zu beachten. Für institutionelle Investoren oder erfahrene Privatanleger, die internationale Streuung anstreben, kann ein Engagement in einer brasilianischen Gesundheitsaktie dennoch ein Baustein in einer Schwellenländerallokation sein.

Inhaltlich unterscheidet sich das Geschäftsmodell von Profarma von den bekannten deutschen Playern im Gesundheitsbereich. Während in Deutschland etwa wenige große Pharmagroßhändler und Apothekenketten den Markt dominieren, ist der brasilianische Markt durch eine höhere Fragmentierung und regionale Unterschiede geprägt. Profarma versucht, durch Größe, Logistiknetzwerk und Retailpräsenz Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Für deutsche Investoren kann es interessant sein, zu beobachten, wie sich diese Strategie gegenüber lokalen Wettbewerbern bewährt und ob Skaleneffekte zu nachhaltig höheren Margen führen.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Währungs- und Länderrisiken. Investments in brasilianische Aktien sind naturgemäß vom Wechselkurs des Real zum Euro beeinflusst. Währungsabwertungen können Kursgewinne in lokaler Währung aus Sicht eines Euro-Anlegers teilweise oder vollständig ausgleichen. Umgekehrt können Währungsaufwertungen zusätzliche Renditeeffekte bringen. Zudem unterliegt Brasilien politischen und wirtschaftlichen Zyklen, die sich auf Regulierung, Steuerpolitik und die Finanzierung des Gesundheitswesens auswirken können. Profarma ist damit indirekt von makroökonomischen und regulatorischen Entwicklungen abhängig, die über das reine Unternehmensrisiko hinausgehen.

Aus Sicht eines diversifizierten Portfolios kann ein Exposure in eine brasilianische Gesundheitsaktie wie Profarma helfen, die Abhängigkeit von europäischen Konjunkturzyklen zu reduzieren. Gleichzeitig sollte die höhere Volatilität, die Schwellenländeraktien typischerweise aufweisen, berücksichtigt werden. Historische Kursverläufe zeigen Phasen deutlicher Auf- und Abwärtsbewegungen, die auch von globalen Risikoaversionen und Kapitalströmen in Emerging Markets geprägt sind. Für deutsche Anleger kann es daher maßgeblich sein, ob sie Schwankungen in Kauf nehmen und einen längerfristigen Anlagehorizont wählen.

Branchentrends und Wettbewerbsposition von Profarma Distribuidora

Der brasilianische Pharmamarkt zählt zu den größten in Lateinamerika und weist im internationalen Vergleich ein solides Wachstum auf. Laut Branchenanalysen von Marktforschern, die im Jahr 2023 veröffentlicht wurden, zählt Brasilien zu den zehn größten Pharmamärkten weltweit, getragen von einer wachsenden Bevölkerung und steigenden Gesundheitsausgaben. Der Großhandelsmarkt ist historisch fragmentiert, hat aber in den vergangenen Jahren eine zunehmende Konsolidierung erlebt, bei der größere Akteure kleinere Wettbewerber übernehmen oder Marktanteile gewinnen. In diesem Umfeld konkurriert Profarma mit anderen nationalen und regionalen Großhändlern sowie integrierten Apothekenketten.

Ein wichtiger Trend ist die Professionalisierung und Digitalisierung der Lieferkette. Hersteller erwarten von Großhändlern nicht nur Volumen, sondern auch Transparenz in der Distribution, zuverlässige Lieferzeiten und eine strikte Einhaltung regulatorischer Standards. Profarma investiert daher in Lagertechnologie, Temperaturkontrolle, Tracking-Systeme und Datenanalyse, um sowohl Effizienz als auch Compliance sicherzustellen. Dieser Trend wird verstärkt durch regulatorische Anforderungen bezüglich Rückverfolgbarkeit von Arzneimitteln, die in vielen Märkten, auch in Brasilien, schrittweise verschärft werden.

Im Apothekenbereich schreitet die Konsolidierung ebenfalls voran. Große Ketten gewinnen Marktanteile, während unabhängige Apotheken zunehmend Kooperationen eingehen oder sich größeren Verbünden anschließen. Profarma ist in dieser Entwicklung sowohl als Lieferant für unabhängige Apotheken als auch als Betreiber eigener Apothekenmarken involviert. Die Wettbewerbsposition im Retail hängt stark von Standortqualität, Preisstrategie, Sortiment und Service ab. Der Konzern betont in seinen Präsentationen die Bedeutung eines breiten Sortiments, gezielter Promotions und Kundenbindungsprogramme, um Frequenz und Warenkörbe zu steigern.

Ein weiterer Branchentrend liegt in der wachsenden Bedeutung von Gesundheits- und Wellnessprodukten, die über klassische Arzneimittel hinausgehen. Dazu gehören Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik und Körperpflegeartikel. Diese Kategorien weisen häufig höhere Margen auf als verschreibungspflichtige Medikamente und können die Profitabilität von Großhändlern und Apothekenketten verbessern. Profarma baut nach eigenen Angaben diese Sortimente gezielt aus und nutzt Retailkompetenz, um Regalflächen und Promotions auf margenstarke Produkte zu lenken.

Der Wettbewerb im Spezial- und Krankenhaussegment ist von hohen Eintrittsbarrieren geprägt. Es erfordert spezialisierte Logistik, strenge Qualitätsprozesse und enge Beziehungen zu Kliniken und institutionellen Kunden. Profarma versucht, sich durch Service und Zuverlässigkeit zu differenzieren. Der Zugang zu internationalen Pharmaherstellern, die ihre Spezialpräparate in Brasilien vertreiben, ist ein weiterer Faktor. Hersteller evaluieren oft regelmäßig ihre Distributionspartner, wobei Leistungskennzahlen wie Lieferqualität, Lagermanagement und Compliance entscheidend sind. Eine starke Performance in diesen Bereichen kann Profarma helfen, Verträge zu sichern und auszubauen.

Für die Wettbewerbsposition spielt schließlich die Finanzkraft eine wichtige Rolle. Großhändler müssen hohe Lagerbestände finanzieren und gewähren ihren Kunden oftmals Zahlungsziele, was die Bilanz belastet. Eine solide Kapitalstruktur und der Zugang zu Finanzierung zu akzeptablen Konditionen sind deshalb entscheidend. Profarma hat verschiedene Programme zur Bilanzstärkung und Verbesserung des Working Capital kommuniziert. Wie nachhaltig diese Maßnahmen sind, beurteilen Investoren anhand von Kennzahlen wie Verschuldungsgrad, Zinsaufwand und Cashflow-Generierung.

Risiken und offene Fragen bei Profarma Distribuidora

Wie bei vielen Unternehmen in Schwellenländern ist auch bei Profarma die Risikoperspektive vielschichtig. Ein zentrales Risiko ergibt sich aus der Regulierung des Gesundheitswesens in Brasilien. Preisregulierung für Medikamente, Änderungen bei Erstattungsregeln oder Budgetkürzungen im öffentlichen Gesundheitswesen können sich direkt auf die Nachfrage und die Marge auswirken. Ein weiterer Punkt ist der intensive Wettbewerb im Apothekenmarkt, der zu Preisdruck und höheren Marketingaufwendungen führen kann, um Kunden zu gewinnen und zu halten.

Finanzielle Risiken hängen insbesondere mit der Verschuldung und den Zinskosten zusammen. Profarma finanziert Teile seines Umlaufvermögens und Investitionen über Fremdkapital. In einem Umfeld steigender Zinsen oder volatiler Kapitalmärkte kann die Refinanzierung teurer werden. Zudem können Währungsschwankungen den Wert von in Fremdwährung aufgenommenen Verbindlichkeiten beeinflussen. Investoren beobachten daher, wie das Management Zins- und Währungsrisiken steuert und wie robust der operative Cashflow ist, um Verpflichtungen zu bedienen.

Operative Risiken liegen in der komplexen Logistik und der Notwendigkeit, Lieferketten stabil zu halten. Störungen durch Naturereignisse, Streiks, IT-Ausfälle oder Probleme bei Lieferanten können zu Lieferverzögerungen führen und Kundenbeziehungen belasten. Zudem besteht im Pharmabereich ein hohes Maß an Verantwortung im Umgang mit sensiblen Produkten. Fehler bei Lagerung oder Transport von temperaturempfindlichen oder hochwertigen Spezialpräparaten können finanzielle Schäden und Reputationsrisiken nach sich ziehen.

Für deutsche Anleger kommt zusätzlich das politische Risiko Brasiliens hinzu. Veränderungen in Regierung, Steuerpolitik oder Regulierung können die Rahmenbedingungen für den Gesundheitssektor verändern. Auch Themen wie Korruptionsbekämpfung, Justizunabhängigkeit und Investitionssicherheit werden von internationalen Investoren aufmerksam verfolgt. Ereignisse in diesen Bereichen können sich auf die Wahrnehmung des ganzen Marktes auswirken und entsprechende Kursbewegungen anstoßen, die nicht unmittelbar mit der operativen Entwicklung von Profarma zusammenhängen.

Nicht zuletzt bleibt offen, wie erfolgreich die strategischen Maßnahmen von Profarma zur Verbesserung der Profitabilität und zur Stärkung des Retailgeschäfts langfristig sein werden. Restrukturierungen können kurzfristig Kosten sparen, aber langfristiger Erfolg hängt von einer klaren Positionierung, Kundenzufriedenheit und effizienten Prozessen ab. Die weitere Segmententwicklung, die Erreichung von Margenzielen und der Umgang mit Wettbewerb werden Faktoren sein, an denen Investoren die Umsetzung der Strategie messen.

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Fazit

Profarma Distribuidora ist ein bedeutender Spieler im brasilianischen Pharmagroßhandel und Apothekenmarkt, der sich in einem strukturell wachsenden, aber hart umkämpften Umfeld behaupten muss. Das Geschäftsmodell verbindet Großhandelsvolumen mit margenstärkeren Retail- und Spezialsegmenten, was Chancen auf eine schrittweise Verbesserung der Profitabilität eröffnet, aber auch Management- und Integrationskompetenz erfordert. Die Berichte der vergangenen Jahre zeigen Bemühungen, Effizienz zu steigern, die Bilanz zu stärken und den Fokus auf profitable Segmente zu legen.

Für deutsche Anleger kann die Aktie eine Möglichkeit sein, am brasilianischen Gesundheitssektor zu partizipieren und das Portfolio geografisch zu diversifizieren. Gleichzeitig sind Währungs-, Länder- und Unternehmensrisiken zu berücksichtigen, die deutlich über denen klassischer Blue Chips aus entwickelten Märkten liegen können. Wie sich Margen, Verschuldung und Marktanteile von Profarma weiter entwickeln, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie der Kapitalmarkt die Aktie in Zukunft bewertet. Eine sorgfältige Beobachtung der Unternehmenskennzahlen, der brasilianischen Rahmenbedingungen und der Branchentrends ist daher für eine fundierte Einschätzung des Papiers von zentraler Bedeutung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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