Posco, Aktie

Posco Aktie: Razzia bei Posco E&C

26.06.2026 - 03:38:41 | boerse-global.de

Ermittlungen nach tödlichem Unfall und Abstieg in der Weltrangliste belasten Posco. Der Konzern setzt auf grünen Stahl und Lithium.

Posco Aktie: Razzia, Ranking-Verlust und grüner Wandel
Posco - Eine abstrakte, atmosphärische Szene einer großen Baustelle bei Sonnenuntergang, die Störung und Untersuchung in der Schwerindustrie andeutet. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein neuer Elektrolichtbogenofen für den Klimaschutz auf der einen Seite, eine polizeiliche Durchsuchung auf der anderen. Der südkoreanische Stahlriese Posco steckt in einem tiefgreifenden Umbau. Während der Konzern seine grüne Zukunft plant, holt ihn die harte Realität auf den Baustellen und den Weltmärkten ein.

Ermittlungen und Marktanteilsverlust

Das südkoreanische Arbeitsministerium hat die Büros der Bautochter Posco E&C durchsucht. Anlass ist ein tödlicher Arbeitsunfall auf einer Baustelle in Seoul. Es war der vierte Todesfall bei diesem Projekt seit Anfang 2024. Die Behörden prüfen nun Verstöße gegen Arbeitsschutzgesetze.

Parallel dazu verliert der Konzern international an Boden. In der aktuellen Weltrangliste rutschte Posco auf den achten Platz ab. Die Rohstahlproduktion sank auf 37,36 Millionen Tonnen. Dies markiert einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Spitzenwert von 2019.

Kampf an drei Fronten

Die Stahlbranche leidet unter einer schwachen Baukonjunktur im Inland. Dazu kommen Billigimporte aus China und Handelsbarrieren in den USA sowie Europa. Posco reagiert mit einer Flucht nach vorn in Richtung "Green Steel".

In Gwangyang investierte das Unternehmen rund 600 Milliarden Won in einen neuen Elektrolichtbogenofen. Die Anlage kann jährlich 2,5 Millionen Tonnen Stahl produzieren. Durch den Einsatz von Schrott sinken die CO2-Emissionen um bis zu 75 Prozent.

Expansion in den Batteriemarkt

Neben grünem Stahl setzt Posco auf Batterierohstoffe. Ein Abkommen mit der australischen Anson Resources sichert den Bau einer Lithium-Anlage in den USA. Ab 2027 soll dort Material für den nordamerikanischen Elektroautomarkt gewonnen werden.

Anleger reagieren bisher skeptisch auf die Transformationspläne. Die Aktie notiert mit 323.000 Won nahe ihrem Jahrestief. Innerhalb der letzten 30 Tage verlor das Papier fast 24 Prozent an Wert. Mit einem RSI von 31,2 nähert sich der Titel technisch der überverkauften Zone.

Am 24. Juni markierte die Aktie mit 316.500 Won ein neues Jahrestief. Hält diese Marke nicht, drohen weitere Abverkäufe. Das Management muss nun beweisen, dass die Lithium-Strategie die operativen Schwächen im Stahlgeschäft auffangen kann.

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