Posco Aktie: Newcom-Partnerschaft für Mongolien
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 05:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Industriekonzern POSCO schaltet einen Gang höher. Mit zwei parallelen Initiativen will das Unternehmen seine Zukunft sichern: ein Einstieg in den mongolischen Energiemarkt und ein Programm zur Stabilisierung der Lieferkette. Beides sind Bausteine der „Triple Core"-Strategie, die POSCO vom Stahlproduzenten zum nachhaltigen Energie- und Rohstoffkonzern wandeln soll.
Brückenkopf Mongolei – POSCO International setzt auf erneuerbare Energien
POSCO International, die Handels- und Energietochter des Konzerns, hat eine Kooperation mit der mongolischen Investmentgruppe Newcom vereinbart. Gemeinsam wollen die Partner erneuerbare Energie-Hubs aufbauen und moderne Wärmepumpen-Technologie einführen. Ziel ist es, die Mongolei bei der Abkehr von kohlebasierten Heizsystemen zu unterstützen, die seit Jahren für massive Luftverschmutzung sorgen.
Konzernchef Chang In-hwa bezeichnete die Mongolei als strategischen Knotenpunkt mit hohem Wachstumspotenzial. Die Partnerschaft diene als „Brückenkopf" für den weiteren Ausbau des Energiegeschäfts in Zentralasien. Das passt zur neuen Konzernvision: POSCO will verstärkt in Flüssiggas (LNG) und erneuerbare Stromerzeugung investieren.
Finanzspritze für die Lieferkette
Parallel dazu kümmert sich POSCO um sein Kerngeschäft. Zusammen mit der KB Kookmin Bank hat der Konzern ein Finanzierungsprogramm für kleine und mittlere Zulieferer in der Stahlindustrie aufgelegt. Die speziellen Kreditprodukte sollen helfen, schwankende Rohstoffkosten und wirtschaftlichen Druck besser abzufedern.
Das Ziel: Die Lieferkette stabil halten. Denn der globale Stahlmarkt steht unter Druck, der Wettbewerb wird härter. POSCO sichert sich ab, indem es die finanziell schwächeren Glieder in der Kette stärkt.
Gewerkschaft stimmt für Arbeitskampf – Aktie unter Druck
Die strategischen Neuigkeiten kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Die POSCO-Gewerkschaft hat mit 92 Prozent Zustimmung für einen Arbeitskampf gestimmt. Analysten sehen darin bislang vor allem ein Druckmittel in den laufenden Tarifverhandlungen – ein echter Streik sei noch nicht beschlossen. Trotzdem: Die Unsicherheit bleibt.
Die Aktie reagiert entsprechend verhalten. Am Donnerstag schloss sie bei 297.000 Won – nur knapp neun Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 292.000 Won, das erst diese Woche markiert wurde. Auf Monatssicht verlor das Papier 12,4 Prozent, der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt über 20 Prozent. Der RSI von 41 signalisiert eine neutrale bis verhaltene technische Verfassung. Vom 52-Wochen-Hoch bei 542.000 Won ist die Aktie inzwischen mehr als 40 Prozent entfernt.
Langfristziele: Lithium und neue Technologien
Die jüngsten Aktivitäten sind Teil eines größeren Bildes. POSCO will bis 2035 einen Umsatz von rund 187 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 13,1 Billionen Won erreichen. Ein zentraler Wachstumstreiber ist das Lithiumgeschäft: Bis 2033 soll eine Jahreskapazität von 173.000 Tonnen aufgebaut werden.
Anleger warten nun auf konkrete Fortschritte bei der direkten Lithiumextraktion (DLE) und den neuen CO2-armen Produktionssystemen. Die nächsten Quartalszahlen und ein Update zur Strategieumsetzung werden in den kommenden Wochen erwartet. Für das zweite Halbjahr sind weitere Details zur Kommerzialisierung der Lithium-Technologien angekündigt.
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