Porsche, Holding

Porsche Holding Aktie: 2,94 Euro auf neuem Tief

23.06.2026 - 20:50:02 | boerse-global.de

Porsche-Aktionäre üben scharfe Kritik an Vorstand. Gewinneinbruch um 91 Prozent und Stellenabbau prägen die Hauptversammlung.

Porsche-Hauptversammlung: Aktionäre kritisieren Chaos und Gewinneinbruch
Porsche - Eine zerknitterte Porsche-Aktie auf einer dunklen Oberfläche, im Hintergrund verschwommene Porsche-Fahrzeuge. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Stimmung auf der Hauptversammlung der Porsche AG war am Dienstag aufgeheizt. Aktionäre bezeichneten die Lage bei der Stuttgarter Sportwagenschmiede als "Chaos" und "Desaster". Der Vorstand bekam massiven Gegenwind zu spüren.

Im Zentrum der Kritik steht die drastisch gesunkene Profitabilität. Im Geschäftsjahr 2025 brach der Nettogewinn um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Die Aktie notiert aktuell bei 2,94 Euro – ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 26,5 Prozent.

Drei Hauptprobleme belasten das Unternehmen: Die Nachfrage in China brach um 26 Prozent ein. US-Zölle verteuern den Export. Und der globale Absatz von reinen Elektroautos schwächelt spürbar.

Neuer Kurs: Weniger Modelle, mehr Effizienz

CEO Michael Leiters skizzierte einen Sanierungsplan. Das aktuelle Portfolio mit 85 Modellvarianten auf sechs Plattformen sei zu komplex, räumte er ein. Künftig will Porsche die Variantenvielfalt reduzieren und stärker auf Komponenten des Volkswagen-Konzerns setzen.

Parallel laufen Verhandlungen mit den Betriebsräten. Porsche plant den Abbau von 3.900 Stellen bis 2029. Das Ziel: höhere Margen durch Fokus auf renditestarke Fahrzeuge.

Für das laufende Jahr bleibt der Konzern optimistisch. Die operative Marge soll zwischen 5,5 und 7,5 Prozent liegen. Die Dividende von 1,01 Euro je Vorzugsaktie und 1,00 Euro je Stammaktie – insgesamt rund 916 Millionen Euro – verteidigte das Management als notwendigen Kompromiss zwischen Aktionärsinteressen und finanzieller Flexibilität.

Kapitalmarkttag im Oktober

Den langfristigen Fahrplan präsentiert Porsche erst im Oktober auf einem Kapitalmarkttag. Dann soll die "Strategie 2035" vorgestellt werden. Anleger drängen vor allem bei Softwareentwicklung und autonomem Fahren auf mehr Tempo – Bereiche, in denen Porsche nach Einschätzung von Aktionären hinterherhinkt.

Der jüngste Rauswurf der Porsche Automobil Holding aus dem DAX – ersetzt durch den Baukonzern Hochtief – passt ins Bild. Für die Stuttgarter wird 2026 ein Jahr der Bewährung. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Sparkurs erste Früchte trägt.

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