Polnische Energieinfrastruktur: Wiper-Angriff offenbart fatale Schwachstellen
31.01.2026 - 15:09:12Ein detaillierter Bericht der polnischen Cybersicherheitsbehörde enthüllt das Ausmaß einer koordinierten Sabotagewelle gegen die Energieversorgung. Die Attacken markieren eine neue Eskalationsstufe für Europa.
Die digitale Verteidigung des europäischen Energiesektors hat eine massive Schwachstelle offenbart. Ein aktueller Bericht der polnischen IT-Sicherheitsbehörde CERT Polska legt schockierende Details zu einer Cyber-Angriffsserie vom 29. Dezember 2025 offen. Mehr als 30 Anlagen für erneuerbare Energien, ein Fernwärmewerk und ein Industrieunternehmen wurden gezielt sabotiert. Experten sehen darin einen Weckruf für alle Betreiber kritischer Infrastrukturen in der EU.
Strategischer Sabotageakt während Kältewelle
Die Angreifer schlugen zu einem heiklen Zeitpunkt zu: während einer winterlichen Kältewelle, als die Abhängigkeit von stabiler Energie besonders hoch war. Laut Analyse konzentrierten sich die Attacken auf Umspannwerke – kritische Knotenpunkte zwischen erneuerbaren Quellen und dem Verteilnetz. Nach dem Eindringen setzten die Hacker eine spezialisierte Löschsoftware, einen sogenannten „Wiper“, mit dem Codenamen „DynoWiper“ ein.
Diese Schadsoftware war darauf programmiert, Systemdateien zu löschen und die Steuerungssoftware der Anlagen zu manipulieren. Im Fokus standen industrielle Kontrollsysteme (ICS), die für Fernsteuerung und Überwachung zuständig sind. Durch deren Zerstörung verloren die betroffenen Stationen die Verbindung zu den Leitstellen. Die polnischen Behörden vergleichen den digitalen Sabotageakt mit vorsätzlicher Brandstiftung in der physischen Welt.
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Die offene Tür: Standard-Passwörter als Einfallstor
Obwohl der Bericht die genaue Einfallsmethode nicht benennt, weisen Experten auf ein grundlegendes Problem hin: die anhaltende Nutzung von Standard-Passwörtern. Diese von Herstellern voreingestellten Zugangsdaten werden von Betreibern oft nie geändert und bieten Angreifern eine offene Tür.
Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit Jahren vor dieser Gefahr. Ungeschützte, internetverbundene Komponenten mit Standard-Passwörtern ermöglichen direkten Zugriff auf Steuerungssysteme. Angreifer können solche Schwachstellen automatisiert aufspüren. Einmal im Netzwerk, können sie sich lateral bewegen und zerstörerische Aktionen wie in Polen vorbereiten. Die zunehmende Vernetzung dezentraler Anlagen vergrößert die Angriffsfläche massiv.
Neue Eskalationsstufe: Destabilisierung als Ziel
Sicherheitsexperten bewerten die Vorfälle als Wendepunkt. Es handelt sich um den ersten bekannt gewordenen Versuch, Wiper-Malware in diesem Umfang gezielt gegen die Energieinfrastruktur eines EU- und NATO-Mitglieds einzusetzen. Die rein destruktive Absicht – ohne finanzielle Forderung wie bei Ransomware – deutet auf staatlich gelenkte oder hochideologisierte Akteure hin. Ihr Ziel ist die Destabilisierung.
Die Angriffe zeigen, wie verwundbar moderne Gesellschaften sind, wenn die digitale Verteidigung vernachlässigt wird. Der Schutz muss weit über einfache Firewalls hinausgehen und eine tiefgreifende Absicherung der Steuerungsnetzwerke umfassen. Angesichts der geopolitischen Lage haben sich die Bedrohungsszenarien deutlich verschärft.
Handlungsdruck durch NIS-2 und reale Gefahr
Die Vorfälle erhöhen den Druck auf Betreiber in ganz Europa, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen. Europäische Regulierungen wie die NIS-2-Richtlinie zwingen Unternehmen zu verbindlichen Mindeststandards.
Für die Zukunft sind Investitionen in IT-Sicherheit kein optionaler Kostenfaktor mehr, sondern eine betriebliche Grundvoraussetzung. Dazu gehören:
* Die sofortige Abschaffung aller Standard-Passwörter
* Die strikte Trennung von IT- und OT-Netzwerken (operative Technologie)
* Kontinuierliches Monitoring zur Anomalie-Erkennung
* Regelmäßige Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter
Nur ein umfassender, proaktiver Ansatz kann verhindern, dass Cyberangriffe in Zukunft tatsächlich das Licht in Europa ausschalten. Die Lektion aus Polen ist klar: Die Schwachstellen sind bekannt – jetzt muss gehandelt werden.
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