Pollensaison startet mitten im Winter überraschend früh
18.01.2026 - 21:33:12Die Pollensaison in Deutschland hat bereits begonnen. Hasel und Erle blühen wegen der milden Temperaturen im Januar 2026 und lösen bei Allergikern erste Heuschnupfensymptome aus. Der Klimawandel treibt diesen Trend an. Für Betroffene beginnt damit nicht nur die Leidenszeit früher, sondern auch das Risiko für tückische Kreuzallergien steigt.
Eine Kreuzallergie entsteht, wenn das Immunischem Proteine in Nahrungsmitteln mit Pollenallergenen verwechselt. Die Strukturen sind sich so ähnlich, dass der Körper auch auf das Lebensmittel reagiert. Bei einer Allergie gegen Hasel oder Erle sind die Kreuzreaktionen besonders vielfältig.
Häufige Auslöser sind:
* Kern- und Steinobst: Äpfel, Birnen, Kirschen und Pfirsiche.
* Nüsse: Vor allem Haselnüsse, aber auch Walnüsse.
* Gemüse: Karotten und Sellerie.
Diese Reaktionen können ganzjährig auftreten, sind während der Pollenflugsaison aber oft stärker. Experten schätzen, dass bis zu 60 Prozent der Nahrungsmittelallergien bei Erwachsenen auf solche Kreuzreaktionen zurückgehen.
Vom Niesen zum Kribbeln im Mund
Während Heuschnupfen die Nase trifft, äußert sich eine Kreuzallergie oft im Mund. Das sogenannte orale Allergiesyndrom macht sich durch lokale Beschwerden bemerkbar:
* Kribbeln oder Jucken an Lippen und Zunge.
* Leichte Schwellungen im Mundbereich.
* Ein pelziges Gefühl oder Heiserkeit.
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Diese Symptome sind meist harmlos und klingen von selbst ab. Ein Allergietest beim Facharzt bringt Klarheit, welche Pollen und Lebensmittel problematisch sind.
Tipps für den Alltag: Kochen hilft
Die gute Nachricht: Betroffene müssen nicht komplett verzichten. Viele der allergieauslösenden Eiweiße sind hitzeempfindlich.
Diese Strategien helfen:
* Erhitzen: Gekochtes Apfelmus oder Kirschkuchen werden oft gut vertragen – der rohe Apfel dagegen nicht.
* Tagebuch führen: Notieren, welche Lebensmittel Symptome auslösen.
* Auf Sorten achten: Alte Apfelsorten gelten oft als verträglicher.
* Arzt fragen: Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch Verzicht. Entscheidend sind die tatsächlichen Beschwerden.
Klimawandel verlängert die Leidenszeit
Der frühe Start ist kein Zufall. Mildere Winter lassen Pflanzen früher erwachen. Daten des Deutschen Wetterdienstes bestätigen diesen Trend seit Jahren. Das verlängert nicht nur die Saison für Allergiker. Höhere CO₂-Konzentrationen können die Pollenproduktion der Pflanzen zusätzlich steigern.
Experten warnen: Die Belastung wird in Zukunft wohl weiter zunehmen. Auch neue, hochallergene Pflanzen wie die Beifuß-Ambrosie könnten sich stärker ausbreiten.
Was jetzt auf Allergiker zukommt
Hasel und Erle sind nur der Anfang. In den kommenden Wochen folgen Birkenpollen, später dann Gräser. Für mehrfach sensibilisierte Menschen bedeutet das eine monatelange Belastung.
Langfristig kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) das Immunsystem an die Allergene gewöhnen. Kurzfristig helfen Pollenflugvorhersagen, die tägliche Belastung einzuschätzen. Betroffene sollten ihre Symptome ernst nehmen und sich ärztlichen Rat holen.


