Polizei warnt vor Betrug mit Gutschein-Codes
08.01.2026 - 10:51:12Kriminelle fordern aktuell verstärkt digitale Guthaben-Codes per Telefon oder Messenger. Die Polizei registriert einen deutlichen Anstieg dieser Betrugsmaschen zum Jahresbeginn. Die Täter setzen auf psychologischen Druck und fordern Codes für Dienste wie Google Play, Apple oder Amazon.
Die Masche ist perfide und kommt in verschiedenen Varianten daher. Immer geht es darum, das Opfer zur Herausgabe von Gutschein-Codes zu bringen.
- Falscher Tech-Support: Ein Pop-up-Fenster simuliert einen Virenbefall. Die angezeigte “Hilfe-Nummer” führt direkt zu Betrügern, die sich als Mitarbeiter von Microsoft oder Apple ausgeben. Sie fordern eine “Servicegebühr” – zahlbar nur per Gutschein-Code.
- Messenger-Trick (“Hallo Mama”): Die Täter schreiben mit einer fremden Nummer und geben sich als Angehörige aus, die ein neues Handy hätten. Nach kurzem Smalltalk bitten sie um finanzielle Hilfe – konkret um Fotos von Gutschein-Codes.
- Gewinnversprechen: Das Opfer wird über einen angeblichen großen Gewinn informiert. Um diesen freizuschalten, müssten vorab “Gebühren” bezahlt werden – wiederum nur mit Gutschein-Codes.
Warum Gutscheine für Kriminelle attraktiv sind
Für die Polizei sind digitale Guthabenkarten ein großes Problem. Der Grund: Sobald der Code übermittelt ist, wird das Geld binnen Sekunden eingelöst oder im Darknet weiterverkauft. Im Gegensatz zu Banküberweisungen ist das Guthaben dann unwiederbringlich verloren und kaum zurückzuverfolgen.
Messenger- und Telefontricks führen derzeit oft zur Forderung nach Gutschein‑Codes – Android‑Nutzer sind dabei besonders gefährdet. Das kostenlose Sicherheitspaket erklärt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone: sichere WhatsApp‑Einstellungen, App‑Prüfung, automatische Updates und konkrete Hinweise, wie Sie Code‑Forderungen sofort erkennen und abwehren. Praxisnahe Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen, die Sie ohne Zusatz‑Apps umsetzen können. Jetzt Gratis‑Sicherheitspaket für Android anfordern
Die Ermittler betonen: Kein seriöses Unternehmen und keine Behörde fordert jemals Zahlungen per Gutschein-Code. Diese Methode ist ausschließlich für private Geschenke gedacht.
So schützen Sie sich
Die Polizei appelliert an die Wachsamkeit aller Bürger. Diese einfachen Regeln schützen:
- Geben Sie niemals Codes weiter – weder per Telefon, noch per Chat.
- Prüfen Sie die Identität: Melden sich “Angehörige” von einer unbekannten Nummer, rufen Sie sie auf der alten, bekannten Nummer zurück.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Betrüger arbeiten immer mit Dringlichkeit (“Ihr Konto wird in 30 Minuten gesperrt!”). Legen Sie in einem solchen Fall einfach auf.
- Erstatten Sie Anzeige – auch wenn kein Schaden entstanden ist. Das hilft den Ermittlern, Muster zu erkennen.
KI macht Betrug noch gefährlicher
Der aktuelle Trend ist Teil einer größeren Entwicklung in der Cyberkriminalität. Verbraucherschützer warnen vor einer neuen Eskalationsstufe: dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Mit “Voice Cloning” können Betrüger Stimmen von Angehörigen täuschend echt nachahmen. Das macht betrügerische “Schockanrufe”, in denen dringend Geld gefordert wird, noch glaubwürdiger. Experten rechnen damit, dass solche KI-gestützten Angriffe 2026 weiter zunehmen werden.
Die wichtigste Regel bleibt also: Seien Sie misstrauisch, wenn jemand über Bildschirm oder Telefonleitung nach Gutschein-Codes fragt. Es ist immer Betrug.


