Polizei, Regulierer

Polizei und Regulierer gehen weltweit gegen mobile Zahlungsbetrüger vor

02.01.2026 - 08:42:12

Die Sicherheit mobiler Bezahlverfahren steht vor einem Umbruch. In einer koordinierten Aktion gegen sogenannte POS-Transfer-Betrug – eine raffinierte Mischung aus Mobilfunk-Phishing und manipulierten Zahlungsterminals – haben Behörden in Europa und Afrika innerhalb der letzten 48 Stunden durchgegriffen. Von einer Großrazzia in Spanien bis zu einer historischen Registrierungspflicht in Nigeria zeigt sich: Der Kampf gegen digitalen Zahlungsbetrug ist in eine neue, entschlossener e Phase getreten.

Ein Schlag gegen die organisierte Cyberkriminalität gelang der spanischen Guardia Civil. Am 1. Januar zerschlug sie ein Betrügernetzwerk, das von Torrevieja und Ibiza aus operierte. Bei der Aktion mit 14 Festnahmen kam eine ausgeklügelte Methode ans Licht: Die Täter verschickten massenhaft betrügerische SMS (Smishing), die angebliche Banken oder Behörden imitierten.

Opfer, die auf die Links klickten und ihre Bankdaten preisgaben, erlebten eine böse Überraschung. Die Diebe transferierten das Geld nicht nur online. Sie kodierten die gestohlenen Kartendaten in mobile Geldbörsen auf ihren eigenen Geräten. Um die Beute auszuzahlen, nutzten sie einen entscheidenden physischen Zugang: manipulierte Point-of-Sale (POS)-Terminals.

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Bei den Razzien in Luxusvillen beschlagnahmte die Polizei 74 Handys, 85 SIM-Karten und ein POS-Terminal. Die Bande soll mit dieser Methode Schäden von über 200.000 Euro verursacht haben. Der Fall zeigt eine gefährliche Entwicklung: Kriminelle missbrauchen legale Zahlungshardware, um per Mobile-Phishing gestohlenes Geld zu waschen.

Nigeria schließt mit Registrierungspflicht ein Schlupfloch

Während Europa ein spezifisches Netzwerk ausschaltete, startete Nigeria einen System-Reset für sein gesamtes Mobile-Money-Ökosystem. Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine historische Regel: Alle POS-Betreiber müssen bei der Corporate Affairs Commission (CAC) registriert sein. Unregistrierte Anbieter sind ab sofort verboten.

Die Maßnahme zielt auf eine zentrale Schwachstelle. Jahrelang nutzten Kriminelle nicht-registrierte, kaum rückverfolgbare POS-Agenten, um Geld aus gehackten Konten zu transferieren und zu waschen. Die neue Pflicht soll für jeden Transaktionsschritt eine digitale Spur hinterlassen.

Berichte aus Lagos deuten auf sofortige Umsetzung hin. Fintech-Unternehmen wurden angewiesen, nicht-registrierte Agenten umgehend vom Netz zu nehmen. Millionen Kleinstunternehmer stehen nun unter Beobachtung. Die Regierung erhofft sich einen deutlichen Rückgang der Betrugsfälle, bei denen Opfer zu Überweisungen auf scheinbar legale Geschäftsterminals gedrängt werden.

„Geister-Tippen“: Die neue technische Angriffswelle

Die Dringlichkeit der Gegenmaßnahmen wird durch eine neue Betrugstechnik befeuert: „Ghost Tapping“ oder NFC-Relay-Angriffe. Diese Methode, die Ende 2025 an Bedeutung gewann, manipuliert die NFC-Funkverbindung für kontaktloses Bezahlen.

Ein Angreifer nutzt ein präpariertes Gerät als Relaisstation. Versucht ein Opfer, mit seinem Smartphone zu zahlen, fängt der Täter das Signal ab und leitet es an ein entferntes Terminal weiter. Die Transaktion wird autorisiert, als wäre das Handy des Opfers physisch anwesend. Der Nutzer bemerkt oft nichts.

Ein aktueller Bericht zu „Geldbetrug 2026“ warnt vor dieser schwer zu erkennenden Gefahr. Betrüger setzen zunehmend auf solche technischen Exploits und weniger auf plumpe Social Engineering-Tricks. Die bequeme „Tap-to-Pay“-Funktion schafft eine neue Angriffsfläche – manchmal ohne dass das Opfer sein Gerät entsperren muss.

Biometrie und strengere NFC-Kontrollen als Antwort

Die jüngsten Ereignisse lösten Reaktionen in der Mobilfunk-Sicherheitsbranche aus. Banken beschleunigen die Einführung von verhaltensbasierter Biometrie. Dabei werden Abweichungen beim Halten des Handys oder der Tippgeschwindigkeit während einer Zahlung erkannt und als verdächtig gemeldet.

Entwickler mobiler Betriebssysteme arbeiten an strengeren Berechtigungen für NFC. Sicherheitsexperten fordern einen „bestätigten Klick“: Bei hohen Beträgen soll eine zweite biometrische Freigabe nötig sein, nicht nur ein passives Antippen.

Der spanische Fall mit dem beschlagnahmten Terminal erhöht den Druck auf Zahlungsabwickler, ihre Händler besser zu überprüfen. Dass eine Bande problemlos ein funktionierendes Terminal für Geldwäsche beschaffen konnte, offenbart Lücken in den KYC-Prozessen („Know Your Customer“) der Akquisiteure.

Ausblick: Der Kampf um die digitale Brieftasche

Zu Beginn des Jahres 2026 ist klar: Der Wettlauf zwischen Sicherheitsexperten und Betrügern hat sich verschärft. Die parallelen Aktionen in Nigeria und Spanien zeigen, dass Regierungen mobile Zahlungsbetrug nicht mehr als Bagatelldelikt, sondern als systemische Bedrohung der Digitalwirtschaft betrachten.

Für Verbraucher bleibt die dringende Empfehlung: Jede unerwartete Zahlungsaufforderung ist potenziell gefährlich. Die „neue Anatomie der Betrugsmaschen 2026“ setzt auf Geschwindigkeit und den Anschein von Legitimität – ob per SMS angeblicher Paketdienstleister oder ein manipuliertes Kassenterminal.

Die nächste Front wird wohl die Integration KI-gestützter Betrugserkennung direkt in Mobilfunk-Chipsets sein. Bis dahin bleiben schärfere Regulierung und gezielte Polizeieinsätze die wichtigsten Verteidigungslinien. Die Ereignisse vom 1. Januar 2026 erinnern daran: Bei digitalen Zahlungen geht es nicht nur um sicheren Code, sondern auch um die Kontrolle der physischen Endpunkte, an denen Geld den Besitzer wechselt.

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