Phishing-Welle, Bankkunden

Phishing-Welle bedroht deutsche Bankkunden massiv

15.02.2026 - 00:39:12

Raffinierte Cyberangriffe wie MFA-Bombing und Operation Chimera bedrohen deutsche Bankkunden zunehmend. Experten warnen vor KI-gestützten Betrugsmethoden und zeigen Schutzmaßnahmen auf.

Eine neue Welle von Phishing-Angriffen beunruhigt derzeit Millionen deutscher Bankkunden. Kriminelle nutzen immer raffiniertere Methoden, um an Online-Banking-Daten zu gelangen – kombiniert mit psychologischem Druck und täuschend echten Fälschungen. Im Fokus stehen vor allem Kunden von Sparkassen und Volksbanken.

Die Täter setzen bewusst auf Zeiten, in denen die Banken schwer erreichbar sind: nachts oder am Wochenende. So nehmen sie ihren Opfern die Chance, die verdächtige Nachricht schnell abzuzueprüfen.

Raffinierte Techniken mit echtem Gefahrenpotenzial

Die Betrugsmaschen sind vielfältig und ändern sich ständig. Besonders perfide ist das sogenannte „MFA-Bombing“: Das Smartphone wird mit einer Flut von Push-Benachrichtigungen bombardiert, in der Hoffnung auf eine entnervte oder versehentliche Zustimmung zur Transaktionsfreigabe.

Auch „Operation Chimera“ ist aktuell im Umlauf – eine mehrstufige Cyberattacke, die selbst die als sicher geltende Zwei-Faktor-Authentifizierung aushebeln kann. Die Kriminellen nutzen QR-Codes und unverfänglich wirkende Cloud-Links, um an Session-Cookies zu gelangen. Das ermöglicht ihnen dauerhaften Zugang zu Konten.

Hinzu kommt „Quishing„: Betrüger versenden per Post Briefe mit gefälschten QR-Codes. Der Trick funktioniert, weil Menschen physischen Briefen mehr vertrauen als E-Mails.

Klassische Warnsignale erkennen

Obwohl die Methoden ausgefeilter werden – es gibt weiterhin klare Erkennungszeichen:

  • Zeitdruck und Drohungen: Serien-E-Mails drohen mit sofortiger Kontosperrung, wenn nicht innerhalb von 48 Stunden reagiert wird
  • Verdächtige Links: Absenderadresse genau prüfen, mit der Maus über Links fahren (ohne zu klicken), um die echte Zieladresse zu sehen
  • Unpersönliche Anrede: „Sehr geehrter Kunde“ statt Name – auch wenn KI-gestützte Angriffe zunehmend personalisiert sind
  • Grammatikfehler: Noch immer ein Indiz, wenn auch weniger zuverlässig geworden

Goldene Regel: Seriöse Banken fragen niemals unaufgefordert nach PIN, TAN oder Passwort.

So schützt man sich wirklich

Der beste Schutz ist eine Kombination aus Vorsicht und Skepsis. Hier die wichtigsten Maßnahmen:

Direkt zu Ihrer Bank gehen – nicht über Links in E-Mails oder SMS. Nutzen Sie nur die offizielle App oder die manuell im Browser eingegebene Bank-Adresse. Niemals Links aus unaufgeforderten Nachrichten folgen.

Sicherheit updaten: Betriebssystem und Banking-Apps immer aktuell halten, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen.

Modernes 2FA nutzen: PushTAN oder photoTAN sind deutlich sicherer als das veraltete smsTAN-Verfahren, das Banking-Trojaner abfangen können.

Im Verdachtsfall handeln: Sofort die Bank über offizielle Kanäle kontaktieren, um Konten und Karten zu sperren. Danach Anzeige bei der Polizei erstatten.

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KI macht Betrüger noch gefährlicher

Sicherheitsbehörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rechnen damit, dass Angriffe weiter zunehmen. Besonders besorgniserregend: „Deepvoice“-Technologie klont die Stimmen von Bankberatern oder sogar Familienmitgliedern, um Opfer am Telefon zu täuschen.

Für die Justiz stellt sich eine neue Frage: Wann handelt ein Kunde „grob fahrlässig“, wenn Fälschungen selbst für Experten kaum noch erkennbar sind? Das wird künftig neu bewertet werden müssen.

Für Verbraucher bleibt klar: Ein informierter und wachsamer Nutzer ist die stärkste Waffe gegen Betrüger. Die Sensibilisierung für digitale Gefahren und konsequente Sicherheitsmaßnahmen waren noch nie wichtiger.

@ boerse-global.de

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