Pflanzenheilkunde, Biotech

Pflanzenheilkunde und Biotech: Revolution in der Entzündungsmedizin

28.04.2026 - 17:32:09 | boerse-global.de

Forschung präsentiert Fortschritte bei Hautkrankheiten und chronischen Entzündungen, von standardisierten Pflanzenextrakten bis zu jährlichen Injektionen.

Pflanzenheilkunde und Biotech: Revolution in der Entzündungsmedizin - Foto: über boerse-global.de
Pflanzenheilkunde und Biotech: Revolution in der Entzündungsmedizin - Foto: über boerse-global.de

Wissenschaftler aus Kiel, Rostock und internationalen Biotech-Firmen präsentieren vielversprechende Daten – von standardisierten Pflanzenextrakten bis hin zu hochmodernen Injektionstherapien.

Apfel, Grünkohl und grüner Tee gegen Schuppenflechte

Forscher der Universität Kiel haben eine spezifische Mischung aus Pflanzenextrakten identifiziert, die entzündungshemmend wirkt und die Hautbarriere stärkt. In einem 2D-Psoriasis-Modell aktivierte die Kombination den Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor (AhR). Dieser Schlüsselrezeptor stellt die Produktion von Filaggrin wieder her – einem Protein, das für eine gesunde Hautbarriere unverzichtbar ist. Gleichzeitig sanken Entzündungsmarker und bestimmte antimikrobielle Peptide. Die Ergebnisse könnten die Grundlage für neue, natürliche Psoriasis-Cremes bilden.

Parallel dazu zeigte eine traditionelle thailändische Kräutermischung namens „Wannachawee Recipe“ (WCR) in klinischen Beobachtungen am Prapokklao-Krankenhaus eine beeindruckende Ansprechrate von 93 Prozent. Um die Brücke zwischen traditionellem Wissen und evidenzbasierter Medizin zu schlagen, standardisierten Wissenschaftler die Rezeptur nach thailändischem Arzneibuch. Mittels HPLC-Fingerprinting identifizierten sie Wirkstoffe wie Alpha-Amyrin und Protocatechusäure. Die Studie ergab, dass WCR die Stickoxid-Produktion effektiver hemmt als das gängige Entzündungshemm-Mittel Indomethacin.

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Einmal jährlich spritzen: Die nächste Generation der Biologika

Während die Pflanzenforschung voranschreitet, meldet die Biotech-Branche bedeutende Fortschritte bei synthetischen Wirkstoffen. Oruka Therapeutics gab Ergebnisse einer Phase-II-Studie bekannt: Patienten erreichte innerhalb von 16 Wochen eine vollständige Hautreinigung. Besonders bemerkenswert: Die Therapie ist für eine jährliche Dosis ausgelegt – eine deutliche Erleichterung im Vergleich zu häufigeren Injektionen.

Am selben Tag erhielt Novartis die EU-Zulassung für Rhapsido (Remibrutinib). Das Medikament ist für Erwachsene mit chronischer spontaner Nesselsucht (CSU) bestimmt, bei denen Antihistaminika versagen. Als erster oraler BTK-Hemmer für diese Erkrankung zeigte Rhapsido bereits in der ersten Behandlungswoche Wirkung. Grundlage waren die Studien REMIX-1 und REMIX-2 mit insgesamt 925 Patienten.

Noch einen Schritt weiter gehen CAR-T-Zell-Therapien. Neue klinische Daten belegen ihren Erfolg bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus und Colitis ulcerosa. Anders als in der Krebstherapie traten bei den Autoimmun-Patienten keine schweren Nebenwirkungen auf. Experten rechnen mit ersten Zulassungen im Autoimmunbereich bis 2027. „Off-the-shelf“-Ansätze könnten die Kosten zusätzlich senken.

Das Schmerzzentrum im Gehirn entdeckt

Ein Forscherteam um Linda Watkins identifizierte eine spezifische Gehirnregion, den caudalen granulären Inselkortex (CGIC), der als Kommandozentrale für chronische Schmerzen fungiert. In Tierversuchen stoppte die Deaktivierung dieser Schaltung die Schmerzsignale vollständig. Die Entdeckung könnte eine Alternative zu Opioid-basierten Behandlungen bieten – allerdings betont das Team, dass vor einer Anwendung am Menschen weitere Forschung nötig ist.

Die systemische Natur von Entzündungen zeigt sich auch bei GLP-1-Medikamenten wie Ozempic und Zepbound. Neue Erkenntnisse belegen, dass diese Wirkstoffe unabhängig von ihrer gewichtsreduzierenden Wirkung stark entzündungshemmend sind. Semaglutid senkte den C-reaktiven Proteinspiegel um rund 40 Prozent. Die Medikamente aktivieren Leberendothelzellen, was Fett, Entzündungen und Fibrose bei Patienten mit metabolisch bedingter Steatohepatitis (MASH) reduziert.

Eine Nature-Studie aus April 2026 zeigt zudem, wie chronische Entzündungen bei Colitis ulcerosa das Epigenom von Darmstammzellen verändern und so die Entstehung von Darmkrebs fördern können. Dies könnte den Anstieg von lebensstilbedingtem Dickdarmkrebs bei jüngeren Menschen erklären.

Präzisionsmedizin und regenerative Ansätze

Der DGIM-Kongress 2026 im April unterstrich den Wandel hin zur Präzisionsmedizin. Mediziner betonten die Bedeutung der Differentialdiagnostik – etwa bei der Unterscheidung von Arthralgie und Arthritis oder Enthesiopathie und Enthesitis. Letztere gilt inzwischen als frühes klinisches Zeichen einer Psoriasis-Arthritis und erfordert oft eine Power-Doppler-Sonographie oder MRT.

Die Dringlichkeit neuer Therapien untermauert eine Studie der University of Kansas mit Daten von 195.000 Erwachsenen (2014–2023): Menschen mit chronischen Schmerzen rauchen fast doppelt so häufig wie schmerzfreie. 2023 lag die Raucherquote bei Schmerzpatienten bei 13,1 Prozent, in der Allgemeinbevölkerung bei 7,5 Prozent. Nikotin mag kurzfristig lindern, verstärkt aber langfristig die Schmerzen.

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Das ELAINE-Forschungsprojekt der Universität Rostock entwickelt elektrisch aktive Implantate zur Knorpel- und Knochenregeneration. Mit 24 Millionen Euro von der DFG und weiteren 13 Millionen Euro bis 2029 gefördert, ergänzt es Arbeiten der Stanford University. Dort blockierten Wissenschaftler das Protein 15-PGDH, wodurch Knieknorpel bei älteren Mäusen nachwuchs. Eine Phase-2b-Studie mit einem oralen Hemmstoff soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten.

Ausblick: Gentherapie und Aktionstag

Intellia Therapeutics plant für die zweite Jahreshälfte 2026 einen Zulassungsantrag in den USA für seine Gentherapie gegen hereditäres Angioödem (HAE). Phase-3-Daten zeigten eine Reduktion der Entzündungsanfälle um 87 Prozent. Die einmalige Infusion könnte in der ersten Jahreshälfte 2027 auf den Markt kommen.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat für den 2. Juni 2026 einen bundesweiten Aktionstag angesetzt, um die Auswirkungen der Krankenhausreform auf die Schmerztherapie zu diskutieren. Am 20. Mai 2026 findet in Hamburg das Jung-Symposium statt, das Neuroplastizität als Therapieansatz bei chronischen Schmerzen thematisiert.

Von thailändischen Kräuterrezepturen bis zur Gen-Editierung – die medizinische Gemeinschaft erwartet ein zunehmend diversifiziertes und effektiveres Arsenal gegen chronische Entzündungen und ihre Folgen.

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