Pfizer, Aktie

Pfizer Aktie: Patente belasten

22.02.2026 - 04:38:02 | boerse-global.de

Pfizer bekommt Gegenwind ? und zwar nicht wegen eines einzelnen Quartals, sondern wegen eines strukturellen Problems. Barclays startet die Beobachtung mit ?Underweight? und verweist auf ein Thema, das in der Pharmabranche wie ein Uhrwerk tickt: auslaufende Patente. Was hei das konkret für die nächsten Jahre?

Barclays hat die Aktie am 20. Februar mit einem ?Underweight?-Rating aufgenommen und ein Kursziel von 25 US-Dollar genannt. Als Hauptgründe nennt die Bank anstehende Patentabläufe sowie den Bedarf, die Bilanz weiter zu konsolidieren.

Im Fokus stehen dabei laut Marktbeobachtern mehrere wichtige Medikamente, deren Schutzrechte zwischen 2026 und 2030 auslaufen sollen ? darunter Eliquis, Vyndaqel und Xtandi. Solche ?Exklusivitätsverluste? sind für Pharmawerte oft ein Knackpunkt: Nach Patentende drohen günstigere Nachahmerpräparate, was Preise und Marktanteile unter Druck setzen kann.

Gute Zahlen ? aber die Uhr läuft

Das vorsichtige Analystenbild trifft auf eine operative Lage, die kurzfristig keineswegs schwach wirkt. Im vierten Quartal 2025 übertraf Pfizer die Markterwartungen: Der Umsatz lag bei 17,6 Mrd. US-Dollar und damit rund 6% über den Schätzungen. Der Gewinn je Aktie erreichte 0,66 US-Dollar, etwa 16% über Konsens.

Trotzdem erklärt genau dieser Gegensatz die aktuelle Diskussion: Solide Quartale lösen das Patentproblem nicht ? sie kaufen höchstens Zeit. Dazu passt auch, dass die Aktie zuletzt nachgab: Am Freitag schloss sie bei 22,62 Euro (-0,85%).

Pipeline, Zukäufe und ein zusätzlicher Rechtsstreit

Um kommende Umsatzlücken zu schließen, setzt Pfizer auf Zukäufe und Pipeline-Ausbau. Im November 2025 gewann das Unternehmen nach Berichten einen Bieterwettstreit gegen Novo Nordisk um Metsera. Der Deal kann sich auf bis zu 10 Mrd. US-Dollar belaufen und soll klinische Kandidaten für den lukrativen Adipositas-Markt sichern. Finanziert wurde das Paket unter anderem über eine Anleihe über 6 Mrd. US-Dollar, die Ende 2025 platziert wurde.

Auch aus der klinischen Entwicklung kommen Impulse: In der BREAKWATER-Studie zeigte Braftovi in der Behandlung von metastasiertem Darmkrebs positive Daten beim progressionsfreien Überleben. Als nächster Meilenstein gilt hier eine ausstehende FDA-Entscheidung zur Zulassung des Regimes.

Parallel spielt sich im mRNA-Umfeld ein Rechtskonflikt ab, der Pfizer indirekt betrifft: BioNTech reichte am 20. Februar in Delaware Klage gegen Moderna ein. Der Vorwurf: Ein neuer Moderna-Impfstoff verletze Patente zur mRNA-Designtechnologie, die auch bei Comirnaty (gemeinsam mit Pfizer entwickelt) genutzt wird.

Unterm Strich dreht sich die Barclays-Skepsis weniger um die Vergangenheit als um die Zeit nach den nächsten Patentklippen ? und darum, wie schnell Pipeline und Zukäufe diese Lücke wirklich schließen können.

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