Perplexity, Microsoft

Perplexity AI schließt 750-Millionen-Euro-Cloud-Deal mit Microsoft

30.01.2026 - 02:22:11

Das KI-Startup Perplexity erhält umfangreichen Zugang zu Microsofts Azure-Cloud, um seinen innovativen Suchdienst zu skalieren und etablierte Anbieter herauszufordern.

KI-Suchstartup sichert sich mit Mega-Deal Rechenkraft für den Wettlauf mit Google. Die dreijährige Partnerschaft unterstreicht Microsofts aggressive Strategie, Azure zur führenden KI-Plattform zu machen.

Der Deal, der am 29. Januar 2026 bekannt wurde, verschafft dem KI-Unternehmen umfangreichen Zugang zur Azure-Cloud-Infrastruktur von Microsoft. Für das 2022 gegründete Perplexity ist dies ein entscheidender Schritt, um seinen innovativen Such- und Antwortdienst hochzuskalieren. Das System liefert Nutzern direkte, mit Quellen belegte Antworten und stellt sich damit gegen etablierte Suchmaschinen.

Microsofts „KI-Supermarkt“ als strategischer Vorteil

Ein Kernstück der Vereinbarung ist die Nutzung von Microsoft Foundry. Dieser Dienst erlaubt es Perplexity, eine Vielzahl leistungsstarker KI-Modelle zu nutzen – auch solche von Konkurrenten wie OpenAI, Anthropic oder xAI. Für ein Unternehmen, das Informationen in Echtzeit aus dem Web synthetisieren muss, ist dieser Zugang zu einem Multi-Modell-Umfeld essenziel.

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Microsoft positioniert Azure damit geschickt als neutralen, aber mächtigen Hub für KI-Innovation. Diese „KI-Supermarkt“-Strategie macht den Konzern zum unverzichtbaren Partner für Startups, die nicht an einen einzelnen Modellanbieter gebunden sein wollen.

Multi-Cloud-Strategie trotz Rechtsstreit mit Amazon

Der Pakt mit Microsoft bedeutet keine Exklusivität. Perplexity bestätigte, dass die bestehenden Ausgaben bei Amazon Web Services (AWS) nicht gekürzt werden. Ein Sprecher betonte sogar, AWS bleibe der bevorzugte Infrastruktur-Partner, eine erweiterte Kooperation stehe bevor.

Diese Dual-Strategie ist kluges Risikomanagement. Sie verhindert die Abhängigkeit von einem Anbieter und nutzt die jeweiligen Stärken der Plattformen. Die Diversifizierung gewinnt zusätzlich an Bedeutung vor dem Hintergrund eines laufenden Rechtsstreits: Amazon hatte im November 2025 Klage gegen Perplexity eingereicht, um den Einsatz von KI-Agenten für automatisiertes Einkaufen auf seiner Plattform zu unterbinden. Der Deal mit Microsoft sorgt für operative Stabilität – unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.

Hyperscaler als Kingmaker der KI-Revolution

Die Vereinbarung unterstreicht die symbiotische Beziehung zwischen KI-Innovatoren und Cloud-Giganten. Startups wie Perplexity bringen bahnbrechende Algorithmen, sind aber auf die rechenintensive Infrastruktur der Tech-Riesen angewiesen. Für Microsoft ist der Deal ein doppelter Gewinn: ein lukrativer Umsatzstrom und ein Beweis für die Leistungsfähigkeit von Azure im hart umkämpften KI-Markt.

Perplexity, das im April 2024 bereits als Einhorn mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar galt, erhält mit dem Vertrag das Kapital, um in die nächste Expansionsphase zu gehen. Der Trend zur Multi-Cloud-Nutzung wird sich bei KI-Firmen verstärken, um Resilienz und Verhandlungsmacht zu sichern.

Die Partnerschaft stattet Perplexity mit der nötigen Rechenpower aus, um seine Antwort-Engine zu verbessern und Marktanteile zu gewinnen. Für Microsoft ist sie ein weiterer Mosaikstein im Bestreben, zur fundamentalen Plattform für die nächste Generation von KI-Anwendungen zu werden. Der Wettlauf um die Vorherrschaft in der KI-Cloud hat eine neue Dynamik erhalten.

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