Perfektionismus: Vom Leistungsantrieb zur psychischen Belastung
06.02.2026 - 07:42:12Perfektionismus wird für immer mehr Menschen zur psychischen Falle. Experten warnen vor den Folgen des ständigen Drucks, in allen Lebensbereichen makellos sein zu müssen. Was einst als Tugend galt, entwickelt sich zunehmend zur Belastung.
Besonders soziale Medien befeuern das Problem durch den ständigen Vergleich mit scheinbar perfekten Lebensentwürfen. Der Drang, alles fehlerfrei erledigen zu müssen, führt häufig zu übermäßiger Selbstkritik, Stress und einem Gefühl, niemals gut genug zu sein. Das Risiko für ein Burnout steigt.
Die drei Gesichter des Perfektionismus
- Selbstgerichteter Perfektionismus: Man setzt sich selbst extrem hohe Standards.
- Sozial vorgeschriebener Perfektionismus: Man glaubt, die hohen Erwartungen anderer erfüllen zu müssen.
- Außengerichteter Perfektionismus: Man stellt unrealistische Ansprüche an das eigene Umfeld.
Laut dem Sozialpsychologen Thomas Curran hat vor allem der sozial vorgeschriebene Perfektionismus in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die Angst, den Erwartungen anderer nicht zu genügen, beginnt oft schon im Grundschulalter.
Wenn der Antrieb zur Lähmung wird
Ein gesunder Ehrgeiz kann zu Höchstleistungen anspornen. Doch Perfektionismus wird schädlich, wenn er dysfunktional wird. Typisch ist dann ein starres „Alles-oder-Nichts-Denken“ – jedes nicht perfekte Ergebnis gilt als komplettes Versagen.
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Die Folgen sind weitreichend: Die Angst vor Fehlern kann alltägliche Aufgaben lähmen. Ständige Unzufriedenheit, Entscheidungsschwierigkeiten und ein geringes Selbstwertgefühl sind häufige Begleiter. Im schlimmsten Fall kann dieser Teufelskreis in Depressionen oder Burnout münden.
Wege aus der Perfektionismus-Falle
Der Ausweg liegt nicht in Nachlässigkeit, sondern in einem flexibleren Umgang mit den eigenen Ansprüchen. Ein erster Schritt ist die Selbstreflexion: In welchen Bereichen treibt mich die Angst vor Kritik oder Scheitern an?
Experten raten zu konkreten Strategien:
* Realistische Ziele setzen: Was ist in dieser Situation „gut genug“?
* Fehler erlauben: Sie als Lernchance begreifen, nicht als Katastrophe.
* Perspektive wechseln: Wie würde ich einem Freund in meiner Situation raten?
* Fortschritt feiern: Den Fokus auf gemachte Schritte lenken, nicht auf ein unerreichbares Ideal.
Akzeptanz als neues Ziel
Für die Zukunft wird ein gesellschaftliches Umdenken wichtig: weg vom Streben nach makelloser Perfektion, hin zur Akzeptanz von Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen. Ambitionierte Ziele zu verfolgen, ohne die eigene mentale Gesundheit zu gefährden – das ist die entscheidende Balance.


