Peer-Support, Betroffene

Peer-Support: Wenn Betroffene anderen Betroffenen helfen

09.02.2026 - 07:43:12

Der Austausch auf Augenhöhe zwischen Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen etabliert sich als wirksame Ergänzung zur Therapie und bricht Stigmatisierung ab.

Peer-to-Peer-Support etabliert sich als starke Säule der psychischen Gesundheit. Menschen mit eigenen Krisenerfahrungen unterstützen andere auf Augenhöhe – und brechen so Stigmatisierung ab. Experten sehen in diesem Ansatz eine wirkungsvolle Ergänzung zur klassischen Therapie.

Der Grundgedanke ist einfach: Geteiltes Leid ist halbes Leid. In Selbsthilfegruppen, Einzelgesprächen oder digitalen Formaten tauschen sich Menschen mit ähnlichen Lebenserfahrungen aus. Hier zählt nicht professionelle Distanz, sondern echtes Verständnis und die kraftvolle Botschaft: Du bist nicht allein.

Wissenschaft bestätigt: Das hilft wirklich

Die positive Wirkung ist nicht nur spürbar, sondern auch belegt. Eine große Meta-Analyse im Fachjournal Psychological Medicine aus dem Jahr 2023 wertete Studien mit über 4.000 Teilnehmenden aus. Das Ergebnis: Peer-Support hat beständige positive Effekte auf die persönliche Genesung.

Im Fokus stehen dabei Stärken, nicht nur Symptome. Während Therapien oft Defizite behandeln, fördert der Austausch auf Augenhöhe Hoffnung, Selbstwirksamkeit und Empowerment. Die Peers sind lebende Vorbilder – sie beweisen, dass ein gutes Leben trotz psychischer Erkrankung möglich ist.

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EX-IN: Aus Erfahrung wird Expertise

In Deutschland professionalisiert das Konzept EX-IN (Experienced Involvement) diesen Ansatz. In einer einjährigen Qualifizierung werden Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung zu zertifizierten Genesungsbegleitern ausgebildet.

Diese „Experten aus Erfahrung“ sind heute fester Bestandteil in Kliniken und sozialen Diensten. Sie bauen Brücken zwischen Patienten und Fachpersonal und verbessern so das gegenseitige Verständnis. Ihre Kernkompetenzen:
* Reflexion der eigenen Krisen- und Genesungsgeschichte
* Methoden des Empowerments
* Salutogenese (Was hält gesund?)
* Trialog (Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Profis)

Niedrigschwellig und wirksam: Hilfe ohne Hürden

Ein großer Vorteil ist der leichte Zugang. Selbsthilfegruppen, Krisentelefone oder Online-Chats sind oft anonym und kostenlos. Sie erreichen so Menschen, die aus Scham oder Angst vor Stigmatisierung keine Praxis aufsuchen würden.

Die Nachfrage ist enorm. In Österreich verzeichnete das Jugendberatungsangebot „Rat auf Draht“ 2025 einen Anstieg der Peer-Beratungen um 30 Prozent. Die Themen reichen von Liebeskummer bis Mobbing. Solche präventiven Gespräche können verhindern, dass aus Problemen ernste Krisen werden.

Die Mischung macht’s: Ergänzung, kein Ersatz

Experten betonen: Peer-Support soll die professionelle Therapie ergänzen, nicht ersetzen. Ärzte und Therapeuten bleiben für Diagnose und Behandlung zuständig. Die Peers bieten dagegen emotionale Unterstützung, praktische Tipps und das Gefühl von Gemeinschaft.

Diese Kombination aus Fachwissen und gelebter Erfahrung stellt den Menschen ganzheitlich in den Mittelpunkt. Die Integration von Genesungsbegleitern in Kliniken bricht traditionelle Hierarchien auf und fördert echte Gleichberechtigung.

Was kommt? Mehr Kurse, mehr Nachfrage

Die Entwicklung in Deutschland steht noch am Anfang, aber das Potenzial ist riesig. Organisationen wie EX-IN Deutschland planen für 2026 bereits neue Ausbildungskurse, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

Die großen Herausforderungen der Zukunft heißen flächendeckende Umsetzung und sichere Finanzierung. Initiativen wie die Förderlinie „Psychische Gesundheit“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt setzen hier ab 2026 wichtige Signale. Der Erfolg wird zeigen, ob die Heilkraft des Gesprächs auf Augenhöhe zum Standard einer modernen Psychiatrie wird.

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