PcComponentes wehrt sich gegen Vorwürfe eines Mega-Datenlecks
22.01.2026 - 21:22:12Der spanische Technologie-Händler PcComponentes bestreitet einen angeblichen Hack mit 16 Millionen gestohlenen Kundendatensätzen. Das Unternehmen spricht stattdessen von einem gezielten Credential-Stuffing-Angriff und hat umgehend schärfere Sicherheitsmaßnahmen eingeführt.
Die Lage eskalierte diese Woche, als ein Hacker mit dem Alias ‘daghetiaw’ in einem Forum behauptete, die Systeme des Online-Händlers geknackt zu haben. Er bot eine Datenprobe mit halber Million Einträgen an – angeblich mit Namen, Ausweisnummern, Adressen und Bestellhistorie. Die Meldung verbreitete sich rasch und verunsicherte Kunden.
Kein Einbruch, sondern gestohlene Logins
In einer offiziellen Stellungnahme widerspricht PcComponentes den Behauptungen entschieden. Eine eingehende Untersuchung habe keine Evidenz für einen Eindringling in die internen Datenbanken ergeben. Die genannte Zahl von 16 Millionen betroffenen Kunden sei „falsch“ – die Gesamtzahl aktiver Konten liege deutlich niedriger.
Das Unternehmen betont, dass sensible Finanzdaten nie in Gefahr waren. Passwörter oder vollständige Bankverbindungen werden nicht auf den Servern gespeichert. Stattdessen nutzt man sichere Token für Zahlungen. Die Analyse kommt zum Schluss: Es handelte sich um einen automatisierten Angriff mit gestohlenen Zugangsdaten von anderen Plattformen, nicht um einen direkten Bruch der eigenen Infrastruktur.
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Die unterschätzte Gefahr: Wiederverwendete Passwörter
Credential Stuffing ist eine simple, aber effektive Hacker-Methode. Dabei werden gestohlene Login-Daten aus früheren Breaches bei anderen Diensten automatisiert auf verschiedenen Websites ausprobiert. Der Angriff funktioniert, weil viele Nutzer ein Passwort für mehrere Konten verwenden.
Laut Analysen der Threat-Intelligence-Firma Hudson Rock stammen die verwendeten Zugangsdaten wahrscheinlich von Computern, die mit Informationsdiebstahl-Malware infiziert waren. Einige Daten reichen bis 2020 zurück. Cyberkriminelle nutzen zunehmend alte, gestohlene Datensätze, um Angriffe zu inszenieren, die wie neue, großangelegte Lecks aussehen – und so erheblichen Imageschaden anrichten.
Neue Sicherheitspflicht für alle Kunden
Als Reaktion hat PcComponentes mehrere Sicherheitsupdates umgesetzt. Auf den Login-Seiten sind nun CAPTCHA-Abfragen aktiviert, und alle aktiven Sitzungen wurden ungültig gemacht. Die wichtigste Neuerung: Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist jetzt für alle Konten verpflichtend.
Der Vorfall ist eine deutliche Warnung vor den Risiken der Passwort-Wiederverwendung. Sicherheitsexperten raten dringend zu einzigartigen, komplexen Passwörtern für jeden Dienst. Ein Passwortmanager kann dabei helfen. Alle Kunden von PcComponentes sollten sich umgehend einloggen, die 2FA aktivieren und prüfen, ob ihr Passwort auch anderswo im Einsatz ist.
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