PC-Markt, Computer

PC-Markt stürzt ab: Ende der günstigen Computer

15.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Die IDC erwartet 2026 einen Einbruch der PC-Auslieferungen um 11,3 Prozent. Hauptursache ist eine massive Verknappung von Speicherchips zugunsten der KI-Industrie, die zu dauerhaft höheren Preisen führt.

PC-Markt stürzt ab: Ende der günstigen Computer - Foto: über boerse-global.de
PC-Markt stürzt ab: Ende der günstigen Computer - Foto: über boerse-global.de

Die Ära der preiswerten Computer ist vorbei. Eine massive Knappheit an Speicherchips und globale Krisen zwingen den Markt in die tiefste Krise seit Jahren. Die International Data Corporation (IDC) korrigiert ihre Prognose für 2026 drastisch nach unten.

Prognose bricht um neun Prozentpunkte ein

Die Zahlen sind alarmierend. Statt des im November 2025 vorhergesagten leichten Rückgangs von 2,4 Prozent erwartet die IDC nun einen Einbruch der weltweiten PC-Auslieferungen um 11,3 Prozent. Das entspricht einem Minus von rund 32 Millionen Geräten. Auch der Tablet-Markt schrumpft voraussichtlich um 7,6 Prozent.

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Dieser Absturz folgt auf ein überraschend starkes letztes Quartal 2025, in dem die Auslieferungen noch um 9,6 Prozent stiegen. Analysten werten dies jedoch als taktische Hamsterkäufe. Händler und Unternehmen deckten sich frühzeitig ein, weil sie die kommende Knappheit voraussahen.

KI-Boom entzieht dem Markt die Speicherchips

Die Hauptursache für den Kollaps ist eine beispiellose Verknappung von DRAM- und NAND-Speicher. Die Hersteller haben ihre Produktionslinien umgestellt, um den riesigen Bedarf der künstlichen Intelligenz zu decken. KI-Rechenzentren schlucken die Kapazitäten, die früher in PCs, Tablets und Smartphones flossen.

Dazu kommen massive Lieferkettenprobleme und geopolitischer Druck. Steigende Transportkosten und logistische Hürden erschweren die Planung. Die jüngsten Eskalationen im Nahen Osten, die nach der IDC-Prognose stattfanden, könnten wichtige Schifffahrtsrouten weiter belasten und die Erholung verzögern.

Weniger Geräte, mehr Umsatz – dank explodierender Preise

Paradoxerweise steigt der Gesamtumsatz trotz sinkender Stückzahlen. Der Wert des PC-Marktes soll 2026 um 1,6 Prozent auf 274 Milliarden US-Dollar wachsen. Bei Tablets wird ein Plus von 3,9 Prozent erwartet. Der Grund: Die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP) schießen in die Höhe.

„Die Ära des günstigen Einsteiger-Hardware ist effektiv vorbei“, stellt IDC-Forschungsleiter Jitesh Ubrani klar. Die Hersteller geben die gestiegenen Komponentenkosten direkt an die Kunden weiter. Sie konzentrieren sich auf lukrative Premium- und Mittelklasse-Geräte, um ihre Margen zu halten. Kleine Marktplayer könnten in dieser Preisspirale untergehen, während Giganten wie Lenovo, HP, Dell und Apple ihre Marktmacht nutzen, um an Chips zu kommen.

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Längere Nutzungsdauer und ein neuer Preismindeststand

Die Krise erinnert an die Grafikkarten-Verfügbarkeit während des Krypto-Booms, die die Preise dauerhaft veränderte. Verbraucher und Unternehmen werden ihre Upgrade-Zyklen voraussichtlich verlängern und länger an bestehenden Geräten festhalten.

Die IDC rechnet damit, dass die schweren Speicher-Engpässe bis weit in das Jahr 2027 anhalten. Eine Entspannung bei den Komponentenpreisen sei frühestens 2028 zu erwarten. Doch selbst dann werden die Endkundenpreise kaum wieder das Niveau von 2025 erreichen.

Die Branche etabliert eine neue Normalität: strukturell höhere Preise und eine dauerhaft gedämpfte Nachfrage. Hersteller müssen ihre Lieferketten resilienter machen und über alternative Strategien nachdenken – etwa Einsteigergeräte mit weniger Arbeitsspeicher auszustatten. Für Verbraucher bedeutet das: Sie müssen sich auf eine längere Durststrecke mit teurerer Hardware einstellen.

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