PayPal, Partnern

PayPal sucht mit neuen Partnern den Weg aus der Krise

18.02.2026 - 03:30:12

PayPal schließt globale Allianz mit OLB Group und steigt in KI-Reiseplattform ein, während schwache Prognose und Anlegerermittlungen die Aktie belasten.

PayPal treibt trotz massiver Kursverluste seine Expansion voran. Der Zahlungsriese schließt eine globale Partnerschaft mit dem Fintech OLB Group und steigt in eine KI-gesteuerte Reiseplattform ein – während Anwälte wegen möglicher Verstöße gegen Börsenregeln ermitteln.

Die jüngste Entwicklung kam am Dienstag, 17. Februar 2026: Der Fintech-Dienstleister OLB Group gab eine weltweite Partnerschaft mit PayPal bekannt. Ziel ist es, PayPals gesamte Zahlungspalette – vom Haupt-Checkout über Venmo bis zu den Ratenzahlungsoptionen – direkt in OLBs SecurePay-Zahlungsgateway zu integrieren. Damit sollen Händler in über 200 Märkten mehr Optionen erhalten und Kunden einen reibungsloseren Bezahlvorgang erleben. Die Ankündigung ließ die Aktie von OLB sofort deutlich ansteigen.

Strategische Allianz mit OLB Group

Die Partnerschaft ist ein taktischer Schachzug, um PayPals Ökosystem auszubauen. OLB erhält die Lizenz, PayPals Lösungen aktiv auf seinen Händlerplattformen zu bewerben und zu integrieren. Für Händler, die bereits das SecurePay-Gateway nutzen, soll der Zugang zu PayPals Millionen-Kundenbasis und zu Zahlungsmethoden wie PayPal Credit damit nahtlos werden.

Die technische Integration, die Betreuung der Händler und der Support liegen bei OLB. PayPal stellt die Kern-Technologie und die Markenressourcen. Der schrittweise Rollout beginnt im ersten Quartal 2026, zunächst für bestehende SecurePay-Kunden. Die Unternehmen erhoffen sich nicht nur eine vereinfachte Aufnahme neuer Händler, sondern auch höhere Umsätze pro Händler durch größere Zahlungsvolumina und den Einsatz von PayPals etablierten Betrugsschutz-Tools.

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Einstieg in KI-gesteuertes Reisen

Bereits am 12. Februar positionierte sich PayPal in einem weiteren Zukunftsmarkt. Das Unternehmen wurde als Schlüsselpartner für eine neue KI-Reiseplattform bekanntgegeben, gemeinsam mit dem Reise-Technologiekonzern Sabre und dem KI-Startup Mindtrip. Die Plattform, die im zweiten Quartal 2026 starten soll, will Reise-Inspiration, Planung und Buchung in einer einzigen, konversationellen KI-Oberfläche bündeln.

In diesem Trio übernimmt PayPal die Rolle des bevorzugten Zahlungs- und Identitätsprüfungspartners. Integriert werden die vertraute digitale Geldbörse und das gesamte Zahlungsangebot, inklusive der immer beliebteren „Buy Now, Pay Later“-Lösungen (BNPL). Damit positioniert sich der Konzern im Trend des konversationellen Handels und der wachsenden Nachfrage nach flexiblen Zahlungsoptionen im Reisesektor.

Aktie unter Druck: Enttäuschende Prognose

Diese strategischen Schritte erfolgen vor einem düsteren Börsenhintergrund. Am 3. Februar 2026 brach der PayPal-Kurs um rund 20 Prozent ein. Auslöser waren die Quartalszahlen für Q4 2025 und eine schwache Prognose für 2026. Der Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar und der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,23 US-Dollar verfehlten die Erwartungen der Analysten.

Noch beunruhigender war die Aussicht für 2026: PayPal rechnet für das Gesamtjahr mit einem bereinigten Gewinn, der zwischen einem leichten Rückgang im niedrigen einstelligen Bereich und einem minimalen Plus schwanken könnte. Die Wall Street hatte hingegen ein Wachstum von fast 8 Prozent erwartet. Als Gründe nannte das Unternehmen eine verlangsamte Nachfrage im Kerngeschäft mit der eigenen Bezahlschaltfläche und allgemeine makroökonomische Belastungen. Begleitet wurde der Bericht von der Ankündigung eines CEO-Wechsels: Enrique Lores übernimmt die Führung am 1. März.

Ermittlungen und strategische Neuausrichtung

Die Diskrepanz zwischen innovativen Partnerschaften und schlechter Börsenperformance bleibt nicht folgenlos. Nach dem Kurssturz kündigte die Anwaltskanzlei Levi & Korsinsky am 16. Februar eine Untersuchung an. Sie prüft, ob PayPal Anleger rechtzeitig und angemessen über die geschäftlichen Gegenwinde informiert hat, die zur schwachen Prognose führten.

Analysten deuten die neuen Partnerschaften als entscheidenden Teil einer Überlebensstrategie. Da das Wachstum im Kerncheckout-Geschäft nachlässt, bieten die Expansion in KI-Plattformen und tiefere Integrationen bei Fintech-Partnern wie OLB einen Weg zu neuen Umsatzquellen. PayPal versucht, sich über seine Gründungsdienste hinaus zu innovieren und seine Technologie in die nächste Generation des digitalen Handels einzubetten.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Strategie aufgeht. Der Markt beobachtet genau die Integration mit OLB und den Start der KI-Reiseplattform. Ebenso entscheidend wird der Antritt des neuen CEO Enrique Lores und der Ausgang der Anlegerermittlungen sein. Sie werden bestimmen, ob PayPals strategische Partnerschaften die jüngsten finanziellen Rückschläge ausgleichen können.

@ boerse-global.de

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