PayPal, Macquarie

PayPal: Macquarie senkt Ziel auf 50 Dollar

08.05.2026 - 01:30:20 | boerse-global.de

PayPal übertrifft Erwartungen im ersten Quartal, doch mehrere Großbanken reduzieren die Kursziele aufgrund des langsamen Turnarounds.

PayPal: Macquarie senkt Ziel auf 50 Dollar - Foto: über boerse-global.de
PayPal: Macquarie senkt Ziel auf 50 Dollar - Foto: über boerse-global.de

Besser als erwartet— und trotzdem unter Druck. PayPal hat die Erwartungen im ersten Quartal 2026 übertroffen, doch mehrere Großbanken senkten danach ihre Kursziele. Die Botschaft dahinter: Der Turnaround kommt, aber zu langsam.

Macquarie und BofA werden vorsichtiger

Macquarie stufte die Aktie von „Outperform" auf „Neutral" herab und kappte das Kursziel von 58 auf 50 Euro. Der Kern der Kritik: Das Sparprogramm von CEO Enrique Lores, das Einsparungen von 1,5 Milliarden Dollar vorsieht, dürfte erst 2027 spürbare Wirkung zeigen. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig.

Bank of America blieb bei „Neutral", senkte aber das Kursziel von 55 auf 53 Dollar und verwies auf wachsenden Druck auf die Profitabilität in Nordamerika. Beide Häuser spiegeln eine breitere Skepsis wider— die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 20 Prozent verloren und notiert aktuell gut 21 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts.

Starke Zahlen, schwache Prognose

Das erste Quartal lieferte solide Ergebnisse. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,34 Dollar, der Konsens hatte 1,27 Dollar erwartet. Der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar.

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Was Anleger ernüchterte, war der Ausblick. Für das zweite Quartal erwartet das Management einen deutlichen Rückgang beim bereinigten EPS im hohen einstelligen Prozentbereich. Für das Gesamtjahr rechnet PayPal nur mit einem leicht positiven EPS-Wachstum. Diese konservative Guidance ließ viele Beobachter die Erholungsgeschwindigkeit neu einschätzen.

Umbau unter neuem CEO

Lores, seit März 2026 an der Spitze, treibt eine Neustrukturierung in drei Geschäftsbereiche voran: Checkout Solutions, Consumer Financial Services inklusive Venmo sowie Payment Services und Krypto. Flankiert wird der Umbau von einem Stellenabbau von rund 20 Prozent— etwa 4.760 Stellen sollen über die nächsten zwei bis drei Jahre wegfallen, um KI-Investitionen zu finanzieren und Prozesse zu verschlanken.

Auffällig: Insider Frank Keller verkaufte Ende April gut 10.700 Aktien zu knapp 50 Dollar, ein weiterer Manager trennte sich von rund 1.300 Titeln. Solche Transaktionen werden von Marktteilnehmern genau beobachtet.

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Bewertung als möglicher Boden

Trotz der Abwärtsrevisionen sehen Teile des Marktes die aktuelle Bewertung als Stabilisierungsniveau. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 8,7 und Barmitteln von 13,5 Milliarden Dollar bei einer Verschuldung von 11,6 Milliarden Dollar gilt die Aktie manchen Analysten als ausreichend „de-risked". Bekannte Investoren wie Michael Burry und Ray Dalio hatten Ende 2025 Positionen aufgebaut oder ausgebaut.

Der Analystenkonsens aus 45 Bewertungen lautet „Halten", mit einem durchschnittlichen Kursziel von 56,42 Dollar. Das Potenzial aus Venmo-Monetarisierung und KI-gestützter Werbetechnologie ist anerkannt— die Frage ist, ob die neue Führung schnell genug liefert, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Die nächste Bewährungsprobe liefern die Q2-Zahlen, die zeigen werden, ob die Prognose des Managements hält oder weiter nach unten korrigiert werden muss.

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