PayPal kämpft mit Klage und Kursverlust um Neustart
04.04.2026 - 18:01:05 | boerse-global.deDer Zahlungsriese PayPal steckt in einer tiefen Krise. Ein neuer CEO, eine Sammelklage und ein Kurssturz von über 40 Prozent innerhalb eines Jahres zwingen das Unternehmen zu einem radikalen Strategiewechsel. Die Rettung soll nun ausgerechnet aus der Werbebranche kommen.
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Sammelklage belastet angeschlagenen Konzern
Rechtliche Probleme verschärfen die Lage für PayPal. Die Anwaltskanzlei Pomerantz LLP warnte Aktionäre am 2. April 2026 vor einer anhängigen Sammelklage. Investoren werfen dem Unternehmen vor, sie mit irreführenden Finanzprognosen getäuscht zu haben.
Der Kern des Streits: PayPal zog erst kürzlich seine für 2027 gesetzten Finanzziele zurück. Die neuen Prognosen deuten auf eine massive Verlangsamung des Wachstums hin. Das Unternehmen begründete die Schwäche mit Konjunkturflaute, schärferem Wettbewerb und operativen Problemen. Für Aktionäre, die während des streitgegenständlichen Zeitraums Aktien kauften, laufen nun Fristen zur Beteiligung an der Klage. Der Aktienkurs notiert derzeit bei nur noch rund 42,58 US-Dollar – ein Mehrjahrestief.
Neuer CEO soll das Steuer herumreißen
Mitten in diesen Turbulenzen trat am 1. März 2026 ein neuer Kapitän an Bord: Enrique Lores übernahm als Präsident und CEO die Führung von Alex Chriss. Lores wechselte von HP zu PayPal und bringt Erfahrung in groß angelegten Restrukturierungen mit.
Analysten der Investmentbank Evercore ISI sehen in seinem Amtsantritt neue strategische Optionen. Zwar hält PayPal offiziell an seinem Kerngeschäft mit Zahlungen und Werbung fest. Doch Beobachter spekulieren, dass der neue Chef radikalere Schritte wie den Verkauf von Nebengeschäften prüfen könnte. Der Wechsel folgte auf ein enttäuschendes viertes Quartal 2025, in dem PayPal mit einem Gewinn von 1,23 US-Dollar je Aktie unter den Erwartungen von 1,29 US-Dollar blieb.
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Werbung als Rettungsanker im Sturm
Da das klassische Zahlungsgeschäft stagniert, setzt PayPal alles auf eine Karte: Werbung. Im Januar 2026 startete der Konzern eine neue „Cross-Platform-View“ in seiner Werbesparte. Das System nutzt die Transaktionsdaten von fast 400 Millionen aktiven Konten, um Händlern detaillierte Einblicke in das Kundenverhalten zu geben.
Geleitet wird die Initiative von Mark Grether, der ähnliche Plattformen bei anderen Tech-Giganten aufbaute. Das System verfolgt den gesamten Kaufweg – vom Preisvergleich über KI-gestützte Suche bis zum Abschluss. Erste Kampagnen mit Partnern wie Ulta Beauty steigerten die Ausgaben über PayPal um 20 Prozent. Als Handels-Medien-Netzwerk will PayPal so eine hochprofitabile neue Einnahmequelle erschließen.
Kann die Werbe-Offensive den Absturz stoppen?
Das Jahr 2026 wird für PayPal entscheidend. Der Konzern muss den aggressiven Werbeausbau mit der Stabilisierung seiner schrumpfenden Zahlungsmargen in Einklang bringen. Die Börse wartet gespannt auf die ersten Quartalszahlen unter CEO Lores.
Die Prognosen sind verhalten: Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management einstellige prozentuale Rückgänge bei den Transaktionsmargen und dem bereinigten Gewinn je Aktie. Die größte Sorge der Anleger ist der anhaltende Marktanteilsverlust an der Online-Kasse, wo Konkurrenten wie Apple Pay und Shopify zulegen.
Gelingt der Wandel vom reinen Zahlungsabwickler zur datengetriebenen Handelsplattform nicht bald, könnte der Druck zu noch drastischeren Maßnahmen wachsen. Die Zukunft des einstigen Pioniers steht auf dem Spiel.
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