PayPal, Visier

PayPal im Visier von Übernahmejägern

23.02.2026 - 20:10:20 | boerse-global.de

Nach einem massiven Börsenverlust wird PayPal von potenziellen Käufern umworben. Das Unternehmen mit 440 Millionen Nutzerkonten steht vor strategischen Entscheidungen unter neuem CEO.

Der einstige Zahlungsriese PayPal steht nach einem dramatischen Börsensturz plötzlich im Fokus möglicher Käufer. Die Nachricht über unerbetene Kaufinteressen ließ die Aktie des Fintech-Unternehmens am Montag um bis zu neun Prozent steigen und nährt Spekulationen über eine mögliche Veräußerung.

Druck durch Aktienverfall und Konkurrenz

Die Übernahmegerüchte kommen zu einer turbulenten Zeit. PayPals Aktienkurs ist im vergangenen Jahr um etwa 46 Prozent eingebrochen, was die Marktkapitalisierung auf rund 34,5 Milliarden Euro schrumpfen ließ. Ein starker Kontrast zum Höchststand von über 270 Milliarden Euro im Jahr 2021. Dieser Absturz hat Gründe: Das Wachstum verlangsamt sich, Konkurrenten wie Apple Pay und Google Pay drängen in den Markt, und die Modernisierung der Kerntechnologien kommt aus Sicht der Anleger nicht schnell genug voran.

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Die jüngsten Quartalszahlen enttäuschten, die Prognose für 2026 wurde gesenkt. Die Folge war der überraschende Abgang von CEO Alex Chriss. Das Tempo der Umsetzung unter seiner Führung habe nicht den Erwartungen entsprochen, so der Aufsichtsrat.

Attraktive Assets trotz Krise

Trotz der Schwierigkeiten bleibt PayPal ein Gigant. Das Unternehmen verfügt über ein Netzwerk mit fast 440 Millionen aktiven Konten und einem Zahlungsvolumen von rund 1,8 Billionen Euro. Zu seinem Portfolio gehören die starken Marken PayPal und Venmo, ein führendes Peer-to-Peer-Zahlungsnetzwerk in den USA, sowie ein wachsendes „Buy-Now-Pay-Later“-Geschäft.

Diese breite Nutzerbasis und das etablierte Händlernetzwerk sind äußerst attraktive Vermögenswerte. Für einen großen Finanz- oder Technologiekonzern könnte der Kauf von PayPal ein strategischer Schachzug sein, um schnell im lukrativen Zahlungsverkehr Fuß zu fassen. Die aktuelle, niedrigere Bewertung macht das Unternehmen zu einem bezahlbareren Ziel als noch vor Jahren.

Wer könnte der Käufer sein?

Offiziell sind noch keine Namen von Interessenten genannt worden. Die Berichte deuten jedoch auf mindestens einen großen Konkurrenten, der das gesamte Unternehmen übernehmen will, sowie auf Parteien, die nur an bestimmten Teilen des Portfolios interessiert sind.

Eine strategische Übernahme durch einen anderen großen Zahlungsabwickler oder einen Technologiekonzern wäre denkbar. Ein solcher Käufer würde sofortigen Zugang zu PayPals Kunden- und Händlerbeziehungen erhalten. Auch Private-Equity-Firmen kommen infrage. Sie könnten das Unternehmen von den kurzfristigen Erwartungsdruck der Börse befreien, es straffen und später gewinnbringend weiterverkaufen. Sollte es nicht zu einer vollständigen Übernahme kommen, könnten auch Einzelteile wie Venmo oder die Braintree-Plattform separat veräußert werden.

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Ungewisse Zukunft unter neuer Führung

Der Weg für PayPal ist ungewiss. Die unmittelbare Aufgabe fällt dem designierten Präsidenten und CEO Enrique Lores zu, der am 1. März die Führung übernimmt. Er steht vor der doppelten Herausforderung, die unerbetenen Übernahmeinteressen zu steuern und gleichzeitig die dringend nötige Trendwende im Kerngeschäft einzuleiten.

Die Gespräche sind in einem frühen Stadium, ein Deal ist keineswegs garantiert. Allein die öffentliche Bekanntmachung des Interesses setzt den Aufsichtsrat jedoch unter Druck, den Aktionären Wert zu liefern – entweder durch einen Verkauf oder einen überzeugenden Plan für unabhängiges Wachstum. Der Markt signalisiert jedenfalls: Trotz aller Probleme bleibt der Zahlungspionier ein begehrtes Objekt im digitalen Finanzwesen.

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