PayPal, Aktiensturz

PayPal: Aktiensturz löst Flut von Aktionärsklagen aus

16.02.2026 - 08:02:12

Nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem abrupten CEO-Wechsel untersuchen Anwälte, ob PayPal negative Informationen zu spät offenlegte. Der Aktienkurs brach um über 20 Prozent ein.

Der Zahlungsriese PayPal sieht sich nach einem dramatischen Börsencrash mit einer Welle von Untersuchungen durch Anwaltskanzleien konfrontiert. Sie prüfen mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze, nachdem enttäuschende Quartalszahlen und ein überraschender Führungswechsel das Vertrauen der Anleger erschütterten.

NEW YORK, NY – 16. Februar 2026 – Der digitale Zahlungsdienstleister PayPal Holdings, Inc. gerät massiv unter Druck. Mehrere auf Aktionärsrechte spezialisierte Anwaltsfirmen haben Untersuchungen gegen das Unternehmen eingeleitet. Sie prüfen mögliche Verstöße gegen US-Börsenaufsichtsgesetze. Auslöser ist ein dramatischer Kurssturz Anfang Februar, der auf einen enttäuschenden Finanzbericht und einen überraschenden Wechsel an der Konzernspitze folgte. Milliarden an Börsenwert wurden vernichtet.

Die juristischen Aktivitäten konzentrieren sich auf die Zeit vor der Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am 3. Februar 2026. Nach dieser Ankündigung brach der Aktienkurs um bis zu 20 Prozent ein. Die Anwälte wollen nun klären, ob das Unternehmen und seine Führungskräfte in der Vorlaufzeit falsche oder irreführende Aussagen machten oder negative Informationen zu spät offenlegten.

Ein verheerender Tag an der Börse

Der 3. Februar wurde für PayPal zum Desaster. Das Unternehmen meldete bereinigte Quartalsgewinne von 1,23 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte es die Erwartungen der Analysten. Noch schwerer wog die düstere Prognose für 2026: PayPal rechnet für das erste Quartal und das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Transaktionsmargen. Das signalisiert erhebliche Widerstände.

Parallel verkündete der Konzern einen überraschenden Führungswechsel: CEO Alex Chriss wurde ersetzt. Der Aufsichtsrat begründete den Schritt damit, dass „das Tempo der Veränderung und Umsetzung nicht den Erwartungen des Boards entsprach“. Zudem räumte das Management ein, die Ausführung im Kernbereich des „Branded Checkout“ sei unzureichend gewesen. Die Kombination aus schwachen Zahlen, schlechter Prognose und abruptem Managementwechsel ließ die Aktie am Tag der Ankündigung um 20,31 Prozent auf 41,70 US-Dollar einbrechen.

Der Vorwurf: Zu späte Warnung?

Im Zentrum der Untersuchungen steht eine Schlüsselfrage: Wusste die PayPal-Führung von den sich verschlechternden Geschäftsbedingungen und dem Wettbewerbsdruck, informierte den Markt aber nicht rechtzeitig? Prominente Kanzleien wie Pomerantz LLP und Glancy Prongay Wolke & Rotter LLP prüfen nun die öffentlichen Äußerungen des Unternehmens vor dem 3. Februar. Es geht darum, ob wesentliche Informationen über geschäftliche Risiken zurückgehalten wurden.

Die Ermittler werden interne Dokumente und Kommunikation sichten. Sie wollen einen Zeitplan erstellen, ab wann das Management über das volle Ausmaß der operativen Probleme und des Wettbewerbsdrucks Bescheid wusste.

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Der scharfe Kontrast zwischen früheren optimistischen Aussagen und der späteren negativen Offenlegung bildet die Grundlage für mögliche Betrugsvorwürfe. Die Kanzleien rufen Anleger, die in diesem Zeitraum erhebliche Verluste erlitten haben, auf, sich für eine Sammelklage zu melden.

Wettbewerbsdruck und Reputationsrisiko

Die Vorfälle werfen ein grelles Licht auf den enormen Druck, unter dem PayPal im dynamischen Digitalzahlungsmarkt steht. Das Unternehmen kämpft mit intensivem Wettbewerb durch Rivalen und neue Marktteilnehmer, was seine Transaktionsmargen zu drücken scheint. Das eigene Eingeständnis, beim Kernprodukt „Branded Checkout“ Schwächen zu haben, deutet auf tiefgreifendere Probleme hin, die Marktführerschaft zu halten und innovativ genug zu sein.

Zu den geschäftlichen Herausforderungen kommt nun erhebliches rechtliches und reputationales Risiko hinzu. Die Aktionärsermittlungen drohen, für das neue Führungsteam zu einer kostspieligen und zeitraubenden Ablenkung zu werden. Die Wiederherstellung des Anlegervertrauens hängt nicht nur davon ab, die Leistungsprobleme in den Griff zu bekommen, sondern auch davon, das komplexe juristische Feld zu navigieren. Das Ergebnis dieser Untersuchungen könnte langfristige Folgen für die Unternehmensführung und Offenlegungspraxis haben.

Die Ermittlungen gegen PayPal befinden sich noch in einer frühen Phase. Die Anwaltskanzleien sammeln Beweise und suchen einen Hauptkläger. Für das Unternehmen beginnt eine Phase der Unsicherheit. Die neue Führung muss gleichzeitig die operative Performance stabilisieren, eine überzeugende Strategie gegen den Wettbewerbsdruck vorlegen und die Auswirkungen dieser wachsenden Rechtskrise managen. Der Markt wird jede offizielle Reaktion des Konzerns auf die Untersuchungen genau beobachten.

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