PayPal, Aktie

PayPal Aktie: KI-Offensive

15.01.2026 - 14:54:33

PayPal treibt mit strategischen Partnerschaften in KI-gestützte Bezahlökosysteme ein. Die Integration in Microsofts Copilot Checkout und Googles UCP soll das Wachstum ab 2026 beschleunigen.

PayPal drängt mit mehreren Partnerschaften in die entstehende Welt KI-gestützter Bezahllösungen. Im Mittelpunkt steht die enge Einbindung in Microsofts Copilot Checkout, flankiert von Kooperationen mit Google, Deutsche Bank und Paychex. Am Markt stellt sich die Frage, wie stark diese Initiativen das Wachstum ab 2026 tatsächlich beschleunigen können.

  • Zentrale Rolle in Microsoft Copilot Checkout
  • Einbindung in Googles Universal Commerce Protocol
  • Ausbau globaler Zahlungsinfrastruktur mit Deutscher Bank
  • Stärkerer Fokus auf Daten- und Werbelösungen
  • Quartalszahlen Anfang Februar als nächster Test

Microsoft und Copilot Checkout

Am 8. Januar kündigte PayPal eine Partnerschaft mit Microsoft an, um Copilot Checkout zu unterstützen. Nutzer sollen Produkte innerhalb des Copilot-Erlebnisses finden, auswählen und bezahlen können, ohne die Oberfläche zu verlassen.

Technisch bedeutet das: Händler können ihr Sortiment direkt in Copilot.com einbinden. PayPal steuert dabei Marken-Checkout, Gast-Checkout und Kreditkartenzahlungen bei. Die Integration basiert auf den neu eingeführten „agentic commerce“-Diensten, mit denen Händler ihre Produktkataloge für KI-Plattformen kaufbar machen.

Microsoft-interne Daten unterstreichen das Potenzial dieser KI-gestützten Journeys:
– Shopping-Wege mit Copilot führen innerhalb von 30 Minuten zu 53 % mehr Käufen.
– Liegt konkrete Kaufabsicht vor, sind die Conversion-Raten 194 % höher als ohne Copilot-Unterstützung.

Damit erhält PayPal einen direkten Zugang zu einer Nutzeroberfläche, in der Such-, Entscheidungs- und Bezahlvorgang zusammenfallen.

Weitere KI- und Zahlungs-Partnerschaften

Die Microsoft-Kooperation ist Teil eines ganzen Pakets, das PayPal Anfang Januar aufgespannt hat.

Google Universal Commerce Protocol

Am 11. Januar meldete PayPal die Integration in Googles neuen Universal Commerce Protocol (UCP). PayPal wird damit als Zahlungsoption in KI-gestützten Checkout-Funktionen von Google eingebunden. Zusammen mit Microsoft sichert sich der Konzern Präsenz in zwei großen KI-Ökosystemen, in denen Kaufentscheidungen zunehmend direkt in Assistenzoberflächen fallen könnten.

Ausbau mit Deutscher Bank

Am 13. Januar gab die Deutsche Bank eine erweiterte Partnerschaft mit PayPal bekannt. Ziel ist es, globale Zahlungsfähigkeiten zu stärken. Aufbauend auf bestehenden Verarbeitungsvolumina soll die Kooperation Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit der internationalen Infrastruktur von PayPal verbessern. Das ist insbesondere für hohe Transaktionsmengen in Spitzenzeiten relevant.

Paychex und frühere Gehaltszahlungen

Bereits am 7./8. Januar wurde eine Zusammenarbeit mit Paychex vorgestellt. PayPal Direct Deposit wird in die Plattform Paychex Flex Perks integriert. Beschäftigte von Paychex-Kunden können damit Gehaltszahlungen bis zu zwei Tage früher über PayPal erhalten. Der Konzern weitet damit seine Präsenz im Bereich betrieblicher Finanzleistungen aus.

Transaktionsdaten als Werbeplattform

Am 6. Januar startete PayPal das Programm „Transaction Graph Insights & Measurement“. Händler und Werbetreibende erhalten damit übergreifende Einblicke in tatsächliches Kaufverhalten und Kampagnenwirkung über verschiedene Händler hinweg. Laut PayPal bieten klassische Plattformen diese Form von Cross-Merchant-Transparenz so nicht.

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Damit testet der Konzern ein weiteres Standbein jenseits reiner Zahlungsabwicklung – mit Daten als zentrischem Produkt.

Wettbewerb und Fundamentaldaten

Die KI-Offensive läuft vor dem Hintergrund anhaltenden Wettbewerbsdrucks durch Anbieter wie Stripe, Square und Klarna. Seit dem Hoch im Juli 2021 hat die Aktie rund 75 % an Wert verloren. Zuletzt zeigte sich jedoch wieder mehr Dynamik in der Profitabilität: 2025 wuchsen die Transaktionsmargen um 6–7 % pro Quartal.

International bleibt PayPal eine feste Größe. Im Gesamtjahr 2024 erzielte das Unternehmen rund 13,53 Milliarden US-Dollar außerhalb der USA. Das entsprach 42,6 % des Gesamtumsatzes. In wichtigen Märkten wie Deutschland ist die Position besonders stark: PayPal steht dort für 64 % aller Onlinezahlungen, 93 % der Onlinehändler akzeptieren die Lösung.

Die Analystengemeinde ist derzeit zurückhaltend optimistisch:
– Konsens-Rating: „Hold“ bei 27 Analysten
– Durchschnittliches Kursziel: 77,41 US-Dollar
– Abschlag zum Kurs von rund 56,56 US-Dollar: etwa 37 % Potenzial nach oben
– Erwarteter Gewinn je Aktie (Q4 2025): 1,29 US-Dollar

Die Bewertung spiegelt damit sowohl das Erholungspotenzial als auch die Unsicherheit über die Umsetzung der Strategie wider.

Ausblick: Quartalszahlen und KI-Monetarisierung

Der nächste größere Termin ist der Quartalsbericht am 3. Februar um 8:00 Uhr EST. Entscheidend wird sein, welche konkreten Zahlen PayPal zu Händleranbindung und Nutzung der Microsoft- und Google-Integrationen liefert und wie schnell „agentic commerce“-Lösungen in erste messbare Volumeneffekte münden.

Parallel verfolgt der Konzern mit dem im Dezember 2025 eingereichten Antrag auf eine Industrie-Banklizenz in den USA ein weiteres strategisches Projekt, um das Angebot für kleinere Unternehmen auszuweiten. Hinzu kommt die im September 2025 zugesagte Investition von 100 Millionen US-Dollar in der Region Naher Osten und Afrika, mit Fokus auf eines der wachstumsstärksten Fintech-Gebiete weltweit.

Für 2026 hängt viel davon ab, ob PayPal die Schnittstelle zwischen KI-basierten Einkaufserlebnissen und seinem etablierten Händler- und Kundennetzwerk so verbinden kann, dass daraus spürbar höhere Transaktionsvolumina und neue Erlösquellen entstehen.

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