Passkeys: Banken setzen 2026 auf passwortlose Anmeldung
02.02.2026 - 08:09:12Die Finanzbranche rüstet sich gegen Cyberangriffe mit einer neuen, in Webbrowser integrierten Sicherheitstechnologie. 2026 wird zum Jahr, in dem die passwortlose Anmeldung für Online-Banking zum Standard wird. Treiber sind Sicherheitsprotokolle, die direkt in Chrome, Safari und andere Browser eingebaut sind.
Warum das Passwort im Banking versagte
Jahrzehntelang war die Kombination aus Benutzername und Passwort das größte Sicherheitsrisiko. Banken waren ein Hauptziel für Kriminelle. Phishing-Angriffe und Credential Stuffing – das Verwenden gestohlener Passwörter für andere Konten – waren an der Tagesordnung. Besonders tückisch sind Man-in-the-Browser-Angriffe. Dabei manipuliert Schadsoftware auf dem Rechner des Nutzers direkt im Browser die Kommunikation mit der Bank. So können Überweisungen umgeleitet werden, ohne dass traditionelle Sicherheitssysteme Alarm schlagen. Die Schwachstelle Mensch und die Anfälligkeit für Malware machten eine grundlegend neue Lösung dringend notwendig.
So funktionieren die neuen Browser-Passkeys
Der Kern der neuen Sicherheitsarchitektur ist der Passkey. Diese digitale Anmeldeinformation basiert auf dem FIDO2/WebAuthn-Standard und ist in allen großen Browsern integriert. Statt eines erdachten und oft wiederverwendeten Passworts nutzt ein Passkey asymmetrische Kryptographie.
Bei der Registrierung erzeugt das Gerät – etwa das Smartphone – ein einzigartiges kryptographisches Schlüsselpaar. Der private Schlüssel bleibt sicher auf dem Gerät gespeichert, der öffentliche geht an die Bank. Zum Login authentisiert sich der Nutzer mit seinem Fingerabdruck, Gesichtsscan oder einer Geräte-PIN. Der Browser verifiziert dann, dass das Gerät den privaten Schlüssel besitzt, ohne ihn preiszugeben. Da der Schlüssel an die echte Bank-Website gebunden ist, funktioniert er auf einer Phishing-Seite nicht. Das macht die Technologie inhärent resistent gegen Betrug.
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Große Tech-Konzerne treiben den Wandel voran
Die flächendeckende Einführung wurde erst durch den geschlossenen Einsatz von Tech-Giganten wie Apple, Google und Microsoft möglich. Sie haben Passkey-Support tief in ihre Betriebssysteme (iOS, Android, Windows) und Browser (Safari, Chrome, Edge) integriert. Passkeys lassen sich so nahtlos über alle Geräte hinweg nutzen und werden oft über Cloud-Dienste wie die iCloud Keychain synchronisiert.
Für Banken bedeutet das einen enormen Vorteil: Sie müssen keine komplexen, eigenen Authentifizierungssysteme mehr entwickeln und warten. Stattdessen nutzen sie die Sicherheitsarchitektur, die in den Geräten ihrer Kunden bereits vorhanden ist. Aktuelle Sicherheitsupdates der Browser-Hersteller härten diese Umgebungen weiter gegen Schwachstellen ab.
Mehr Sicherheit und Komfort für den Kunden
Der Branchentrend hin zu passwortloser Browser-Authentifizierung markiert einen Wendepunkt. Bisher ging mehr Sicherheit oft auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit – etwa durch umständliche Zwei-Faktor-Authentifizierung. Passkeys kehren dieses Verhältnis um: Die Anmeldung ist nicht nur deutlich sicherer, sondern in der Regel auch schneller als das Eintippen eines Passworts.
Gleichzeitig reagiert die Finanzbranche auf den wachsenden regulatorischen Druck. Aufsichtsbehörden fordern zunehmend proaktive Maßnahmen gegen Kontenübernahmen. Die Einführung phishing-resistenter Methoden wie Passkeys wird so zu einem zentralen Baustein einer modernen Compliance-Strategie. Angesichts von KI-gestützten Bedrohungen wie Deepfakes ist der Abschied vom Passwort überfällig.
Der Weg zum neuen Standard
Die Technologie ist ausgereift, 2026 wird zum Jahr der flächendeckenden Migration. Die größten Herausforderungen liegen nun in der Aufklärung der Kunden und der Einrichtung sicherer Account-Wiederherstellungsverfahren, die keine neuen Schwachstellen schaffen.
Die Richtung ist jedoch klar. Analysten prognostizieren eine rasche Adoption, getrieben durch die nahtlose Integration, die überlegene Sicherheit und das bessere Nutzererlebnis. In den nächsten ein bis zwei Jahren werden Bankkunden vermehrt aufgefordert werden, Passkeys einzurichten. Das Passwort wird damit zum reinen Backup für Notfälle degradiert. Die Sicherheitsrevolution auf Browser-Ebene setzt endlich einen neuen Standard und schließt Lücken, die seit Jahrzehnten bestehen.
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