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Partners Group Aktie: Jefferies senkt Ziel auf CHF 760

12.06.2026 - 21:21:32 | boerse-global.de

Rücknahmeanträge bei Evergreen-Fonds belasten Partners Group. Jefferies kürzt das Kursziel um fast ein Drittel. Mitgründer Gantner räumt Kommunikationsfehler ein.

Partners Group Aktie: Jefferies senkt Kursziel drastisch
Partners - Hände eines Finanzanalysten halten ein Tablet mit einem fallenden Aktienkursdiagramm für Partners Group. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Jefferies kürzt das Kursziel um fast ein Drittel. Der Mitgründer räumt Kommunikationsfehler ein. Und mehrere Evergreen-Fonds kämpfen mit Rücknahmeanträgen, die ihre Kapazitätsgrenzen sprengen. Bei Partners Group läuft gerade einiges schief — und der Markt hat das bereits brutal eingepreist.

Evergreen-Krise als Auslöser

Der Kern des Problems liegt in den offenen Fondsstrukturen. Partners Group begrenzte die Rücknahmen seines 8,6 Milliarden Dollar schweren Global Value SICAV auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal. Der Grund: Rücknahmeanträge stiegen im zweiten Quartal auf geschätzte 9,8 Prozent — fast das Doppelte der erlaubten Quote.

Ein in Delaware ansässiges US-Private-Equity-Vehikel steht vor ähnlichen Problemen. Rücknahmeanträge von rund 6 Prozent des Nettoinventarwerts zeichnen sich dort ab. Drei weitere Evergreen-Fonds mit zusammen rund 9,7 Milliarden Dollar Volumen dürften im zweiten Quartal Rücknahmen zwischen 3,5 und 5 Prozent verzeichnen.

Kein Einzelfall. Apollo Global Management, KKR, BlackRock und Blue Owl haben zuletzt ebenfalls Rücknahmebeschränkungen eingeführt. Der Druck auf offene Private-Markets-Strukturen ist ein strukturelles Problem der gesamten Branche.

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Jefferies senkt Kursziel massiv

Die Investmentbank Jefferies reagierte mit einer drastischen Anpassung: Das Kursziel fiel von CHF 1.130 auf CHF 760 — ein Rückgang um knapp ein Drittel. Das Hold-Rating blieb bestehen. Das neue Ziel liegt damit kaum über dem aktuellen Kursniveau.

Die Aktie notiert rund 37 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 1.213,50 Euro vom August 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 30 Prozent. Laut Reuters wurde der Titel zuletzt in der Nähe seines niedrigsten Schlusskurses seit April 2020 gehandelt.

Heute legt die Aktie 2,58 Prozent auf 770,20 Euro zu — eine Gegenbewegung nach dem jüngsten Ausverkauf, mehr nicht.

Gantner verteidigt das Geschäftsmodell

Mitgründer Fredy Gantner räumte Fehler ein — aber nicht beim Geschäftsmodell. „Wir müssen definitiv besser und proaktiver kommunizieren", sagte er der „SonntagsZeitung". Die heftige Marktreaktion bezeichnete er als „massive Überreaktion" und als Branchenproblem.

Den Shortseller-Bericht von Grizzly Research wies Gantner erneut zurück. Die Vorwürfe seien „erwiesenermaßen völlig unbegründet". Das Unternehmen habe sie widerlegt und rechtliche Schritte eingeleitet.

Als Vertrauenssignal verwies er auf eigene Käufe: Er halte weiterhin ein großes Aktienpaket und habe zuletzt zusätzliche Aktien erworben — wie viele Mitarbeitende ebenfalls.

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Prognose und operative Meldung

Das Management hält an seinen Jahreszielen fest. Für 2026 peilt Partners Group Bruttoneugeldzuflüsse von 26 bis 32 Milliarden Dollar an. Für das erste Halbjahr erwartet das Unternehmen, dass Zuflüsse in die Evergreen-Plattform die Abflüsse übersteigen. Im zweiten Halbjahr könnte die aktuelle Dynamik das Nettowachstum der verwalteten Vermögen um 1 bis 2 Prozent bremsen.

Operativ meldete Partners Group den ersten Closing-Abschluss seines fünften Immobilien-Secondaries-Programms mit über 650 Millionen Dollar an Zusagen. Das Zielvolumen liegt bei 1,5 Milliarden Dollar. Seit 2008 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 6 Milliarden Dollar über 120 solcher Transaktionen investiert.

Die nächste harte Probe kommt mit den AuM-Zahlen per Ende Juni. Sie zeigen, ob die Rücknahmewelle das verwaltete Vermögen von 185 Milliarden Dollar spürbar angefressen hat.

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