Parodontitis bedroht nicht nur Zähne, sondern auch das Gehirn
17.01.2026 - 04:42:12Chronische Zahnfleischentzündungen erhöhen das Risiko für Demenz und Alzheimer. Neue Studien zeigen direkte Verbindungen zwischen Mundbakterien und Hirnschäden. Damit rückt die tägliche Zahnpflege in den Fokus der Gesundheitsvorsorge.
Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Die Keime gelangen jedoch nicht selten in den Blutkreislauf und lösen eine unterschwellige, chronische Entzündung im ganzen Körper aus. Dieser Dauerzustand schädigt auf lange Sicht auch Organe – darunter das Gehirn.
Ein spezielles Bakterium namens Porphyromonas gingivalis spielt dabei eine Schlüsselrolle. Es kann das Immunsystem manipulieren und sich im Körper ausbreiten. Seine ständige Präsenz hält die gefährliche Dauerentzündung am Laufen.
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Direkter Angriff aufs Gehirn: Bakterien überwinden Schranke
Die Verbindung geht über die allgemeine Entzündung hinaus. Forscher fanden das Bakterium P. gingivalis und seine giftigen Enzyme, die Gingipaine, direkt im Hirngewebe von Alzheimer-Patienten. Die Erreger überwinden offenbar die Blut-Hirn-Schranke.
Im Gehirn angekommen, fördern die Gingipaine die Bildung der typischen Alzheimer-Plaques. Tierversuche bestätigen den Zusammenhang: Eine Infektion mit dem Bakterium führte zu mehr schädlichen Ablagerungen im Gehirn.
Sichtbare Spuren: MRT zeigt Hirnschäden
Moderne Bildgebung macht die Folgen sichtbar. Langzeitstudien mit Magnetresonanztomographie (MRT) zeigen bei Parodontitis-Patienten:
* Mehr Schäden in der weißen Substanz: Diese Läsionen gelten als Vorboten für Schlaganfall und kognitiven Abbau.
* Schrumpfender Hippocampus: Diese für das Gedächtnis zentrale Region schwindet bei Zahnfleischerkrankungen schneller.
Die Ergebnisse belegen: Parodontitis ist ein messbarer Risikofaktor für die Hirngesundheit.
Prävention als beste Medizin – und neue Therapieansätze
Die wirksamste Waffe gegen diese Gefahr ist die Vorbeugung. Gründliche Mundhygiene und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sind entscheidend. Bestehende Entzündungen müssen konsequent behandelt werden.
Die Forschung sucht nach gezielten Therapien. Medikamente, die die schädlichen Gingipaine blockieren, wurden bereits getestet. Eine Studie musste zwar abgebrochen werden, zeigte aber in einer Untergruppe von Patienten eine Verlangsamung des geistigen Abbaus. Dieser Ansatz wird weiterverfolgt.
Bis solche Therapien verfügbar sind, bleibt die eigene Zahnpflege eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz des Gehirns.


