Paramount Skydance Aktie: Richterin bremst Milliarden-Deal
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 11:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Gerichtsbeschluss wirbelt den größten Medien-Deal des Jahres durcheinander. Eine kalifornische Bundesrichterin hat die geplante Übernahme von Warner Bros Discovery durch Paramount Skydance per einstweiliger Verfügung vorerst gestoppt — mitten in der heißesten Phase der Transaktion.
Zwölf Staaten sehen Marktmacht-Problem
Zwölf US-Bundesstaaten hatten geklagt und argumentiert, der mehr als 100 Milliarden Dollar schwere Zusammenschluss verzerre den Wettbewerb bei Kassenschlagern und schade damit den Kinos. Die zuständige Richterin in Oakland folgte dieser Argumentation zumindest vorläufig: Für zwei Wochen ruht der Deal, während über eine längerfristige Verfügung verhandelt wird. Ein zentraler Streitpunkt dabei ist, ob Blockbuster-Filme jenseits der 100-Millionen-Dollar-Marke einen eigenen, besonders schützenswerten Markt bilden — Paramount weist diese Sichtweise zurück.
Pikant: Das US-Justizministerium hatte die Übernahme zuvor ohne Auflagen durchgewinkt, offenbar bevor die zuständigen Juristen der Behörde überhaupt eine Empfehlung abgeben konnten. Die Bundesstaaten ziehen nun vor Gericht nach, was die Aufsichtsbehörde nicht verhindert hatte.
Teuer könnte die Verzögerung vor allem für Paramount werden. Um die Warner-Aktionäre bei der Stange zu halten, hatte der Konzern zusätzliche Zahlungen für jedes Quartal nach dem 30. September zugesagt, sollte der Abschluss sich hinziehen. Das dürfte Paramount schätzungsweise 650 Millionen Dollar pro Vierteljahr kosten — Zeit spielt hier gegen den Käufer.
Hinter dem Bieterwettstreit steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, eines bekannten Unterstützers von Präsident Donald Trump. Paramount hatte im vergangenen Jahr Netflix überboten, das sich zunächst mit Warner auf einen Teilverkauf des Streaming- und Studiogeschäfts geeinigt hatte. Am Ende sicherte sich Paramount den gesamten Konzern inklusive der Fernsehsender wie CNN, wofür Kritiker eine mögliche Gefahr für die redaktionelle Unabhängigkeit des Nachrichtensenders sehen.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die Paramount-Aktie schloss zuletzt 2,06 Prozent tiefer bei 8,57 US-Dollar, vorbörslich zeigte sich das Papier mit einem leichten Plus von 0,35 Prozent auf 8,60 US-Dollar wieder etwas fester. Warner Bros Discovery gab deutlicher nach und notierte 3,76 Prozent leichter bei 25,86 US-Dollar.
Die zweiwöchige Frist läuft nun. Danach entscheidet das Gericht, ob es die einstweilige Verfügung in eine längerfristige Blockade umwandelt — und damit den gesamten Zeitplan der Übernahme neu aufrollt.
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