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Paramount Global Aktie nach Kurssturz: Chance oder Value Trap für DACH-Anleger?

25.02.2026 - 11:33:42 | ad-hoc-news.de

Paramount Global kämpft mit Streaming-Konkurrenz, Schulden und Führungsfragen – doch einige Analysten sehen jetzt Übernahmefantasie und Erholungspotenzial. Wie sollten deutsche Anleger diese US-Medienaktie jetzt einordnen?

Paramount Global steht heftig unter Druck: Der US-Medienkonzern hinter Paramount Pictures, CBS und Pluto TV ringt an der Börse mit einem tiefen Vertrauensverlust. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich die Frage, ob die Aktie jetzt ein Schnäppchen oder eine klassische Value Trap ist.

Worum es für Ihr Depot konkret geht: Streaming-Krise, hohe Schulden, möglicher Strategiewechsel und immer wieder Übernahmegerüchte bewegen den Kurs. Wer aus der DACH-Region über Xetra, Tradegate oder US-Börsen investiert ist oder einen Einstieg plant, muss die Risiken und Chancen nüchtern einordnen. Was Sie jetzt wissen müssen...

Paramount Global ist auch im deutschsprachigen Raum kein Unbekannter: Marken wie MTV, Nickelodeon oder Paramount+ sind im Alltag präsent. Trotzdem ist die Aktie hierzulande vor allem ein Thema für risikobereite Anleger mit Fokus auf US-Medien- und Streamingwerte.

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Analyse: Die Hintergründe

Paramount Global notiert an der Nasdaq und ist damit für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz leicht zugänglich. Über Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder FlatExDegiro kann das Papier in der Regel per Sparplan oder Einmalkauf gehandelt werden, häufig sogar ohne klassische Ordergebühren.

Die Aktie hat in den vergangenen Jahren massiv an Wert verloren, weil das traditionelle TV-Geschäft in den USA schrumpft und die teure Expansion in den Streamingmarkt auf die Margen drückt. Zugleich lasten hohe Schulden auf der Bilanz, was in der aktuellen Hochzinsphase zum Problem wird.

Für den deutschsprachigen Raum ist wichtig: Paramount+ ist seit Ende 2022 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Damit konkurriert Paramount direkt mit Netflix, Disney+ und den lokalen Angeboten von RTL (RTL+) und ProSiebenSat.1 (Joyn). Der Erfolg dieser Plattform im DACH-Markt dürfte langfristig auch in die Bewertung der Aktie einfließen.

Geschäftsmodell im Umbruch

Paramount Global vereint mehrere Säulen:

  • Studios mit Kinohits und Serienproduktionen (Paramount Pictures)
  • TV-Sender wie CBS und Kabelsender (USA fokussiert)
  • Streaming mit Paramount+, Pluto TV (werbefinanziert) und weiteren Plattformen

Das klassische TV-Werbegeschäft war über Jahrzehnte ein stabiler Cashflow-Lieferant. Doch wie bei deutschen Medienhäusern (ProSiebenSat.1, RTL Group) gerät dieses Modell durch Streaming und fragmentierte Zielgruppen zunehmend unter Druck. Parallel erfordert der Aufbau eines globalen Streamingangebots enorme Investitionen in Inhalte und Technik.

Genau diese Doppelbelastung sorgt für die Kursunsicherheit: Paramount muss gleichzeitig das alte Geschäft stabilisieren und das neue skaliert profitabel machen. Solange Paramount+ keinen robusten positiven Cashflow liefert, bleibt der Finanzdruck hoch.

Relevanz für deutsche und österreichische Anleger

Für Anleger im DACH-Raum ist Paramount Global vor allem aus drei Gründen interessant:

  • Exponierung zu US-Medien und Streaming abseits der bekannten Schwergewichte wie Netflix oder Disney
  • Währungseffekt: Die Aktie notiert in US-Dollar, was Chancen und Risiken je nach EUR-USD-Kurs mit sich bringt
  • Mögliche Sondersituationen wie Übernahmen, Asset-Verkäufe oder strategische Allianzen

Anders als ein DAX-Titel wird Paramount in europäischen Indizes nicht berücksichtigt und landet daher nur selten automatisch in Standard-ETF-Portfolios von Anlegern in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Wer investiert, tut dies meist bewusst aktiv.

Streaming-Krieg auch im DACH-Markt

Paramount+ versucht, im deutschsprachigen Raum mit Eigenproduktionen, Hollywood-Filmen und bekannten Serien zu punkten. Kooperationen mit lokalen Telekommunikationsanbietern wie Deutsche Telekom, Vodafone oder Sky können helfen, Reichweite zu gewinnen. Genau hier liegt ein Hebel, der auch für die Aktie relevant ist: Skaliert die Nutzerbasis im DACH-Raum, steigen mittelfristig Einnahmen und Verhandlungsmacht bei Werbekunden.

Gleichzeitig ist der Markt gesättigt. Viele Haushalte in Deutschland und Österreich haben bereits ein oder zwei Streaming-Abos, zusätzliche Dienste konkurrieren direkt um das knappe Freizeitbudget. Das drückt die Preissetzungsmacht und zwingt alle Player, stärker über werbefinanzierte Modelle nachzudenken.

Schulden, Zinsen und Rating-Risiko

Eines der zentralen Risiken für die Paramount Global Aktie ist die Verschuldung. Steigende Zinsen in den USA erhöhen die Finanzierungskosten deutlich. Ratingagenturen haben bereits in der Vergangenheit durch Herabstufungen Druck auf den Kurs ausgeübt, weil eine schlechtere Bonität Refinanzierungen verteuert und Investoren abschreckt.

Für Anleger in der DACH-Region bedeutet das: Paramount verhält sich an der Börse eher wie ein zyklischer, kreditabhängiger Wert als wie ein defensiver Medienwert. Kursreaktionen auf Zinsentscheidungen der Fed können stärker ausfallen als bei schuldenärmeren Konkurrenten.

Übernahmefantasie und Konsolidierung

Regelmäßig kursieren Spekulationen, dass Paramount Global ein Übernahmekandidat sein könnte. In US-Medienberichten tauchen immer wieder Namen potenzieller Interessenten auf, von großen Techkonzernen bis hin zu Finanzinvestoren.

Es gibt Parallelen zur europäischen Medienlandschaft: Wie bei der geplanten, teils politisch sensiblen Konsolidierung um TF1, M6 oder bei Diskussionen um ProSiebenSat.1 zeigt sich, dass Medienübernahmen komplex sind. Kartellbehörden und politische Entscheidungsträger achten genau darauf, wie stark sich Medienmacht konzentriert.

Für DACH-Anleger sind Übernahmegerüchte zweischneidig: Kurzfristig können sie starke Kurssprünge erzeugen. Platzt eine Transaktion, droht allerdings eine ebenso heftige Gegenbewegung. Solche Fantasie sollte daher nie das Hauptinvestmentargument sein.

Handelbarkeit und Steuern für DACH-Investoren

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Paramount Global Aktie typischerweise über die US-Börsen Nasdaq oder NYSE gehandelt, teils auch über Plattformen wie Tradegate. Für Privatanleger gilt:

  • In Deutschland unterliegt der Gewinn der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Ausländische Quellensteuer auf Dividenden kann über die Steuererklärung angerechnet werden.
  • In Österreich fällt die Kapitalertragsteuer (KESt) an, die Banken üblicherweise automatisch einbehalten.
  • In der Schweiz werden Kursgewinne für Privatpersonen in der Regel nicht besteuert, Dividenden hingegen schon. US-Quellensteuern können je nach individueller Situation teilangerechnet werden.

Da Paramount Global in der Vergangenheit Dividenden zahlte, aber diese bei steigendem Finanzdruck auch kürzen oder aussetzen kann, sollten Anleger stets prüfen, ob sie die Aktie eher als Dividendenwert oder als Turnaround-Story sehen.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Analysten großer US- und europäischen Häuser sind bei Paramount Global seit längerem gespalten. Einige sehen eine klassische Value-Chance mit Substanz in Studios, Markenrechten und Immobilien. Andere warnen, dass der Umbau zum Streamingkonzern die Bilanz zu stark belastet.

In der Regel bewegen sich die Kursziele im Spektrum von deutlich unter dem früheren Hoch bis hin zu moderaten Aufschlägen gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Auffällig ist, dass viele Institute ihre Einstufung im Bereich "Halten" bzw. "Neutral" sehen, teils mit Verweis auf mangelnde Visibilität bei der Profitabilität des Streaminggeschäfts.

Einige Research-Häuser mit Fokus auf Medien- und Unterhaltungstitel betonen zudem, dass mögliche strategische Optionen wie der Verkauf von Sparten, Partnerschaften mit Tech-Konzernen oder eine stärkere Fokussierung auf besonders profitable Inhalte den fairen Wert anheben könnten. Diese Szenarien sind jedoch spekulativ und hängen stark von der künftigen Unternehmensführung und der Bereitschaft der Eigentümerstruktur ab.

Für Anleger im deutschsprachigen Raum, die direkt in US-Einzelaktien investieren, ist daher entscheidend: Paramount Global ist derzeit eher ein Spezialwert für informierte, risikobewusste Investoren als ein Basisbaustein für das Kernportfolio. Wer ein Engagement in Betracht zieht, sollte die Research-Berichte mehrerer Häuser lesen, die jüngsten Quartalszahlen im Detail analysieren und insbesondere auf die Entwicklung von Free Cashflow, Schuldenquote und Streaming-Abonnenten achten.

Im Zusammenspiel mit der globalen Zinsentwicklung, der Konsolidierung in der Medienbranche und dem Erfolg von Paramount+ im DACH-Markt bleibt die Aktie ein spannender, aber volatiler Titel. Für konservative Anleger gibt es im DAX, im SMI oder im ATX defensivere Alternativen. Für spekulative Investoren kann Paramount Global hingegen eine Beimischung mit Turnaround-Charakter darstellen, sofern das Risiko bewusst einkalkuliert wird.

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