Paradoxe, Intervention

Paradoxe Intervention: Prokrastinieren auf Rezept

07.02.2026 - 09:02:11

Die psychologische Methode der Symptomverschreibung nutzt geplantes Zögern, um den Teufelskreis der Prokrastination zu durchbrechen und Kontrolle zurückzugewinnen.

Statt gegen das Aufschieben anzukämpfen, planen Sie es einfach. Die paradoxe Intervention fordert genau das: Bewusstes Zögern soll den Teufelskreis der Prokrastination durchbrechen. Diese psychologische Strategie aus der Therapie gewinnt als unkonventioneller Produktivitäts-Hack an Aufmerksamkeit.

Was steckt hinter der „Symptomverschreibung“?

Die Methode stammt aus der systemischen Therapie. Dabei wird das problematische Verhalten – hier das Aufschieben – absichtlich und kontrolliert ausgeführt. Man verschreibt sich also das Symptom. Der Wiener Psychiater Viktor Frankl nutzte dieses Prinzip als „paradoxe Intention“ bereits gegen Angststörungen. Die bewusste Konfrontation soll dem Verhalten seine Macht nehmen.

Prokrastination ist oft ein innerer Konflikt: Ein Teil will die Aufgabe erledigen, ein anderer rebelliert gegen den Druck. Die Anweisung „Jetzt prokrastiniere bewusst!“ nimmt diesem Widerstand den Wind aus den Segeln. Es gibt plötzlich nichts mehr, wogegen man sich auflehnen kann.

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Zudem gewinnt man die Kontrolle zurück. Man ist kein Opfer mehr, sondern plant die Untätigkeit aktiv ein. Diese Unterbrechung des Musters kann festgefahrene Denkschleifen durchbrechen. Oft folgt auf die erzwungene Untätigkeit Langeweile – und plötzlich erscheint die eigentliche Aufgabe attraktiver.

So setzen Sie die Methode im Alltag um

Die Anwendung ist simpel. Ein Student, der nicht lernen kann, gibt sich die Anweisung: „Die nächste halbe Stunde sitze ich am Schreibtisch und tue absolut nichts für die Prüfung.“ Das bewusste Nichtstun kann den Impuls zum Anfängen auslösen.

Bei unliebsamen Hausarbeiten hilft dieser Ansatz ebenfalls. Planen Sie 15 Minuten ein, um bewusst das Chaos zu betrachten, ohne es zu beseitigen. Diese Konfrontation reduziert oft die emotionale Hürde. Der absurde Humor der Situation lockert sie zusätzlich auf.

Für wen ist dieser Ansatz geeignet?

Die Methode wirkt besonders gut bei Perfektionisten oder Menschen mit starkem Widerstand gegen Druck. Wenn klassische To-Do-Listen nur inneren Protest hervorrufen, kann dieser Ansatz die Spielregeln ändern.

Doch Vorsicht: Die Intervention ist kein Allheilmittel. Bei akuten Krisen oder sehr geringem Selbstwertgefühl kann die Aufforderung, negatives Verhalten zu verstärken, schaden. Einfache Formen eignen sich zur Selbsthilfe, komplexere Fälle gehören in die Hände eines Coaches oder Therapeuten.

Ein Werkzeug für mehr Selbstakzeptanz

In Zeiten von Burnout und Leistungsdruck wächst das Interesse an alternativen Strategien. Die paradoxe Intervention setzt auf Akzeptanz statt auf Optimierung um jeden Preis. Sie würdigt den Widerstand als Teil der menschlichen Erfahrung.

Solche psychologischen Ansätze dürften weiter an Popularität gewinnen – ob in Coaching-Programmen oder Mental-Health-Apps. Manchmal ist der produktivste Weg eben nicht der direkteste.

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