Paracetamol in der Schwangerschaft: Neue Studie entkräftet Autismus-Bedenken
17.01.2026 - 06:26:11Eine umfassende Analyse im Fachblatt The Lancet findet keine Belege für ein erhöhtes Risiko für Autismus oder ADHS bei Kindern. Die Ergebnisse widerlegen frühere Warnungen und stützen aktuelle Behandlungsleitlinien.
Die Verunsicherung war groß, als US-Behörden 2025 einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Schmerzmittel und neurologischen Entwicklungsstörungen andeuteten. Eine jetzt veröffentlichte, als Goldstandard eingestufte Studie liefert nun die bislang klarste Entwarnung. Sie fand in den Daten Hunderttausender Kinder keinen kausalen Zusammenhang.
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Methodisch robuste Analyse als Meilenstein
Unter Leitung von Professorin Asma Khalil von der University of London wertete ein internationales Team 43 Studien aus. Der Fokus lag auf besonders aussagekräftigen Geschwistervergleichsstudien. Dabei werden Kinder derselben Mutter verglichen – mit und ohne Paracetamol-Einnahme während der Schwangerschaft. Dieser Ansatz filtert genetische und umweltbedingte Störfaktoren heraus.
Die Meta-Analyse umfasste Daten von über 262.000 Kindern auf Autismus und 335.000 auf ADHS. Das Ergebnis ist eindeutig: Die pränatale Einnahme von Paracetamol erhöht das Risiko für diese Störungen nicht. Schwache Zusammenhänge in früheren Studien führen die Forscher auf andere Faktoren zurück – etwa die zugrundeliegende Erkrankung der Mutter oder genetische Prädispositionen.
Klare Handlungsempfehlung für Ärzte und Schwangere
Experten begrüßen die Studie als wegweisend für die klinische Praxis. Sie bestätigt die weltweiten Empfehlungen großer Gesundheitsorganisationen. Paracetamol bleibt damit das Mittel der ersten Wahl bei Schmerzen und Fieber in der Schwangerschaft.
Die Bedeutung dieser Sicherheitsbestätigung ist hoch, denn Alternativen sind rar. Von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen wird in der Schwangerschaft meist abgeraten. Die klare Botschaft lautet nun: Die Vermeidung eines wirksamen Medikaments aus unbegründeter Angst kann riskanter sein als dessen bestimmungsgemäße Einnahme.
Was bedeutet das für die Praxis?
Ärzte raten weiterhin zu einem verantwortungsvollen Umgang. Paracetamol sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis und so kurz wie möglich eingenommen werden. Unbehandeltes hohes Fieber oder starke Schmerzen bergen eigene Risiken für Mutter und Kind.
Die Studie soll Fehlinformationen korrigieren und das Vertrauen in evidenzbasierte Medizin stärken. Bei individuellen Fragen oder Unsicherheiten bleibt der Rat an Schwangere jedoch unverändert: Immer das Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker suchen.


