Palo, Alto

Palo Alto Networks übernimmt KI-Sicherheitspionier Koi

18.02.2026 - 02:30:12 | boerse-global.de

Palo Alto Networks übernimmt den Spezialisten Koi, um Kunden vor autonomen KI-Agenten zu schützen. Angriffe beschleunigen sich dramatisch und erfordern einen neuen Sicherheitsansatz.

Der Sicherheitskonzern Palo Alto Networks schließt eine gefährliche Lücke im Kampf gegen KI-gesteuerte Cyberangriffe. Am Dienstag gab das Unternehmen die Übernahme des Spezialisten Koi bekannt, um seinen Kunden Schutz vor der neuen Generation autonomer KI-Agenten zu bieten.

KI als Turbo für Cyberkriminelle

Die Dringlichkeit des Schrittes unterstreichen alarmierende Zahlen. Eine aktuelle Studie des hauseigenen Forschungsteams Unit 42 zeigt: Cyberangriffe haben sich dramatisch beschleunigt. In Extremfällen dauert der komplette Datendiebstahl nur noch 72 Minuten – viermal schneller als vor einem Jahr. Angreifer nutzen zunehmend gestohlene Identitäten, um sich unbemerkt in Systemen zu bewegen.

Gleichzeitig werden die Methoden raffinierter. Hyperrealistische Deepfakes und geklonte Stimmen manipulieren Mitarbeiter gezielt emotional, etwa durch gefälschte Notrufe von Angehörigen. Diese KI-generierten Attacken umgehen die rationale Skepsis der Opfer. Eine Rekordzahl neuer Software-Schwachstellen bietet Angreifern ständig neue Einfallstore.

Paradigmenwechsel: Vom Dateischutz zum Verhaltensmonitoring

Hier setzt die Technologie von Koi an. Bisherige Sicherheitslösungen blockieren schädliche Dateien. Die neue Realität sind jedoch KI-Agenten, die als legitime Prozesse agieren. Sie lesen, schreiben und verschieben Daten – oft außerhalb der Reichweite traditioneller Kontrollen. Diese „ultimativen Insider“ haben weitreichenden Zugriff und stellen ein kritisches Risiko dar.

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Der Ansatz der „Agentic Endpoint Security“ überwacht daher nicht Dateien, sondern das Verhalten von KI-Agenten, Plugins und Modellen. Ziel ist vollständige Transparenz und Kontrolle über das gesamte KI-Ökosystem am Arbeitsplatz. Unternehmen sollen so die Produktivitätsvorteile von KI sicher nutzen können.

Strategische Aufrüstung im Sicherheitswettlauf

Palo Alto Networks will die Koi-Technologie in seine führenden Plattformen Prisma AIRS und Cortex XDR integrieren. Kunden erhalten so eine umfassende Übersicht ihrer KI-Angriffsfläche und verbesserte Möglichkeiten für Prävention und Policy-Durchsetzung.

Der Deal ist Teil eines Branchentrends. Erst Anfang Februar kündigte der Konkurrent Proofpoint die Übernahme des KI-Sicherheitsspezialisten Acuvity an. Die großen Anbieter rüsten sich für den Schutz des „agentischen Arbeitsplatzes“. Der Markt für integrierte KI-Sicherheitsplattformen dürfte in den kommenden Jahren stark wachsen.

Neudefinition des Endpoints: Mensch und Maschine

Die Entwicklung zeigt: Der klassische Endpunkt – Laptop oder Server – ist überholt. Heute ist es ein komplexes Geflecht aus menschlichen Nutzern und autonomen KI-Helfern. Die unkontrollierte Nutzung von KI-Anwendungen durch Mitarbeiter, oft als „Schatten-KI“ bezeichnet, stellt bereits ein enormes Risiko dar.

Die Verteidigung muss sich grundlegend ändern: weg von reaktiver Abwehr, hin zur proaktiven Steuerung von Identitäten und Verhalten – bei Menschen und Maschinen. Kann die Abwehr mit der KI-gestützten Automatisierung der Angreifer Schritt halten? KI-native Prävention wird zur betrieblichen Notwendigkeit.

Für Unternehmen wird die Fähigkeit, KI sicher zu managen, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Es geht nicht mehr nur um Technologie, sondern um klare Richtlinien und geschulte Mitarbeiter. Das Wettrüsten im Cyberspace ist im KI-Zeitalter angekommen.

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