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Palo Alto Networks übernimmt KI-Sicherheitspionier Koi für 400 Millionen

17.02.2026 - 19:49:12

Der Cybersicherheitskonzern schließt eine kritische Lücke im Kampf gegen KI-gesteuerte Cyberangriffe und integriert die Technologie in seine Plattformen.

Palo Alto Networks schließt mit der Übernahme des israelischen Start-ups Koi eine kritische Lücke im Kampf gegen KI-gesteuerte Cyberangriffe. Für rund 400 Millionen Euro sichert sich der Cybersicherheitsriese eine Schlüsseltechnologie für die neue Ära der künstlichen Intelligenz.

Die Transaktion unterstreicht die aggressive Expansionsstrategie des Unternehmens, das erst kürzlich die Übernahmen von CyberArk für 25 Milliarden Dollar und Chronosphere für 3,35 Milliarden Dollar abgeschlossen hat. Die Technologie von Koi soll nahtlos in die bestehenden Plattformen Prisma AIRS und Cortex XDR integriert werden. Ziel ist es, Kunden die nötige Transparenz und Kontrolle für den sicheren Einsatz von KI-Anwendungen zu bieten.

Die unsichtbare Gefahr: KI-Agenten als neue Angriffsfläche

Die zunehmende Verbreitung von KI-Tools und autonomen Agenten in Unternehmen hat eine gefährliche, neue Front eröffnet. Im Gegensatz zu traditioneller Malware können diese Agenten aktiv Daten lesen, verschieben und manipulieren. Sie agieren oft mit weitreichenden Berechtigungen und umgehen dabei klassische Sicherheitsvorkehrungen, die für diese Art von Bedrohung nicht ausgelegt sind.

Angreifer nutzen bereits Schwachstellen in Agenten-Frameworks aus – von der Umgehung der Authentifizierung bis zur Ausführung von Schadcode. Sie können die Identität von Agenten fälschen und vertrauenswürdige Automatisierungsprozesse als Waffe einsetzen. Dieser rasante Wandel hat einen blinden Fleck in der IT-Sicherheit geschaffen. Palo Alto Networks spricht hier von „Agentic Endpoint Security“, einer neuen Disziplin zum Schutz von Erweiterungen, Plugins und Skripten, die das Verhalten von Endgeräten zunehmend steuern.

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Kois Technologie: Vom Militär-Geheimdienst zur KI-Abwehr

Das 2024 gegründete Start-up Koi hat sich schnell als Spezialist für die Sicherung KI-nativer Umgebungen etabliert. Die Gründer – Veteranen der berühmten Eliteeinheit 8200 der israelischen Streitkräfte – entwickelten eine Software-Engine, die selbst große Sprachmodelle (LLMs) zur Erkennung von Malware und Schwachstellen einsetzt.

Die Integration in die Plattformen von Palo Alto Networks soll die Abdeckung kritischer KI-Operationen erweitern. „KI-Agenten sind die ultimativen Insider“, erklärt Lee Klarich, Chief Product & Technology Officer bei Palo Alto Networks. „Sie haben vollen Zugriff, operieren aber außerhalb der Reichweite traditioneller Sicherheit. Mit Koi schließen wir diese Lücke.“

Strategischer Baustein für das KI-Zeitalter

Die Übernahme ist kein Einzelfall, sondern ein zentraler Pfeiler in der Plattformstrategie von Palo Alto Networks. CEO Nikesh Arora betont seit Langem die Notwendigkeit, Endpoint-Lösungen zu konsolidieren, während KI den gesamten Sicherheitssektor revolutioniert.

Durch die Integration von Koi stärkt das Unternehmen sein Portfolio als Anbieter von Ende-zu-Ende-Sicherheit für KI-gestützte Unternehmen. Dieser Kurs wird durch die frühere Übernahme von Chronosphere untermauert, die die Verwaltung der riesigen Datenmengen für KI-Operationen verbessern soll.

Schneller Exit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit

Für Koi und seine Investoren, darunter Team8 und Battery Ventures, bedeutet der Deal einen bemerkenswerten Erfolg. Das Start-up hatte zuvor nur 48 Millionen Dollar an Kapital eingesammelt. Die Transaktion unterstreicht den hohen Marktwert spezialisierter KI-Sicherheitslösungen.

Die Aktie von Palo Alto Networks gab nach der Ankündigung zwar leicht um 3,7 Prozent nach. Analysten sehen den Schritt dennoch als entscheidend für die langfristige Positionierung. Die erfolgreiche Integration wird nun zum Schlüssel. Unternehmen, die KI-Tools einsetzen, verlangen nach robusten Sicherheitslösungen, die über herkömmliche Methoden hinausgehen. Palo Alto Networks positioniert sich mit dieser Akquisition genau für diesen wachsenden Bedarf. Weitere strategische Einblicke werden für heute in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen erwartet.

@ boerse-global.de

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