Palantir Aktie: 97er-KGV bremst trotz 85% Wachstum
19.05.2026 - 04:11:00 | boerse-global.dePalantir liefert Zahlen, für die viele Softwareunternehmen beneidet würden. Die Aktie wirkt trotzdem angeschlagen. Der Grund liegt nicht in einem einzelnen Quartal, sondern in einer Mischung aus hoher Bewertung, politischen Widerständen und nachlassender Risikofreude bei KI-Softwarewerten.
Am Montag notierte die Aktie bei 114,26 Euro und lag knapp ein Prozent im Minus. Seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang auf gut 20 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch ist der Kurs inzwischen rund 36 Prozent entfernt.
Starke Zahlen reichen nicht
Operativ läuft es für Palantir weiter auffällig stark. Im ersten Quartal lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 0,33 Dollar, erwartet worden waren 0,28 Dollar. Auch der Umsatz übertraf mit 1,63 Milliarden Dollar die Konsensschätzung von 1,54 Milliarden Dollar.
Der Nettogewinn vervielfachte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich. Der Umsatz wuchs um 85 Prozent, der Rule-of-40-Wert erreichte 145 Prozent. Genau hier beginnt aber das Problem: Die Aktie wird mit rund 97-fachen erwarteten Gewinnen gehandelt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Palantir?
Bei einer solchen Bewertung reicht starkes Wachstum allein nicht immer aus. Jede Andeutung einer Verlangsamung kann Druck auslösen. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren, wenn gleichzeitig politische Reibungspunkte auftauchen.
Deutschland wird zum Störfaktor
Aus Deutschland kam zuletzt Gegenwind. Die Bundeswehr schloss Palantir aus dem Beschaffungsprozess für ein militärisches Cloud-System aus. Digitalminister Karsten Wildberger sprach sich für eine langfristige europäische Alternative aus.
Auch Sicherheitsbedenken spielen eine Rolle. Bundeswehr-Cyberchef Thomas Daum verwies auf Risiken, wenn Industriepersonal Zugang zu nationalen Militärdatenbanken erhält. Parallel erhielt das französische Unternehmen ChapsVision den Zuschlag für Software zur Analyse großer Datenmengen beim Bundesamt für Verfassungsschutz.
Die Bundeswehr testet europäische Alternativen, darunter Almato, Orcrist und ChapsVision. Palantir-Chef Alex Karp zeigte sich in einem Interview überrascht über die Haltung der Bundeswehr und verteidigte den Einsatz der Verteidigungstechnologien seines Unternehmens.
Analysten bleiben gespalten
Die Einschätzungen an der Wall Street liegen weit auseinander. Rosenblatt-Analyst John McPeake erhöhte am 5. Mai sein Kursziel von 200 auf 225 Dollar und bleibt positiv. Seine Begründung: Palantirs Ontologie-Schicht sei ein schwer kopierbarer Wettbewerbsvorteil.
Wedbush liegt mit 230 Dollar sogar noch höher. Am anderen Ende steht RBC Capital mit 90 Dollar, während DA Davidson das Ziel von 180 auf 165 Dollar senkte. Diese Spanne zeigt, wie stark die Bewertung von Annahmen über künftiges Wachstum abhängt.
Hinzu kommt Verkaufsdruck aus dem Privatanlegerlager. In der Woche bis zum 13. Mai flossen netto 82 Millionen Dollar aus Palantir-Aktien ab. Insiderverkäufe sorgten ebenfalls für Aufmerksamkeit: Über die vergangenen 90 Tage lag das Verhältnis von Verkäufen zu Käufen bei 9,3 zu 1.
Palantir vor dem Wendepunkt? Diese Analyse zeigt, was Anleger jetzt wissen müssen.
Ausblick bleibt ambitioniert
Die Prognose des Managements bleibt dagegen robust. Für das zweite Quartal erwartet Palantir 1,8 Milliarden Dollar Umsatz, während der Konsens bei 1,68 Milliarden Dollar liegt. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar an, was einem Wachstum von 71 Prozent entspräche.
Der verbleibende Leistungsverpflichtungsbestand von 4,45 Milliarden Dollar stützt diese Perspektive. Er zeigt, dass Nachfrage vertraglich bereits in relevantem Umfang angelegt ist. Der Markt verlangt nun aber mehr als starke Schlagzeilenzahlen.
Am 3. Juni rückt die Hauptversammlung in den Blick, unter anderem mit zwei Aktionärsanträgen zu Menschenrechtsprüfungen im Verteidigungsgeschäft. Im August folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann muss Palantir zeigen, dass der Auftragsbestand weiter in Wachstum mündet und die politische Debatte die Nachfrage im Kernkundengeschäft nicht ausbremst.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 19. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
So schätzen die Börsenprofis Palantir Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
