Palantir Aktie: 870,5 Millionen Nettogewinn vervierfacht
17.05.2026 - 09:30:11 | boerse-global.deRekordwachstum, fallender Kurs: Bei Palantir passt die operative Dynamik derzeit nicht zur Börsenstimmung. Das Softwarehaus übertrifft Erwartungen, hebt die Prognose an und verdient deutlich mehr. Trotzdem bleibt die Aktie unter Druck, weil die Bewertung wenig Fehler verzeiht.
Am Freitag schloss die Aktie bei 115,38 Euro, ein Plus von 0,70 Prozent. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Minus von 19,37 Prozent auf der Tafel. Der Kurs liegt zudem klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt, was den angeschlagenen technischen Eindruck stützt.
Wachstum läuft heiß
Palantir steigerte den Umsatz im ersten Quartal um 85 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 1,54 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie lag das Unternehmen über den Erwartungen.
Der Nettogewinn vervierfachte sich annähernd auf 870,5 Millionen Dollar. Besonders stark lief das US-Geschäft mit Unternehmenskunden: Dort sprang der Umsatz um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Palantir?
Auch das Regierungsgeschäft blieb ein Wachstumstreiber. Die Erlöse legten um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar zu. Der verbleibende Auftragswert stieg kräftig, was den Umsatzpfad der kommenden Quartale besser absichert.
Das Management legte bei der Jahresprognose nach. Die neue Umsatzspanne liegt bei 7,656 Milliarden Dollar und damit über dem bisherigen oberen Erwartungsbereich des Marktes. Für das zweite Quartal peilt Palantir 1,8 Milliarden Dollar Umsatz an.
Bewertung bleibt der Stolperstein
Die Zahlen erklären nur die eine Hälfte der Geschichte. Die andere ist die Bewertung. Palantir wird trotz Kursrückgangs weiterhin mit einem sehr hohen Vielfachen auf die erwarteten Gewinne gehandelt.
Beim Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt die Aktie auf Basis der Schätzungen für das laufende Jahr bei gut 40. Für das Folgejahr sinkt der Multiplikator auf 28. Das ist weniger, aber immer noch anspruchsvoll.
Die Profitabilität verbessert sich spürbar. Die Marge liegt inzwischen bei 53 Prozent, der bereinigte freie Cashflow erreichte im Quartal 925 Millionen Dollar. Genau deshalb fällt die Debatte so scharf aus: Operativ liefert Palantir, die Börse ringt mit dem Preis dafür.
Rosenblatt sieht weiter erhebliches Potenzial und erhöhte das Kursziel auf 225 Dollar. Die Bank verweist vor allem auf Palantirs Fähigkeit, künstliche Intelligenz in großen Organisationen praktisch nutzbar zu machen. DA Davidson bleibt vorsichtiger und senkte das Kursziel auf 165 Dollar.
Palantir vor dem Wendepunkt? Diese Analyse zeigt, was Anleger jetzt wissen müssen.
Hauptversammlung bringt ESG-Druck
Neben der Bewertung rückt die Hauptversammlung näher. Am 3. Juni stimmen Aktionäre über Anträge zu erweiterten Angaben bei Verteidigungsaufträgen und über eine unabhängige Menschenrechtsprüfung ab.
Hinter einem Antrag stehen Anteilseigner mit einem verwalteten Vermögen von 336,1 Milliarden Dollar. Sie fordern mehr Transparenz darüber, wie staatliche Kunden Palantir-Software einsetzen könnten. Der Verwaltungsrat lehnt die Vorschläge ab und verweist unter anderem auf rechtliche sowie geheimhaltungsrelevante Grenzen.
Bis zur Hauptversammlung bleibt Palantir damit ein seltener Fall: starkes Wachstum, hohe Margen, angehobene Ziele — und trotzdem ein Aktienkurs, der deutlich unter seinem Hoch notiert. Der nächste operative Prüfstein folgt im August mit den Quartalszahlen.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 17. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
