Palantir Aktie: 4,4 Prozent Minus nach Trump-Order
03.06.2026 - 20:47:48 | boerse-global.deTrumps neue KI-Verordnung, ein hartnäckiger Leerverkäufer und ein RSI von 86 — Palantir hat an diesem Mittwoch gleich mehrere Gegenwindfaktoren zu verdauen. Der Kurs gibt rund 4,4 Prozent nach und notiert bei 125,36 Euro.
Trumps KI-Erlass trifft Regierungsdienstleister besonders
Präsident Trump unterzeichnete am Dienstag eine Executive Order zur Aufsicht über künstliche Intelligenz. Sie verpflichtet Entwickler besonders leistungsfähiger KI-Modelle, ihre Systeme bis zu 30 Tage vor der öffentlichen Veröffentlichung freiwillig einer staatlichen Sicherheitsprüfung zu unterziehen. Bundesbehörden sollen außerdem Benchmarks für Cyberrisiken entwickeln und ein zentrales „AI Cybersecurity Clearinghouse" aufbauen.
Für Palantir ist das heikel. Das Unternehmen erwirtschaftet einen erheblichen Teil seines Umsatzes mit US-Regierungsbehörden — und zählt damit zu den Anbietern, die von solchen Prüfpflichten am stärksten betroffen sein dürften. Der Erlass erhöht den Compliance-Aufwand und könnte Produkteinführungen verzögern.
Burry bleibt short — und nennt Palantir eine Sandburg
Parallel dazu erneuerte Michael Burry seine Skepsis. In einem neuen Substack-Beitrag beschreibt er ein Kopf-Schulter-Muster im Chart als Zeichen nachlassender Euphorie. Sein Kernvorwurf: Die Bewertung. Burry schätzt, dass Palantir mit rund dem 16-Fachen seines IV15-Wertes gehandelt wird, und nennt das Papier „eine Sandburg" — getragen allein vom KI-Narrativ.
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Insider-Daten stützen seine Zurückhaltung: In den vergangenen drei Monaten wurden Aktien im Wert von 422,5 Millionen Dollar verkauft, ohne eine einzige gemeldete Kauftransaktion.
Starke Zahlen, aber teuer bewertet
Das Geschäft läuft unterdessen auf Hochtouren. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Gesamtumsatz um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft legte sogar um 104 Prozent zu, der US-Kommerzialsegment allein um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Der bereinigte freie Cashflow erreichte 925 Millionen Dollar bei einer Marge von 57 Prozent.
Das Management hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf einen Mittelpunkt von 7,656 Milliarden Dollar an — die größte Anhebung in der Unternehmensgeschichte. Für das zweite Quartal liegt die Guidance zwischen 1,797 und 1,801 Milliarden Dollar.
Allerdings belastet die aktienbasierte Vergütung die GAAP-Profitabilität weiterhin erheblich: Allein im ersten Quartal summierten sie sich auf 202 Millionen Dollar.
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Technisches Bild: überkauft, aber über dem 50-Tage-Schnitt
Trotz des heutigen Rücksetzers liegt die Aktie mit rund 3 Prozent noch über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 121,48 Euro. Der RSI von 86,3 signalisiert eine deutlich überkaufte Lage — ein Niveau, das bei weiteren negativen Nachrichten schnell Verkaufsdruck auslösen kann. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 12,4 Prozent zu Buche, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum zulegte.
Die Hauptversammlung fand ebenfalls am heutigen Mittwoch statt. Konkrete Signale zum weiteren Umgang mit der aktienbasierten Vergütung oder zur Wachstumsstrategie im Regierungsgeschäft hätten das Potenzial, die Stimmung kurzfristig zu drehen — oder den Druck weiter zu verstärken.
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