Palantir Aktie: 300-Millionen-Deal mit US-Ministerium
02.06.2026 - 13:24:01 | boerse-global.dePalantir läuft wieder heiß. Die KI-Story zieht, die operativen Zahlen sind stark, und neue Regierungsaufträge stützen das Wachstum. Trotzdem bleibt der Kernkonflikt scharf: Die Bewertung verlangt nahezu perfekte Ausführung.
Am Dienstag notiert die Aktie bei 135,30 Euro und verliert 1,96 Prozent. Auf Wochensicht steht trotzdem ein Plus von 15,19 Prozent.
Das passt zum Bild der vergangenen Tage. Der Markt kauft die KI-Fantasie zurück, bleibt aber nervös bei jeder Bewertungsdebatte. Kein Wunder, dass die Aktie trotz starker Daten nicht frei durchläuft.
Rally mit Warnsignal
Am 1. Juni stieg Palantir im US-Handel von 156,54 auf 160,65 Dollar. Der Titel setzte damit seine jüngste Gewinnserie fort.
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In sieben der letzten zehn Sitzungen legte die Aktie zu. Über zwei Wochen summiert sich der Anstieg auf fast 20 Prozent. Das Handelsvolumen lag dabei klar über dem üblichen Schnitt.
Technisch wirkt der Lauf bereits angespannt. Der Kurs liegt deutlich über der kurzfristigen Durchschnittslinie, aber noch knapp unter dem langfristigen Trendmaß. Der RSI von 86,3 signalisiert eine überhitzte kurzfristige Lage.
Rekordquartal stützt die Story
Operativ liefert Palantir die Argumente für die Optimisten. Der Umsatz wuchs im Quartal um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar.
Besonders stark bleibt der Heimatmarkt. Der US-Umsatz stieg um 104 Prozent auf 1,282 Milliarden Dollar. Das kommerzielle US-Geschäft legte sogar um 133 Prozent zu.
Auch die Deal-Dynamik ist robust. Palantir schloss 206 Verträge mit einem Volumen von mehr als einer Million Dollar ab.
Ein Teil davon war deutlich größer. 47 Abschlüsse erreichten mindestens zehn Millionen Dollar. Das zeigt, dass die Plattform nicht nur getestet, sondern breiter gekauft wird.
Der Vorstand erhöhte auch die Umsatzprognose. Für das laufende Jahr erwartet Palantir nun 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar. Die Markterwartung lag zuvor bei 7,27 Milliarden Dollar.
Diese Kombination aus Wachstum und Profitabilität bleibt selten. Palantir verweist auf einen Rule-of-40-Wert von 145 Prozent. Darin stecken 85 Prozent Umsatzwachstum und eine bereinigte operative Marge von 60 Prozent.
Regierungsaufträge öffnen neue Felder
Ein weiterer Treiber kommt aus dem öffentlichen Sektor. Palantir gewann einen Vertrag über 300 Millionen Dollar mit dem US-Landwirtschaftsministerium. Die Plattform soll helfen, die amerikanische Lebensmittel-Lieferkette zu überwachen und abzusichern.
Das ist wichtig, weil Palantir damit über klassische Verteidigungsanwendungen hinauswächst. Parallel bestehen weiterhin Vereinbarungen mit dem israelischen Militär, dem US-Verteidigungsministerium und der NATO. Die Regierungsnachfrage bleibt damit ein zentraler Wachstumspfeiler.
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Bewertung bleibt der Knackpunkt
Die Kehrseite ist brutal schlicht: Palantir ist teuer. Die Aktie wird mit dem 72-Fachen des Umsatzes bewertet und gehört damit zu den teuersten Titeln im S&P 500.
Optimisten sehen darin den Preis für eine seltene KI-Plattform. Wedbush-Analyst Dan Ives nennt Palantir den „Goldstandard“ bei KI-Anwendungsfällen. Morgan-Stanley-Analyst Sanjit Singh sieht das Unternehmen als aufkommenden Standard für Enterprise-KI.
Der Kursziel-Median für ein Jahr liegt bei 200 Dollar. Das würde ein Aufwärtspotenzial von 28 Prozent bedeuten.
Skeptiker sehen dagegen ein anderes Risiko. Wenn KI die Softwarebranche selbst stärker verändert als erwartet, könnten Margen und Preismacht unter Druck geraten. Bei einer Bewertung wie Palantir sie trägt, reicht schon weniger Euphorie für kräftige Ausschläge.
Palantir hat GAAP-Betriebsgewinn und Nettogewinn für jedes Quartal des Jahres in Aussicht gestellt. Wird dieses Versprechen mit weiterem US-Wachstum unterlegt, bleibt die hohe Bewertung erklärbar. Schwächere Dynamik würde den Umsatzmultiplikator schnell angreifbar machen.
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