Oxford Square Capital Aktie: NAV bricht um 22 Prozent ein
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 04:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Oxford Square Capital kämpft an mehreren Fronten. Das Geschäftsmodell der US-Beteiligungsgesellschaft steht unter Druck. Ein drastischer Rückgang des Substanzwerts alarmiert derzeit die Anteilseigner.
Die jüngsten Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 enttäuschten. Das gesamte Anlageergebnis sank auf rund 8,9 Millionen US-Dollar. Im Vorquartal lagen die Einnahmen noch bei 10,4 Millionen US-Dollar. Analysten hatten mit einem deutlich besseren Wert von 9,84 Millionen US-Dollar gerechnet.
Parallel dazu verfehlte das Netto-Anlageergebnis je Aktie die Erwartungen. Mit 0,05 US-Dollar blieb das Unternehmen hinter den Prognosen zurück. Experten kalkulierten im Vorfeld mit mindestens 0,06 US-Dollar.
Bilanzielle Erosion setzt sich fort
Die Vermögenswerte schrumpften im Quartalsverlauf erheblich. Der operative Nettoverlust stieg auf 29,7 Millionen US-Dollar. Das entspricht einer Zunahme von über 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Marktteilnehmer bewerten die Entwicklung des Nettoinventarwerts (NAV) besonders kritisch. Dieser sank innerhalb von drei Monaten von 1,69 auf 1,32 US-Dollar je Aktie. Ein Einbruch von fast 22 Prozent in einem einzigen Quartal ist für eine BDC ungewöhnlich heftig.
Trotz dieser Erosion hält das Management an der monatlichen Ausschüttung fest. Bis September sollen weiterhin 0,035 US-Dollar fließen. Rechnerisch ergibt das eine Quartalsdividende von 10,5 Cent.
Zweifel an der Dividende wachsen
Hier klafft eine gefährliche Lücke. Das aktuelle Netto-Anlageergebnis deckt die Auszahlung nur zu knapp 48 Prozent. Oxford Square gab bereits 7,2 Millionen neue Aktien über den Markt aus, um die Liquidität zu stützen. Der Nettoerlös lag bei rund 12,3 Millionen US-Dollar.
Das Umfeld für private Kreditfinanzierungen bleibt derweil schwierig. Das Neugeschäft im Bereich der Direktkredite kühlte im zweiten Quartal spürbar ab. Berichte über steigenden Rückgabedruck bei großen Kreditfonds belasten die allgemeine Stimmung im Sektor.
An der Börse spiegelt sich diese Skepsis wider. Mit einem Kurs von 1,17 Euro notiert die Aktie rund 22 Prozent unter ihrem 200-Tage-Schnitt. Zwar konnte sich der Titel vom Jahrestief bei 0,89 Euro erholen, die Dynamik bleibt aber neutral.
Oxford Square Capital wird voraussichtlich Ende Juli die Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Dieser Termin gilt als entscheidende Wegmarke. Dann zeigt sich, ob die Gesellschaft die Ertragskraft stabilisieren kann oder ob die Dividende zur Disposition steht.
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