Ouster übernimmt StereoLabs für vereinte KI-Sensorik
09.02.2026 - 13:52:12Ouster schluckt den KI-Vision-Pionier StereoLabs und will damit die erste einheitliche Sensorplattform für physische KI-Systeme schaffen. Der Deal festigt die Position des Lidar-Spezialisten im hart umkämpften Automationsmarkt.
Der Kauf von StereoLabs für rund 35 Millionen Euro in Bar und Aktien ist ein strategischer Schachzug. Ouster, bisher vor allem für seine hochpräzisen digitalen Lidar-Sensoren bekannt, integriert damit marktführende Stereokameras und KI-Software in sein Portfolio. Das Ziel: Entwicklern das mühsame Zusammenführen unterschiedlicher Sensortechnologien abnehmen.
„Die Zukunft der Autonomie liegt nicht in einem einzelnen Sensortyp, sondern in der intelligenten Fusion komplementärer Technologien“, lautet die Überzeugung bei Ouster. Lidar liefert präzise Entfernungsdaten auch bei Dunkelheit, Stereokameras hingegen die farbigen Textur- und Klassifizierungsinformationen. Beides vereint soll die Zuverlässigkeit von Robotern und autonomen Systemen in Fabriken, Logistikzentren oder im Straßenverkehr deutlich erhöhen.
Passend zum Thema „Physical AI“ — seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln für KI‑Systeme. Entwickler und Hersteller, die Lidar‑ und Stereokamera‑Daten fusionieren (wie es nach der Ouster‑Akquisition geplant ist), stehen vor Pflichten zu Risikoklassifizierung, Kennzeichnung und Dokumentation. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Nachweise und Übergangsfristen gelten und wie Sie Ihre SDKs rechtssicher vorbereiten. Unverzichtbar für Produktteams und Integratoren, die Verzögerungen und Sanktionen vermeiden wollen. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Ein profitables Wachstumsgeschäft
Finanziell scheint der Deal für Ouster ein Volltreffer. StereoLabs erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen unauditierten Umsatz von etwa 16 Millionen Euro und ist bereits EBITDA-positiv. Das stärkt die Bilanz des Lidar-Unternehmens, das selbst den Weg zur nachhaltigen Profitabilität sucht. Die Führungsteams um die StereoLabs-Gründer bleiben an Bord, um Kontinuität für die über 10.000 Kunden weltweit zu gewährleisten.
Seit 2010 hat StereoLabs über 90.000 seiner ZED-Kameras verkauft. Die Technologie kommt in Landwirtschaft, Bauwesen und Logistik zum Einsatz. Diese breite Anwenderbasis eröffnet Ouster völlig neue Märkte. Bisher war Lidar oft eine teure Lösung für Premium-Anwendungen. Mit den kostensensitiven Stereokameras kann Ouster nun auch volumenstarke Märkte für kleinere Roboterplattformen bedienen.
Kampf um die Sensorfusion
Der Markt für Robotik und Automation reift rapide. Der Fokus verschiebt sich von Prototypen zur serienreifen Integration. Genau hier setzt Ousters Strategie an. Die Sensorfusion – das Kalibrieren und Synchronisieren von Datenströmen verschiedener Sensoren – gilt als eine der größten technischen Hürden. Ouster will diese Komplexität in eine „Blackbox“ auslagern: Eine vorgefertigte, kombinierte Hardware-Software-Lösung, die Hersteller einfach in ihre Geräte einbauen können.
Diese integrierte Herangehensweise könnte ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Viele Konkurrenten setzen auf Einzellösungen, etwa reine Kamera- oder Radarsysteme. Ousters dualer Ansatz verspricht hingegen eine robustere und vielseitigere Wahrnehmung. Für Gerätehersteller wird die Auslagerung dieser Kernkompetenz zunehmend attraktiv, damit sie sich auf ihre eigentlichen Anwendungen konzentrieren können.
Roadmap: Von der Hardware zur intelligenten Plattform
Die unmittelbare Aufgabe ist nun die technische Integration. Ouster plant, die bewährte ZED-Kamerareihe fortzuführen und künftig Pakete mit eigenen Lidar-Sensoren anzubieten. Die Entwicklungsteams beider Unternehmen arbeiten bereits an vereinheitlichten Software Development Kits (SDKs).
Diese Software-Strategie ist zentral. Der Wert liegt immer weniger in der reinen Hardware, sondern in der Intelligenz der Wahrnehmungssoftware. Eine einzige Schnittstelle, über die Entwickler auf die Datenströme von Lidar und Kamera zugreifen können, würde die Einarbeitungszeit drastisch verkürzen und die Entwicklung autonomer Systeme beschleunigen.
Mit dieser Akquisition positioniert sich Ouster als potenzieller Grundversorger für die aufkeimende „Physical AI“-Wirtschaft. Während generative KI die digitale Welt revolutioniert, benötigt die physische KI zuverlässige Sensoren, um in der realen, dynamischen Welt sicher agieren zu können. Ouster setzt darauf, dass diese Schnittstelle zwischen digitaler Intelligenz und physischem Handeln zu einem der wertvollsten Märkte der kommenden Jahre wird.
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