Otto, Group

Otto Group setzt mit NVIDIA auf KI-gesteuerte Roboter-Koordination

22.01.2026 - 17:00:12

In einem strategischen Schulterschluss mit dem KI-Chip-Spezialisten NVIDIA und dem IT-Dienstleister Reply will der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group seine Logistik revolutionieren. Kern des Projekts ist eine KI-gesteuerte „Robotic Coordination Layer“, die mithilfe digitaler Zwillinge verschiedene Roboterflotten zentral orchestrieren soll. Das Ziel: mehr Effizienz, schnellere Lieferungen und ein neuer Maßstab für die Lagerautomatisierung.

Bisher agieren Roboter in Lagern oft isoliert. Die Otto Group will nun mit Partnern ein ganzheitliches Ökosystem schaffen. Herzstück ist ein hochdetaillierter, physikbasierter digitaler Zwilling des Lagerhauses, entwickelt von Roboverse Reply. Als „virtueller Probelauf“ dient er dazu, Roboterflotten zu simulieren, zu trainieren und zu managen, bevor sie physisch zum Einsatz kommen. Die Daten für diese virtuelle Welt sammelte der mobile Roboter Spot von Boston Dynamics.

Die technologische Basis liefert NVIDIA mit der Plattform Omniverse für die Erstellung der digitalen Zwillinge und Isaac Sim für das Training der KI-Roboter. Diese Kombination ermöglicht es, das Zusammenspiel autonomer Fahr- und stationärer Systeme risikofrei zu testen und zu optimieren.

Anzeige

Passend zum Thema KI: Seit dem 1. August 2024 ist die EU‑KI‑Verordnung in Kraft. Unternehmen, die KI in Robotik, digitalen Zwillingen oder Koordinationsschichten einsetzen — wie das Otto‑Projekt mit Omniverse und Isaac Sim — müssen jetzt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierungen und Dokumentationsanforderungen beachten. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Pflichten sofort gelten und welche Fristen wichtig sind, damit Ihr KI‑Einsatz rechtssicher bleibt. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Pilotprojekt im Hermes-Zentrum Löhne

Die erste große Bewährungsprobe startet im Hermes-Fulfilment-Zentrum im niedersächsischen Löhne. Der Standort dient als Blaupause für die geplante Einführung in allen 120 Logistikstandorten der Gruppe. Im digitalen Zwilling können Manager Lagerlayouts virtuell umgestalten, die Integration neuer Roboter simulieren oder Reaktionen auf Stoßzeiten modellieren – ohne den laufenden Betrieb zu stören.

Dieser „Train-in-Simulation“-Ansatz soll teure Stillstandzeiten und lange Einführungsphasen bei neuer Automatisierungshardware drastisch reduzieren. Nach der Erstellung des Zwillings durch Reply übernimmt die Otto Group die Entwicklung der Kernsysteme und Schnittstellen.

Schlüsselvorteil: Überwindung von Technologie-Silos

Ein strategischer Vorteil der neuen Koordinationsschicht ist ihre Interoperabilität. Die Plattform soll verschiedene Roboterflotten unterschiedlicher Hersteller nahtlos mit dem zentralen Warehouse Management System (WMS) verbinden. So können unterschiedliche Roboter effektiv kommunizieren und zusammenarbeiten – ein entscheidender Schritt zum intelligenten, vereinheitlichten Automatisierungsökosystem.

„Die Partnerschaft mit NVIDIA und Reply hebt unsere intelligente Automatisierung auf das nächste Level“, sagt Kay Schiebur, Vorstandsmitglied Services der Otto Group. Sie schaffe die Grundstruktur für die Roboter-Kommunikation und ermögliche es, Roboterlösungen schnell in den komplexen Betrieb zu skalieren.

Millionen-Investition in die „Physical AI“

Die Kooperation ist eine signifikante Multi-Millionen-Euro-Investition eines der größten Online-Händler Europas in die sogenannte Physical AI – also die Verkörperung von Künstlicher Intelligenz in Maschinen, die mit der physischen Welt interagieren. Während viele Unternehmen KI erforschen, demonstriert Otto Group hier eine praktische, großmaßstäbliche Anwendung im hochdynamischen Logistikumfeld.

Branchenbeobachter sehen darin einen möglichen neuen Standard für Handel und Logistik. „Physical AI definiert die Lieferkette neu“, sagt Azita Martin, Vice President bei NVIDIA. Aus statischen Einrichtungen würden dynamische Systeme, die sich in Echtzeit anpassen können.

Langfristige Vision: Kontinuierliche Optimierung

Der Erfolg des Piloten in Löhne ist ein entscheidender Meilenstein. Bei positivem Verlauf soll die KI-Koordinationsschicht schrittweise im gesamten Logistiknetzwerk der Otto Group eingeführt werden. Die langfristige Vision ist klar: Durch den Einsatz von KI und digitalen Zwillingen einen Zustand kontinuierlicher Optimierung zu erreichen. Das soll die Wettbewerbsfähigkeit durch schnellere und zuverlässigere Lieferungen, geringere Betriebskosten und beispiellose Flexibilität in der Lieferkette sichern.

Anzeige

PS: Sie planen, KI-gesteuerte Roboterflotten auszurollen? Der Gratis‑Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihr System richtig klassifizieren, Kennzeichnungen vorbereiten und notwendige Dokumentationen erstellen, um Strafen zu vermeiden. Ideal für Logistik‑ und IT‑Teams, die Physical AI produktiv und rechtssicher einsetzen wollen. Jetzt kostenlosen KI-Leitfaden downloaden

@ boerse-global.de