Oshen-Roboter durchbrechen erstmals das Auge eines Hurrikans
18.01.2026 - 17:34:12Ein britischer Meeresroboter hat erstmals Live-Daten aus einem Hurrikan der höchsten Kategorie gesammelt. Dieser Durchbruch revolutioniert die Sturmvorhersage.
In einem Meilenstein für die Meeresforschung hat das britische Unternehmen Oshen erstmals einen autonomen Roboter ins Zentrum eines Hurrikans der Kategorie 5 gesteuert. Während der atlantischen Hurrikansaison 2025 sammelte der winzige Ozeanroboter im extremen Auge des Hurrikans Humberto lebenswichtige Daten. Diese Pionierleistung, erreicht in Zusammenarbeit mit der US-Behörde NOAA, verspricht, die Vorhersage von Sturmintensitäten zu revolutionieren und Klimamodelle zu verbessern. Der Erfolg katapultiert das Start-up ins Rampenlicht und weckt das Interesse von Regierungen und Verteidigungsbehörden an der robusten Technologie.
Historische Mission ins Herz des Sturms
Am 28. September 2025 schrieb ein „C-Star“-Roboter von Oshen Geschichte. Der windgetriebene, unbemannte Schwimmkörper navigierte in die Augenwand des Hurrikans Humberto. Dort maß er Windböen von über 240 km/h und einen Luftdruck von nur 955 Millibar. Eine Zunahme des gemessenen Sonnenlichts bestätigte: Der Roboter hatte die Augenwand durchbrochen und den Rand des windstillen Auges erreicht.
Es war das erste Mal, dass ein unbemanntes Fahrzeug dieser Art in einem so gewaltigen Sturm operierte und live Daten funkte. Insgesamt waren drei C-Star-Roboter im Einsatz, zwei weitere sammelten Daten, als Humberto noch ein Hurrikan der Kategorie 4 war. Die Echtzeitinformationen gingen per Satellit direkt an das National Hurricane Center (NHC) der NOAA. Die Behörde nutzte die Druck- und Winddaten bereits in ihrer offiziellen Prognose für Humberto – ein Beweis für den unmittelbaren Nutzen.
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Die Technik: Winzige, zähe Datenjäger
Hinter dem Durchbruch steckt eine neue Philosophie der Ozeanbeobachtung. Die nur etwa 1,20 Meter langen C-Star-Roboter sind für den Masseneinsatz konzipiert: windgetrieben, solarbetrieben und bis zu 100 Tage lang autark unterwegs. Statt auf teure Einzelgeräte setzt das von Anahita Laverack mitgegründete Unternehmen Oshen auf erschwingliche, in Schwärmen operierende Plattformen.
Alle zwei Minuten funken die Roboter ein umfassendes Datenpaket zurücks: Windgeschwindigkeit und -richtung, Luft- und Wassertemperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Diese hochfrequenten Messungen von der Meeresoberfläche sind der Schlüssel, um die Energieübertragung zwischen Ozean und Atmosphäre zu verstehen – jenen Prozess, der Hurrikane antreibt. Von den Erfolgen der Roboter in britischen Winterstürmen überzeugt, startete die NOAA die Partnerschaft für die Hurrikansaison 2025. In Rekordzeit wurden 15 C-Stars gebaut und vor den Amerikanischen Jungferninseln auf Hurrikan Humberto angesetzt.
Mehr Sicherheit durch bessere Vorhersagen
Die Live-Daten aus dem Sturmherz lösen ein Kernproblem der Meteorologie: die Vorhersage einer rasanten Intensivierung. Bisherige Methoden wie Messbojen oder bemannte Flugzeuge sind kostspielig, riskant und liefern nur begrenzte Daten. Die Oshen-Roboter schaffen eine dauerhafte Sensorschicht in bisher unzugänglichen Gebieten.
Experten der NOAA sehen in den gesammelten Daten den Startschuss für einen routinemäßigen Einsatz solcher Mini-Schwärme. Die Erkenntnisse verbessern das physikalische Verständnis von Stürmen und damit die Computermodelle für Weg und Stärke. Präzisere Vorhersagen bedeuten effektivere Frühwarnsysteme, die Leben retten und wirtschaftliche Schäden mindern. Zudem liefern die Daten wertvolle Eingaben für Klimamodelle, um die Auswirkungen der Erderwärmung auf Stürme besser abzuschätzen.
Der nächste Schritt: Wachstum und globale Überwachung
Nach dem historischen Erfolg steht Oshen vor einem rasanten Wachstum. Das Unternehmen, das in den Marine-Tech-Hub im britischen Plymouth gezogen ist, sichert sich bereits weitere Verträge mit Regierungsstellen – auch für Verteidigungsaufgaben. Die Fähigkeit der Roboter-Schwärme zur großflächigen Überwachung ist für marine Operationen in schwierigen Gewässern interessant.
Um die steigende Nachfrage zu bedienen, plant Oshen eine Venture-Capital-Finanzierungsrunde. Das Kapital soll in die Hochskalierung der Produktion, verbesserte Sensoren und den Einsatz in weiteren Risikoregionen weltweit fließen. Die erfolgreiche Partnerschaft zwischen dem britischen Start-up und der US-Behörde NOAA zeigt, wie öffentlich-private Zusammenarbeit kritische Klima-Herausforderungen meistern kann. Da der Klimawandel extreme Stürme wahrscheinlicher macht, wächst der Bedarf an robusten Echtzeitdaten vom Ozean – und macht Oshens Technologie zu einem Schlüsselinstrument für die Zukunft.
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