ORF setzt mit Patrick Budgen auf Tiefe statt Tempo
06.01.2026 - 14:12:12Der ORF startet heute eine neue Talkshow am Nachmittag. Moderator Patrick Budgen führt in „Hinter den Schlagzeilen“ lange, entschleunigte Einzelgespräche.
Damit ersetzt das Format die langjährige Institution „Barbara Karlich – Talk um 4“. Der Sender bricht mit der Tradition des klassischen Nachmittagstalks und setzt auf ein konzentriertes Interview-Format. Ganze 30 Minuten Zeit pro Gast sind im modernen Fernsehen ein seltener Luxus.
Budgen wechselt vom frühen Aufstehen bei „Guten Morgen Österreich“ in seinen „absoluten Traumjob“. Ab dem Frühjahr wird sich Kollegin Mariella Gittler die Moderation mit ihm teilen. Das Konzept verspricht „Herz zur Info“: Es sollen die Menschen und Geschichten hinter den tagesaktuellen Nachrichten sichtbar werden.
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Kann ein ruhiges Format die Quote der etablierten Vorgängerin halten? Der ORF reagiert mit dieser Ausweitung seiner Informationsschiene auf ein verändertes Publikumsverhalten. Die Zuschauer suchen zunehmend nach Einordnung und Vertiefung.
Symbolischer Start mit Barbara Karlich
Für den Auftakt gelang dem Redaktionsteam ein symbolträchtiger Coup. Erster Gast der neuen Sendung ist heute niemand Geringeres als Barbara Karlich selbst. Das Gespräch markiert eine königliche Staffelübergabe nach fast 25 Jahren.
Karlich verlässt den Bildschirm nicht, sondern wechselt in den Vorabend. Sie übernimmt die Moderation des Magazins „Studio 2“ um 17:30 Uhr. Als zweiter Gast dieser Woche ist Daniel Kosak angekündigt. Der ehemalige Regierungssprecher soll Einblick in die Mechanismen der Macht geben.
Warum setzt der Sender auf Budgen?
Die Wahl des 42-jährigen Wieners überrascht Branchenkenner nicht. Budgen hat sich zur vielseitigen Allzweckwaffe des ORF entwickelt. Sein offener Umgang mit seiner Krebserkrankung in seinem Bestseller „Einsiedlerkrebs“ brachte ihm hohe Glaubwürdigkeit.
Kritiker loben seine Balance zwischen journalistischer Härte und menschlicher Empathie. Sein Stil unterscheidet sich von konfrontativen Polit-Talks. Er will Gesprächspartner nicht „aufs Glatteis führen“, sondern zeigt echtes Interesse an deren Lebenswelten. Diese Qualität ist für das neue 1-zu-1-Format ohne Studiopublikum essenziell.
Ein neuer Informations-Fluss entsteht
Die Sendung ist Teil einer strategischen Neuaufstellung. Durch die Platzierung des Talks vor den Vorabend-Magazinen und Hauptnachrichten schafft der ORF einen durchgehenden Informations-Fluss.
- „Hinter den Schlagzeilen“ läuft werktags um ca. 16:20 Uhr auf ORF 2.
- Das Format ersetzt „Barbara Karlich – Talk um 4“.
- Pro Sendung ist nur ein Gast für ein 30-minütiges Gespräch eingeladen.
International erleben solche „Daily Talks“ mit journalistischem Anspruch eine Renaissance. Sie fungieren als Gegenpol zur kurzlebigen Social-Media-Welt. Ob das Konzept in Österreich aufgeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob die Redaktion jene Gäste gewinnt, die wirklich etwas zu erzählen haben.
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