Ordensspitäler, Tarifrunde

Ordensspitäler: Tarifrunde endet erneut ergebnislos

05.02.2026 - 13:00:11

Die fünfte Verhandlungsrunde für die 10.000 Beschäftigten der oberösterreichischen Ordensspitäler brachte keinen Durchbruch. Trotz eines neuen Angebots der Arbeitgeber liegen die Vorstellungen zur Arbeitszeitverkürzung und Entlastung des Personals noch zu weit auseinander. Die nächste große Verhandlungsrunde ist erst für Ende Februar angesetzt.

Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH, legte ein umfassendes Paket vor. Es sieht vor:
* Eine Valorisierung der Löhne und Zulagen um 3,3 Prozent ab 1. Juli 2026.
* Einen weiteren Sonderurlaubstag.
* Das Aussetzen geplanter Erhöhungen bei Verpflegungs- und Parkkosten.

Die Geschäftsführung betonte, die finanziellen Spielräume der öffentlich finanzierten Häuser seien damit maximal ausgeschöpft. Man könne keine Verpflichtungen eingehen, die die wirtschaftliche Stabilität gefährden.

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Gewerkschaft will Fahrplan zur 35-Stunden-Woche

Für die Gewerkschaft vida greift das Angebot zu kurz. Zwar signalisierte sie Gesprächsbereitsicht bei der Gehaltsanpassung, knüpft diese aber an eine unverhandelbare Bedingung: einen konkreten Fahrplan zur schrittweisen Arbeitszeitverkürzung hin zu einer 35-Stunden-Woche.

„Lohnerhöhungen allein kompensieren die massive Belastung nicht“, so die Argumentation. Nur strukturelle Entlastung durch weniger Arbeitsstunden könne den Pflegeberuf langfristig attraktiv halten. Verhandlungsleiterin Martina Reischenböck machte klar: Ohne Bewegung in dieser Frage sei keine Einigung in Sicht.

Frustration nach Warnstreik wächst

Die verhärteten Fronten folgen auf einen Warnstreik von rund 2.000 Beschäftigten am 22. Januar. Dass die darauffolgende Verhandlungsrunde nun erneut scheiterte, sorgt an der Basis für Unverständnis und wachsende Frustration. Viele Pflegekräfte fühlen sich in ihrer Not nicht ernst genommen.

Die Gewerkschaft sieht die Landespolitik in der Pflicht, die nötigen Mittel für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung bereitzustellen. Die Ordensspitäler versorgen mehr als die Hälfte aller stationären Patienten in Oberösterreich.

Nächster Termin erst am 24. Februar

Der Gesprächsfaden ist nicht abgerissen. Beide Seiten vereinbarten, Verhandlungen zunächst in einer kleineren Arbeitsgruppe fortzusetzen. Dort sollen ab nächster Woche technische Details und Kompromisslinien erörtert werden.

Die nächste offizielle „große Runde“ ist für den 24. Februar angesetzt. Bis dahin bleibt die Situation angespannt. Die Gewerkschaft vida will die Belegschaft konsultieren und über das weitere Vorgehen beraten. Sollte sich keine Annäherung abzeichnen, sind weitere Kampfmaßnahmen nicht ausgeschlossen. Für Patienten bedeutet das: Die Unsicherheit über mögliche Beeinträchtigungen im Spitalsbetrieb hält mindestens drei weitere Wochen an.

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