Orange, Aktie

Orange Aktie: Wachstum und Milliarden-Wette

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Orange hebt nach starkem ersten Halbjahr die Jahresziele an und plant mit Investor Morrison ein milliardenschweres Rechenzentrum-Joint-Venture in Frankreich.

Orange Aktie: Prognose erhöht und Milliarden-Deal für Rechenzentren
Leuchtende Glasfaserkabel als Symbol für moderne Telekommunikationsinfrastruktur und digitales Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei große Nachrichten an einem Tag: Orange hebt nach einem starken ersten Halbjahr die Jahresprognose an – und schmiedet parallel mit dem Infrastrukturinvestor Morrison einen milliardenschweren Plan für ein neues Rechenzentrums-Geschäft in Frankreich. Für den französischen Telekomkonzern ist das ein doppelter Befreiungsschlag aus dem klassischen Telko-Geschäft heraus.

Guidance-Anhebung nach starkem Halbjahr

Der Konzern verdiente im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 3,6 Milliarden Euro – im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 105 Millionen Euro zu Buche. Das Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,17 Euro. Der Umsatz stieg vergleichbar um 3,5 Prozent auf 20,9 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis EBITDAaL um 5,0 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zulegte.

Im zweiten Quartal allein wuchs das EBITDAaL um 3,9 Prozent, der Umsatz kletterte historisch betrachtet sogar um 9,2 Prozent auf 10,85 Milliarden Euro. Das Management reagiert mit einer angehobenen Jahresprognose: Statt eines EBITDAaL-Wachstums von über 3 Prozent erwartet Orange nun mehr als 4 Prozent für das laufende Geschäftsjahr. Für 2026 ist eine Dividende von 0,79 Euro je Aktie vorgesehen, zahlbar 2027 – eine Zwischendividende von 0,30 Euro soll bereits am 3. Dezember 2026 fließen.

An der Euronext Paris notierte die Aktie zuletzt bei 16,42 Euro, ein Plus von 1,58 Prozent.

Drei-Milliarden-Wette auf Rechenzentren

Parallel zu den Zahlen hat Orange mit Morrison eine Exklusivvereinbarung für ein 50:50-Joint-Venture im französischen Rechenzentrumsgeschäft geschlossen. Die neue Plattform soll die bestehende Kapazität von Orange auf 400 Megawatt ausbauen – fast das Zehnfache des heutigen Bestands. Getragen wird das Vorhaben von einem Investitionsprogramm über 3 Milliarden Euro, finanziert durch Orange-Assets sowie Eigenkapital und Fremdkapital von Morrison.

Orange bringt fünf große Rechenzentren an vier Standorten ein, darunter Chevilly-Larue und Chartres, dazu operative Expertise und Vertriebsreichweite. Orange Business soll künftig als exklusiver Partner Colocation- und Hosting-Angebote an Großkunden, den Mittelstand und den öffentlichen Sektor vermarkten – die Plattform soll damit zum Fundament für Cloud- und KI-Angebote des Konzerns werden.

Die Unterschrift des Deals wird bis Ende 2026 erwartet, vorbehaltlich der Abstimmung mit Arbeitnehmervertretern und behördlicher Genehmigungen. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

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