Oracle, Aktie

Oracle Aktie: KI-Ausgaben belasten

24.02.2026 - 23:52:22 | boerse-global.de

Oracles aggressive Expansion in KI und Cloud führt zu hohen Investitionen und negativem Cashflow. Der Konzern plant massive Kapitalaufnahme für den weiteren Infrastrukturausbau.

Oracle treibt den Ausbau seiner KI- und Cloud-Infrastruktur mit hohem Tempo voran. Genau das elektrisiert den Markt – sorgt aber zugleich für eine heikle Nebenwirkung: Der Cashflow gerät kurzfristig unter Druck. Wie viel finanzielle Schlagkraft steckt hinter der Wachstumsstory?

KI-Nachfrage trifft auf harte Zahlen

Im Mittelpunkt steht das jüngste Quartal – und vor allem ein Wert, der die langfristige Nachfrage unterstreichen soll: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen („Remaining Performance Obligations“) kletterten auf 523,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 433% gegenüber dem Vorjahr. Für Anleger ist das ein starkes Signal, dass große Kunden Cloud- und KI-Kapazitäten offenbar über längere Zeiträume abrufen wollen.

Operativ zeigte sich ein gemischtes Bild: Der Umsatz lag bei 16,06 Milliarden US-Dollar und verfehlte die Konsensschätzungen leicht. Gleichzeitig übertraf das bereinigte Ergebnis je Aktie mit 2,26 US-Dollar die Erwartungen. Auffällig: Das Cloud-Geschäft steuerte 8 Milliarden US-Dollar bei, ein Plus von 33% – und steht damit inzwischen für rund die Hälfte der Erlöse.

Der Preis des Tempos: Capex und Finanzierung

Der aggressive Infrastrukturausbau hinterlässt Spuren in den Finanzströmen. Oracle meldete Quartalsinvestitionen (Capex) von 12 Milliarden US-Dollar, der Free Cashflow rutschte dadurch auf minus 10 Milliarden US-Dollar. Kurz gesagt: Oracle baut Kapazitäten auf, bezahlt das aber vorerst mit Liquidität.

Um die Rechenzentrums-Offensive zu finanzieren, plant der Konzern im Kalenderjahr 2026 Kapital in einer Größenordnung von 45 bis 50 Milliarden US-Dollar aufzunehmen. Das soll über eine ausgewogene Mischung aus Fremd- und Eigenkapital laufen, mit dem Ziel, das Investment-Grade-Rating zu halten. Vorgesehen sind unter anderem eine einmalige Emission erstrangiger, unbesicherter Investment-Grade-Anleihen (begleitet von Goldman Sachs) sowie verschiedene Eigenkapitalmaßnahmen, die Citigroup betreuen soll.

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Insider-Verkauf und Blick auf den nächsten Termin

Zusätzlich registrierten Anleger einen Insider-Trade: Clayton M. Magouyrk verkaufte am 9. Februar 2026 insgesamt 10.000 Aktien zu 155,23 US-Dollar je Aktie (rund 1,55 Millionen US-Dollar).

Am Markt richtet sich der Blick nun auf den nächsten Ergebnisbericht, der um den 9. März 2026 erwartet wird. Laut Daten von Polymarket (Stand: 23. Februar) preisen Wettmärkte eine hohe Wahrscheinlichkeit ein, dass Oracle die Konsensschätzung beim Non-GAAP-Ergebnis je Aktie übertrifft.

Zum Kursbild: In den bereitgestellten Daten schloss die Aktie heute bei 124,10 Euro und liegt damit weiterhin deutlich unter den längerfristigen Durchschnittswerten (u.a. rund 35% unter dem 200-Tage-Schnitt) – trotz der heutigen Erholung.

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