Oracle, Aktie

Oracle Aktie: Ex-Dividende trifft Downgrade

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kursverlust bei Oracle durch Dividendenabschlag und anhaltende Sorgen um Bonitätseinstufung nach Herabstufung durch S&P.

Oracle Aktie: Ex-Dividende und Downgrade belasten den Kurs
Eine abstrakte, atmosphärische Darstellung der Tech-Branche mit einer gedämpften Farbpalette, die einen Abwärtstrend andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am Donnerstag schien die Sache klar: S&P stuft Oracle herab, die Aktie legt trotzdem zu. Am Freitag zeigt sich, dass die Ruhe nur vorübergehend war. Der Kurs dreht ins Minus — eine Mischung aus mechanischem Dividendenabschlag und Nachwirkungen der Bonitätssorgen sorgt für Druck.

Warum die Aktie heute nachgibt

Oracle notiert am Freitag im Nachmittagshandel bei rund 140 Dollar, nach einem Donnerstagsschluss von 143,72 Dollar. Ein Teil des Rückgangs ist rein technisch bedingt: Der Freitag ist Ex-Dividende-Tag für die vierteljährliche Ausschüttung von 0,50 Dollar je Aktie, ein Termin, der den Kurs routinemäßig um den Dividendenbetrag drückt. Hinzu kommt, dass die Ratingherabstufung von Donnerstag im Handelsverlauf offenbar doch stärker nachwirkt als zunächst gedacht.

Parallel dazu hat Großbritannien Oracle Corporation UK Ltd als "kritischen Drittanbieter" eingestuft. Damit unterstellen Bank of England, Prudential Regulation Authority und Financial Conduct Authority den Cloud-Anbieter künftig einer direkten Aufsicht zum Schutz des Finanzsystems — neue Compliance-Pflichten inklusive. Bernstein stützte die Aktie zwar trotz der Herabstufung, konnte die Verluste des Tages aber nicht ausgleichen. Auffällig: Während Oracle nachgibt, notieren S&P 500, Dow Jones und Nasdaq im Plus — die Schwäche ist hausgemacht, kein Marktphänomen.

Die Zahlen hinter dem Downgrade

S&P begründet die Herabstufung von BBB auf BBB- mit einer deutlich verschärften Kapitalausgabenrechnung. Die Ratingagentur rechnet für das Geschäftsjahr 2027 nun mit Investitionsausgaben von 90 bis 95 Milliarden Dollar, statt der zuvor veranschlagten 60 Milliarden. Das Defizit beim freien operativen Cashflow soll sich dabei auf etwa 42 Milliarden Dollar nahezu verdoppeln.

Die bereinigte Verschuldung dürfte dadurch in den mittleren Bereich des Faktors vier steigen — eine Schwelle, die S&P für ein normales BBB-Profil nicht mehr als sicher einstuft. Mit rund 167 Milliarden Dollar Gesamtschulden bleibt Oracle nur noch eine Stufe über dem Ramschniveau. Verschärft wird das Bild durch eine ungewöhnliche Kundenkonzentration: Rund die Hälfte der noch nicht abgerechneten Auftragsverpflichtungen entfällt allein auf OpenAI, was das Unternehmen deutlich anfälliger für Verzögerungen bei dessen KI-Monetarisierung macht als einen breiter diversifizierten Softwarekonzern.

Eigenkapital statt neuer Schulden

Um das verbleibende Investment-Grade-Rating zu verteidigen, setzt Oracle zunehmend auf frisches Eigenkapital. Bereits im Februar 2026 sammelte der Konzern 5 Milliarden Dollar über eine Pflichtwandelvorzugsaktie ein, für das laufende Kalenderjahr ist eine weitere Kapitalerhöhung über 20 Milliarden Dollar geplant. In den kommenden drei Jahren soll nach eigenen Erwartungen zusätzlich ein zweistelliger Milliardenbetrag hinzukommen.

Am Aktienmarkt überwiegt trotz der Bilanzsorgen weiterhin der Blick auf den Auftragsbestand im Cloud-Geschäft, der zuletzt mit 638 Milliarden Dollar einen Rekordwert erreichte, bei einem Jahresumsatz von 67,4 Milliarden Dollar. Genau darin liegt aber auch das Risiko: Solange die KI-Investitionen schneller wachsen als der freie Cashflow, bleibt Oracle auf immer neue Kapitalspritzen angewiesen.

Der nächste belastbare Anhaltspunkt dürfte der weitere Verlauf der Investitionsausgaben im laufenden Geschäftsjahr liefern. Holt der Cashflow schneller auf als von S&P erwartet, dürfte sich der Druck auf das Rating lockern. Bleibt die Lücke so groß wie prognostiziert, rückt eine weitere Herabstufung näher an den Rand des Investment-Grade-Bereichs.

Anzeige

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 11. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | US68389X1054 | ORACLE | boerse | 69740260 |