Oracle, Aktie

Oracle Aktie: Analysten sehen Überreaktion

11.06.2026 - 16:17:55 | boerse-global.de

Trotz starker Quartalszahlen büßt Oracle 15 Prozent ein. Analysten bewerten den Kursrückgang als überzogen und verweisen auf den Rekord-Auftragsbestand.

Oracle Aktie: Analysten sehen nach Kursrutsch Übertreibung
Oracle - Eine Silhouette vor einem fallenden Börsenchart in kühlen Farben, die eine Überreaktion des Marktes darstellt. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Kursrückgang nach den Quartalszahlen irritiert auf den ersten Blick — die Zahlen selbst sind stark. Inzwischen liegt die Aktie rund 15 Prozent unter ihrem Stand der vergangenen Woche, obwohl Oracle im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 in fast jeder Kennzahl überzeugt hat.

Starkes Quartal, schwache Stimmung

Der Umsatz stieg um 21 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar — minimal über dem Konsens. Das eigentliche Highlight war das Cloud-Infrastrukturgeschäft: Oracle Cloud Infrastructure legte um 93 Prozent zu und übertraf die Erwartungen der Analysten. Die Non-GAAP-Marge blieb stabil bei 45 Prozent, der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,11 Dollar.

Was Anleger nervös machte, war der Ausblick auf die Kosten. Für das Geschäftsjahr 2027 plant Oracle Investitionsausgaben von 90 bis 95 Milliarden Dollar. Stifel kalkuliert nun mit einem Rückgang der Bruttomarge um rund 1.000 Basispunkte — deutlich mehr als bisher modelliert. Das Management erwartet eine Erholung der Infrastrukturmargen erst ab 2028, wenn die aufgebauten Kapazitäten stärker ausgelastet sind.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Auftragsbestand als Gegengewicht

Wer den Auftragsbestand betrachtet, sieht ein anderes Bild. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen auf 638 Milliarden Dollar — ein Zuwachs von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im Quartal wurden 85 Milliarden Dollar neu gezeichnet, darunter vier Einzelverträge mit je mehr als 8 Milliarden Dollar sowie 67 Milliarden Dollar aus KI-Infrastrukturverträgen. Das ist kein abstraktes Wachstumsversprechen, sondern gebuchtes Geschäft.

Für 2027 hält das Management an einem Umsatzziel von 90 Milliarden Dollar fest — gut ein Drittel mehr als im abgelaufenen Jahr. Die Non-GAAP-Gewinnprognose je Aktie wurde auf 8,05 Dollar angehoben.

Gespaltenes Analystenbild

Die Reaktion der Analystenhäuser fällt unterschiedlich aus. Mizuho bekräftigt die Outperform-Einstufung mit einem Kursziel von 320 Dollar. Bernstein erhöhte sein Ziel auf 325 Dollar, Barclays auf 250 Dollar. Stifel bleibt bei "Buy" mit 220 Dollar. Morgan Stanley hält an "Equalweight" mit 207 Dollar fest — das Quartal sei insgesamt gemischt gewesen. Die Kursziele reichen damit von 207 bis 325 Dollar, was zeigt, wie unterschiedlich Marktteilnehmer die Margenbelastung durch die massiven Investitionen gewichten.

Der entscheidende Test kommt mit den ersten Quartalszahlen des Geschäftsjahres 2027: Dann zeigt sich, ob die Kapazitäten schnell genug ausgelastet werden, um den Margenrückgang abzufedern — und ob das 90-Milliarden-Dollar-Umsatzziel greifbar bleibt.

Anzeige

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 11. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

de | US68389X1054 | ORACLE | boerse | 69521284 |