Oracle Aktie: 5,64-Prozent-Rücksetzer vor Quartalsbericht
04.06.2026 - 06:37:23 | boerse-global.deOracle geht mit einer ungewöhnlichen Mischung in die Zahlenwoche. Die Nachfrage nach KI- und Cloud-Infrastruktur treibt den Auftragsbestand auf Rekordniveau. Der Aktienkurs knickt trotzdem ein. Genau dieser Gegensatz macht den Bericht am 10. Juni so wichtig.
Am US-Markt verlor die Aktie 5,64 Prozent und schloss bei 230,79 Dollar. In Euro lag der Schlusskurs am Mittwoch bei 198,74 Euro. Marktteilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach der starken Rally und auf technische Warnsignale.
In der vergangenen Woche steht dennoch ein Plus von 13,64 Prozent. Binnen eines Monats sind es sogar 25,34 Prozent. Der Rücksetzer wirkt damit eher wie eine scharfe Pause als wie ein klarer Trendbruch.
Analysten bleiben offensiv
Der Kursrückgang kommt ausgerechnet in einer Phase, in der große Häuser optimistischer werden. UBS-Analyst Karl Keirstead hob sein Kursziel von 250 auf 285 Dollar an. Seine Begründung: Oracle profitiert weiter von starker Nachfrage nach KI- und Cloud-Diensten.
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Scotiabank erhöhte das Ziel auf 290 Dollar. Mizuho bestätigte „Outperform“ und nennt weiter 320 Dollar. Von 42 Analysten raten aktuell 32 zum Kauf.
Das ist ein klares Signal. Der Markt zweifelt nicht zwingend an der Wachstumsstory. Er stellt eher die Frage, wie teuer dieses Wachstum wird.
Der Preis des KI-Booms
Oracle meldet eine Remaining Performance Obligation von 553 Milliarden Dollar. Dieser vertraglich gesicherte, noch nicht realisierte Umsatz liegt 325 Prozent über dem Vorjahr. Haupttreiber ist die Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Um diesen Bestand in echte Erlöse zu verwandeln, muss Oracle massiv investieren. Mizuho und andere Häuser rechnen mit Ausgaben von mindestens 80 bis 100 Milliarden Dollar in den nächsten drei Jahren. Das Geld fließt vor allem in Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Die Folge: Der freie Cashflow lag über die vergangenen vier Quartale bei minus 24,74 Milliarden Dollar. Das belastet die kurzfristige Finanzlage deutlich.
Bis 2029 könnte der freie Cashflow negativ bleiben. Für 2030 steht ein möglicher Zielwert von 36 Milliarden Dollar im Raum. Die Verschuldung von zuletzt 124,7 Milliarden Dollar macht den Ausbau zusätzlich sensibel.
Quartalsbericht mit Signalwirkung
Am 10. Juni legt Oracle die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von rund 1,95 Dollar. Das wäre ein Plus von 15 Prozent zum Vorjahr.
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Beim Umsatz liegt die Erwartung bei 19,10 Milliarden Dollar. Im Vorjahr standen 15,90 Milliarden Dollar in den Büchern. Der Markt will vor allem sehen, wie schnell Oracle den riesigen Auftragsbestand in Umsatz dreht.
Zuletzt wuchs das Cloud-Infrastrukturgeschäft um 84 Prozent auf 4,89 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit KI-Infrastruktur legte um 243 Prozent zu. Genau diese Dynamik muss Oracle nun gegen hohe Investitionen und schwachen Cashflow verteidigen.
Der Quartalsbericht dürfte damit weniger an einer einzelnen Gewinnzahl hängen. Wichtiger wird, ob das Management den Ausbau der KI-Infrastruktur finanzierbar erklärt. Gelingt das, erhält die Wachstumsstory mehr Substanz; bleibt die Cashflow-Lücke groß, bleibt der Rekord-Auftragsbestand nur die eine Seite der Rechnung.
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