Optum startet KI-Tools für schnellere Behandlungserlaubnisse
04.02.2026 - 19:33:12Die US-Gesundheitsgruppe Optum will mit neuer Künstlicher Intelligenz den umstrittenen Genehmigungsprozess für medizinische Behandlungen revolutionieren. Die Lösungen sollen Wartezeiten für Patienten verkürzen und den bürokratischen Aufwand für Ärzte und Krankenkassen drastisch reduzieren.
Der sogenannte Prior Authorization-Prozess gilt als eines der größten Hindernisse im US-Gesundheitssystem. Er soll zwar medizinisch unnötige Behandlungen verhindern, führt aber oft zu langen Verzögerungen. Optums neuer KI-Ansatz zielt genau auf diese Reibungsverluste ab.
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Doppel-Strategie für Ärzte und Krankenkassen
Das Unternehmen verfolgt eine zweigleisige Strategie mit spezifischen Tools für beide Seiten des Prozesses.
Für Ärzte und Kliniken bietet Digital Auth Complete eine direkte Anbindung an bestehende Praxissoftware. Das System prüft automatisch, ob eine Genehmigung überhaupt nötig ist, sammelt die erforderlichen Unterlagen und reicht den Antrag ein. Erste Tests zeigen beeindruckende Ergebnisse: Die Bearbeitungseffizienz stieg um 80 Prozent, und 96 Prozent der Anträge wurden sofort bewilligt. Fast die Hälfte der manuellen Arbeit entfällt.
Auf Seiten der Krankenversicherer kommt InterQual® Auth Accelerator zum Einsatz. Diese Lösung kombiniert Optums 50-jährige klinische Erfahrung mit modernster KI. Die Software wandelt unstrukturierte Arztberichte in maschinenlesbare Daten um und prüft sie gegen medizinische Richtlinien. Die Überprüfungszeit sank in Tests um 56 Prozent – ein entscheidender Vorteil angesichts verschärfter gesetzlicher Fristen.
KI mit menschlicher Kontrolle
Ein zentrales Versprechen: Die KI soll unterstützen, nicht ersetzen. „Unser Ziel ist es, klinische Daten, evidenzbasierte Kriterien und menschenzentrierte KI zu vereinen“, erklärt Dr. John Kontor, klinischer Technologievorstand bei Optum.
Das System ist so programmiert, dass es niemals automatische Ablehnungen ausspricht. Klare Fälle werden automatisch genehmigt. Alle grenzwertigen Anträge landen jedoch weiterhin bei menschlichen Gutachtern. Diese „Human-in-the-Loop“-Architektur soll das Vertrauen in die Technologie stärken.
Timing im perfekten Sturm
Der Launch kommt zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. Regulierer und Ärzteverbände kritisieren die aktuellen Genehmigungsverfahren seit Jahren als bürokratisches Monster. Viele große US-Krankenkassen haben bereits Vereinfachungen versprochen.
Optums Technologie könnte diesen Versprechen nun Taten folgen lassen. Die Tools sind Teil einer größeren Strategie, administrative Kosten mit KI zu senken – eine Summe, die Studien auf Milliarden pro Jahr beziffern.
Auch der Mutterkonzern UnitedHealth Group signalisiert mehr Transparenz. Das Unternehmen kündigte an, 2026 erstmals detaillierte Daten zu Genehmigungs- und Ablehnungsquoten zu veröffentlichen.
Auf dem Weg zur Echtzeit-Genehmigung?
Langfristig könnte die Technologie einen neuen Standard setzen. Die Vision: Echtzeit-Genehmigungen direkt während der Behandlung. Wenn KI und Praxissoftware nahtlos zusammenarbeiten, könnten medizinische und finanziellen Freigaben nahezu synchron erfolgen.
Der Erfolg hängt davon ab, ob die KI das Vertrauen der Ärzte gewinnt. Gelingt das, steht nicht nur den US-Patienten eine schnellere Versorgung bevor. Auch für das deutsche Gesundheitssystem, das mit ähnlicher Bürokratie kämpft, könnte Optums Vorstoß wegweisend sein.
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