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Operation Zero: USA sanktionieren russischen Hacker-Waffen-Händler

25.02.2026 - 00:39:35 | boerse-global.de

Die USA verhängen erstmals Sanktionen nach dem PAIPA-Gesetz gegen ein russisches Netzwerk, das gestohlene US-Hacking-Tools gehandelt hat. Die Aktion zielt auf die kommerzielle Lieferkette für digitale Waffen.

Die US-Regierung hat erstmals ein Gesetz zum Schutz geistigen Eigentums gegen ausländische Cyber-Kriminelle eingesetzt. Ziel sind ein russischer Händler für digitale Zero-Day-Waffen und sein Netzwerk, die mit gestohlenen US-Geheimwerkzeugen handelten.

Sanktionen treffen russischen Schwarzmarkt

In einer koordinierten Aktion haben das US-Finanzministerium und das Außenministerium am Dienstag harte Sanktionen verhängt. Getroffen hat es die Moskauer Firma Operation Zero, ihren Gründer Sergej Sergejewitsch Seljonjuk sowie ein ganzes Netz aus Mitarbeitern und Tarnfirmen. Ihnen wird vorgeworfen, einen Schwarzmarkt für hochsensible Hacking-Tools betrieben zu haben, die exklusiv für US-Sicherheitsoperationen entwickelt wurden.

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Erstmals kam dabei das „Protecting American Intellectual Property Act“ (PAIPA) zum Einsatz. Dieses Gesetz soll den Diebstahl von US-Handelsgeheimnissen im Ausland ahnden. Die Sanktionen frieren alle US-Vermögenswerte der Betroffenen ein und verbieten allen amerikanischen Bürgern und Unternehmen Geschäfte mit ihnen. Ein klares Signal: Wer mit gestohlenen Cyber-Waffen handelt, wird vom US-Finanzsystem abgeschnitten.

Vom US-Rüstungskonzern in russische Hände

Der Fall hat eine klare Spur. Im Zentrum steht der geständige ehemalige Manager Peter Williams. Der Australier arbeitete für Trenchant, eine Abteilung des US-Rüstungskonzerns L3Harris, die Spionagesoftware entwickelt.

Williams gestand, zwischen 2022 und 2025 mindestens acht proprietäre Hacking-Tools gestohlen zu haben. Diese verkaufte er für umgerechnet etwa 1,3 Millionen Euro in Kryptowährung an Operation Zero. Das russische Unternehmen bot die gestohlenen US-Waffen dann international weiteren Kunden an – ein gefährlicher Schulterschluss zwischen Wirtschaftskriminalität und möglicher staatlicher Spionage.

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Besonders brisant: Die Ermittler sehen eine Verbindung von Operation Zero zur berüchtigten Trickbot-Ransomware-Bande. Ein sanktionierter Associate, Oleg Wjatscheslawowitsch Kutscherow, wird mit der Gruppe in Verbindung gebracht, die bereits für Angriffe auf amerikanische Krankenhäuser verantwortlich gemacht wurde.

Neue Front im Kampf gegen digitale Waffen

Diese Sanktionen markieren eine neue Eskalationsstufe. Die USA gehen nicht mehr nur gegen staatliche Hacker vor, sondern zielen direkt auf die kommerzielle Lieferkette für Cyber-Waffen. Die Botschaft ist eindeutig: Private Unternehmen, die den globalen Handel mit Exploits anheizen, werden zur Rechenschaft gezogen.

Die Aktion unterstreicht ein wachsendes Problem: Hochsophistizierte Cyber-Fähigkeiten, einst Domäne von Geheimdiensten, sickern in einen undurchsichtigen Graumarkt. Dort werden sie mit Kryptowährung anonym gehandelt und landen schließlich bei Erpressern oder feindlichen Staaten.

Für die internationale Sicherheitsbranche hat der Fall Konsequenzen. Banken, Cloud-Anbieter und selbst Sicherheitsforscher müssen ihre Due-Diligence-Prüfungen verschärfen. Die Gefahr, unwissentlich Geschäfte mit sanktionierten Entitäten zu machen, ist real – und die Strafen sind hart. Die Welt wird nun beobachten, ob europäische Partner nachziehen und ähnliche Sanktionen verhängen. Der Kampf um die Kontrolle des globalen Cyberwaffenhandels ist in eine neue Phase getreten.

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