Operation Thunder 2025 schlägt weltweit gegen Wildtier-Schmuggler zu
18.01.2026 - 19:31:11Österreichische Zollbeamte haben bei einer globalen Großrazzia sechs illegale Elfenbein-Figuren und geschützte Vogelfedern beschlagnahmt. Die internationale Operation unter Führung von Interpol und der Weltzollorganisation (WCO) führte in 134 Ländern zu Rekord-Beschlagnahmungen und rettete fast 30.000 lebende Tiere. Der illegale Handel mit Wildtieren und -pflanzen gilt als milliardenschweres Verbrechenssyndikat.
Globale Allianz stellt Rekord auf
Vom 15. September bis 15. Oktober 2025 führten Polizei-, Zoll- und Artenschutzbehörden aus 134 Nationen die koordinierte „Operation Thunder 2025“ durch. Es war die neunte Auflage der jährlichen Initiative. Die Ermittler inspizierten Frachtsendungen, überwachten Online-Marktplätze und patrouillierten an Grenzen. Das Ergebnis ist ein Rekord: 4.640 Beschlagnahmungen und etwa 1.100 identifizierte Verdächtige weltweit. Die Operation zielte auf die gesamte Lieferkette ab – von Wilderei-Hotspots über Transitpunkte bis zu den Absatzmärkten.
30.000 gerettete Tiere und tonnenweise Beschlagnahmungen
Das Ausmaß der Beschlagnahmungen zeigt das alarmierende Volumen des illegalen Handels. Weltweit befreiten die Behörden fast 30.000 lebende Tiere, darunter über 6.100 Vögel, 2.000 Schildkröten und 208 Primaten. In Indonesien stoppten Beamte einen Transport mit mehr als 3.000 Vögeln. In Brasilien zerschlugen sie ein Netzwerk, das den bedrohten Goldgelben Löwenäffchen schmuggelte, und rettete dabei über 200 Wildtiere.
Neben lebenden Tieren wurden tonnenweise Tierprodukte und illegal geschlagenes Holz sichergestellt. In Vietnam fanden Ermittler auf einem Fischerboot 4,2 Tonnen Schuppen von Pangolinen – dem am häufigsten gehandelten Säugetier der Welt. In Tansania beschlagnahmten Beamte über 100 Stoßzähne und Elfenbeinstücke. Deutsche Behörden fingen an Postzentren und Flughäfen mehr als 1.000 illegale Wildtierprodukte ab, darunter Elfenbein, Reptilienteile und Korallen. Zudem wurden zehntausende Kubikmeter illegal geschlagenes Holz sichergestellt.
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Österreichs Zoll mit gezielten Schlägen gegen Online-Handel
Im Rahmen der globalen Aktion spielte das österreichische Zollamt eine entscheidende Rolle. Beamte identifizierten und beschlagnahmten sechs illegale Elfenbein-Figuren, die auf einer Online-Plattform zum Verkauf standen. Bei einer Razzia in der Wohnung eines Online-Händlers wurden weitere Stücke sichergestellt. Zudem stellten sie 55 Ohrringpaare aus Federn geschützter Vogelarten sicher und befreiten eine illegal gehaltene lebende Schildkröte. Gegen sieben Personen wurden Strafverfahren eingeleitet. Österreichische Finanz- und Zollbeamte betonten die Bedeutung der starken internationalen Partnerschaft mit Interpol und der WCO für diesen Erfolg.
Neue Trends: Buschfleisch und digitale Märkte
Die Operation beleuchtete auch besorgniserregende neue Trends. So verzeichneten die Behörden einen deutlichen Anstieg des Handels mit „Buschfleisch“ – Wildfleisch aus tropischen Regionen. Global wurden rekordverdächtige 5,8 Tonnen beschlagnahmt, mit steigenden Sendungen von Afrika nach Europa. Belgische Behörden fingen etwa Primatenfleisch ab, in Kenia wurden über 400 Kilogramm Giraffenfleisch sichergestellt.
Die Operation bestätigte zudem, dass Kriminelle zunehmend das Internet für ihren Handel nutzen. Die Anonymität und globale Reichweite von Social Media und Online-Marktplätzen bieten neue Absatzwege. Der österreichische Elfenbein-Fall ist ein klares Beispiel. In Katar nahmen Beamten einen Mann fest, der einen bedrohten Primaten für 14.000 US-Dollar über soziale Medien verkaufen wollte. Diese digitale Verschiebung erfordert neue Ermittlungsmethoden, etwa die Verfolgung illegaler Geldflüsse via Kryptowährungen.
Kampf gegen ein transnationales Verbrechenssyndikat
Der illegale Wildtierhandel ist kein reines Artenschutzproblem. Es handelt sich um ein ernsthaftes transnationales organisiertes Verbrechen, das Korruption fördert, Ökosysteme bedroht und Gesundheitsrisiken birgt. Die daran beteiligten Netzwerke sind oft auch in Drogenhandel und Finanzbetrug verwickelt. Der Erfolg der Operation Thunder zeigt, dass nur eine koordinierte, globale Antwort diese Syndikate wirksam bekämpfen kann.
Die während der Aktion gesammelten Erkenntnisse werden nun von Interpol und der WCO analysiert, um Handelsrouten und Netzwerke zu kartieren. Diese Daten sind entscheidend für künftige Einsätze. Nationale Behörden, auch in Österreich, bekräftigten ihre Bereitschaft zur weiteren internationalen Zusammenarbeit. Der anhaltende Kampf gegen Wildtierkriminalität erfordert wachsame Aufmerksamkeit und globale Kooperation, um bedrohte Arten für künftige Generationen zu schützen.
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