OpenClaw: KI-Projekt bleibt unabhängig, Gründer geht zu OpenAI
16.02.2026 - 03:41:12Das virale Open-Source-Projekt OpenClaw wird als Stiftung weitergeführt, während sein Gründer Peter Steinberger zum KI-Riesen OpenAI wechselt. Die ungewöhnliche Lösung soll die Unabhängigkeit des beliebten Agenten sichern.
Die Zukunft des KI-Agenten OpenClaw ist geklärt. Gründer Peter Steinberger wechselt zu OpenAI, sein Projekt wird jedoch als unabhängige Stiftung weiterleben. Diese Doppel-Ankündigung beendet wochenlange Spekulationen und markiert einen strategischen Coup für OpenAI im Wettrennen um autonome KI-Agenten.
OpenAI-Chef Sam Altman bestätigte, dass Steinberger das Unternehmen verstärken wird, um die nächste Generation persönlicher KI-Agenten voranzutreiben. Entscheidend für die Community: OpenClaw wird in eine Stiftung überführt und bleibt Open Source. OpenAI stellt weiterhin Unterstützung bereit.
Vom Geheimtipp zum Phänomen
Die Karriere von OpenClaw ist atemberaubend. Seit dem ersten Release im November 2025 entwickelte sich das Projekt, ursprünglich als Clawdbot und Moltbot bekannt, zum viralen Hit. Der Reiz: Ein leistungsstarker, selbst gehosteter Assistent, der komplexe Aufgaben autonom erledigen kann.
Anders als reine Chatbots agiert OpenClaw proaktiv. Er verwaltet E-Mails, interagiert mit Webdiensten, steuert lokale Dateien und automatisiert digitale Routinearbeit. Die Integration in WhatsApp, Telegram und Discord macht die Bedienung simpel. Die datenschutzfreundliche, lokale Ausführung auf eigener Hardware trieb die Verbreitung an.
Das Projekt sammelte über 100.000 Sterne auf GitHub und zog Millionen Besucher an. Es wurde zu einem der am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekte der jüngeren Zeit – ein klarer Beweis für den Hunger nach KI, die „tatsächlich etwas tut“.
Ein schwieriger Spagat: Unabhängigkeit vs. Einfluss
Die Lösung – Stiftung für das Projekt, Wechsel des Gründers zum Konzern – adressiert eine Kernfrage der Open-Source-Welt: Wie bleibt ein Projekt unabhängig und gemeinschaftlich, wenn der Schöpfer zu einem großen Player geht?
Der österreichische Entwickler Steinberger war transparent über Kooperations- und Übernahmeangebote von Tech-Giganten wie Meta und OpenAI. Sein Credo blieb stets: Das Projekt muss Open Source bleiben.
In einem Blogbeitrag begründete Steinberger seinen Schritt. Bei OpenAI sehe er den effektivsten Weg, seine Vision zugänglicher KI-Agenten auch für nicht-technische Nutzer voranzutreiben. Er hätte aus OpenClaw ein großes Unternehmen machen können, doch sein Antrieb sei es, transformative Technologie zu bauen – am besten mit einer führenden Forschungseinrichtung wie OpenAI.
Das Stiftungsmodell soll nun den richtigen Rahmen bieten. Die globale Community kann weiter contributen, während das Projekt von OpenAIs Sponsoring profitiert.
Der Aufstieg der Agenten-KI – und ihre Risiken
Der Deal unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung autonomer KI-Agenten. Viele Branchenführer sehen sie als nächste große Evolution nach den großen Sprachmodellen. Agenten, die eigenständig denken und mehrstufige Aufgaben ausführen, könnten unsere Computer-Interaktion grundlegend verändern.
Doch das rasante Wachstum von OpenClaw brachte auch erhebliche Herausforderungen, vor allem in puncto Sicherheit. Die Software hat durch ihren Zugriff auf lokale Dateien und Befehlsausführung hohe Systemberechtigungen. Bei falscher Konfiguration entstehen erhebliche Risiken.
Sicherheitsforscher identifizierten Schwachstellen. Die Popularität zog auch Scrutinium über mögliche Datenlecks und Cyberangriffe auf sich. Das OpenClaw-Team arbeitet aktiv an einem härteren Codebase und kooperiert mit Sicherheitsfirmen, um das Ökosystem auf bösartige Komponenten zu analysieren.
Entwickler von Agenten wie OpenClaw stehen nicht nur vor technischen, sondern auch rechtlichen Herausforderungen – die EU-KI-Verordnung schreibt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und umfangreiche Dokumentationspflichten vor. Wer jetzt die Anforderungen kennt, kann sein System richtig klassifizieren und teure Nachrüstungen vermeiden. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Pflichten für Ihr KI-Projekt gelten und welche Fristen zu beachten sind. Jetzt kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden herunterladen
Ausblick: Eine multi-agenten Zukunft
Die Doppel-Ankündigung deutet auf eine Zukunft hin, in der Open-Source-Projekte und Firmenlabore koexistieren und kooperieren. OpenAIs Unterstützung für eine unabhängige OpenClaw-Stiftung wirkt wie eine Strategie für eine vielfältige, multi-agenten KI-Landschaft.
Für OpenClaw bedeutet die Stiftung Stabilität und Ressourcen. Die Entwicklung kann fortgesetzt, Sicherheitsbedenken adressiert und Fähigkeiten erweitert werden. Das Projekt unterstützt bereits verschiedene Sprachmodelle, auch von prominenten chinesischen KI-Firmen – ein bewusst modell-agnostischer Ansatz.
Mit seinem Gründer bei OpenAI, der dort die Zukunft persönlicher Agenten mitgestaltet, darf die OpenClaw-Community auf weitere Innovationen hoffen. Dieses einzigartige Arrangement könnte zum Modell werden, wie wegweisende Open-Source-Projekte erhalten und gepflegt werden können – selbst wenn ihre Schöpfer in die Tech-Industrie wechseln. Das Ziel bleibt: Leistungsstarke KI-Werkzeuge zugänglich und gemeinschaftlich zu halten.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


